Erstellt am 30. Mai 2012, 00:00

Wer darf Dintar begleiten?. TIPP3 BUNDESLIGA / Das Burgenland stellt mit Christian Dintar (38) auch weiterhin einen Referee im Oberhaus. Sein Assistenten-Team droht allerdings zu zerbröckeln.

Fix und unsicher: Christian Dintar (Mitte) - hier bei Wacker Innsbruck gegen Rapid am Tivoli - mit seinen beiden Assistenten Paul Pethö (r.) und Albert Wandl. Letzterer muss den Lauftest wiederholen, darf aber auf eine Fortsetzung seiner Bundesliga-Karriere hoffen. Pethö scheidet altersbedingt aus. Eines bleibt in jedem Fall fix: Mit Dintar stellt das Burgenland auch weiterhin einen Referee in der Tipp3 Bundesliga. GEPA  |  NOEN
x  |  NOEN

VON BERNHARD FENZ

Zufriedenheit macht sich bei Christian Dintar breit, wenn er an seine erste Saison als Schiedsrichter in der Tipp3 Bundesliga zurückdenkt. Vergessen ist der Beginn, als seinem Team hintereinander jeweils spiel(mit)entscheidende Patzer bei Abseitsentscheidungen unterliefen. Der 38-Jährige drückt es drastisch aus: „Da hatten wir eine sportliche Todeswelle. Es war auch einiges Pech dabei, dass es immer meine Spiele betroffen hat.“

In weiterer Folge stellte sich die für das Burgenland startende Schiri-Crew aber scheinbar nicht schlecht an. „Diese Phase haben wir gut überstanden, wir konnten dann eine tadellose Saison hinblättern. Ich bin froh, dass letztlich alles so super gelaufen ist. Jetzt gilt es, weiter Erfahrung zu sammeln und diese von Spiel zu Spiel umzusetzen.“ Dintar kann das entspannt prognostizieren. Schon jetzt steht fest, dass er für die neue Saison im Pool der „Bundesliga 1“ (wie es im Schirijargon heißt) dabei ist. Somit kann der gebürtige Grazer (der mittlerweile in Leopoldsdorf wohnt und für den BFV gemeldet ist) seine zweite Saison in Österreichs Elite-Liga in Angriff nehmen. Wer ihm künftig zur Seite stehen wird – bislang waren das Roland Braunschmidt, Paul Pethö und Albert Wandl –, steht allerdings in den Sternen. Noch.

Pethö muss aufhören, großes  Fragezeichen hinter Wandl

Fix ist bislang lediglich, dass Dintar auch weiterhin von Braunschmidt an der Linie assistiert wird. Der für Mönchhof gemeldete Bundesliga-Linienrichter bleibt im Geschäft.

Pauli Pethö nicht – er feiert im Juli seinen 45. Geburtstag und fällt somit altersbedingt aus der Bundesliga. Pethös Abschiedsspiel an der Seite von Dintar stieg in der letzten Runde bei Rapid - Innsbruck, in der Folge durfte der für Zurndorf gemeldete Referee noch beim ÖFB-Samsung-Cup-Finale zwischen Salzburg und Ried als Assistent des ebenfalls abtretenden Thomas Einwaller tätig sein. Pethö wird dem Landesverband aber erhalten bleiben.

Ein großes Fragezeichen steht hinter Albert Wandl. Dintar lobte den 29-Jährigen zwar als „hervorragenden Assistenten mit einer enorm geringen Fehlerquote“, das ändert aber nichts daran, dass Wandl den Lauftest zuletzt nicht positiv bewältigen konnte.

Hintergrund: Mittlerweile ist der in der Vergangenheit angewandte Cooper-Test (ein 12-Minuten-Lauf mit maximaler Intensität) Geschichte. Die Referees (in diesem Fall die Assistenten) müssen aktuell als erste Hürde sechs 40-Meter-Sprints (Limit ist sechs Sekunden) hinter sich bringen. Zudem gilt es dann die zweite Hürde zu meistern. 4000 Meter sind folgendermaßen zu absolvieren: 150 Meter Laufen innerhalb von 30 Sekunden, 50 Meter Gehen innerhalb von 40 Sekunden – diese Folge wird 20 Mal wiederholt.

Bei der zweiten Hürde scheiterte Wandl im Frühjahr – sowohl beim ersten Test, als auch beim Wiederholungstest. Bitterer Beigeschmack: Wandl musste trotz Halsentzündung antreten, beim zweiten Mal war er zwar wieder genesen, aber noch nicht vollkommen fit. Warum er nicht um Aufschub bat? „Es gibt kein entschuldigtes Fehlen. Entweder man kommt und besteht den Test, oder man besteht eben nicht.“ Nachsatz: „Ich muss aber sehr wohl auch gestehen, dass die neuen Tests für mich schwierig sind – weil es eine andere Belastung ist.“

Lauftest am 6. Juni:  Bundesliga oder fixes Aus

Doppeltes Pech für Wandl: Er wäre als Mitglied des Talentekaders in der neuen Saison Referee in der Ersten Liga (Bundesliga II im Schirijargon) geworden. Das Burgenland hätte somit zwei Teams in den beiden Profiligen gestellt. Hätte. Es kam anders.

Trotzdem wurde Wandl vom Burgenländischen Fußballverband nun erneut nominiert. Der in Wien lebende Schiedsrichter muss aber am 6. Juni den Lauftest positiv absolvieren. Schafft er den Test, ist er wieder im Talentekader, steht Dintar zur Seite und darf für die übernächste Saison auch weiter auf Einsätze als Hauptschiri in der Ersten Liga hoffen.

Besteht er nicht, ist die Bundesliga-Karriere (auch auf der Linie) vorbei. Wandl: „Ich sehe das Thema wertneutral. Es ist eine Chance, die ich gerne nutzen würde. Mein Leben ist aber nicht nur auf Fußball aufgebaut.“

Sollte Albert Wandl ausscheiden, wird Burgenlands Schiriobmann Günter Benkö übrigens Habip Tekeli nominieren. Er wäre im ersten Jahr allerdings nur als Assistent in der Ersten Liga einsatzberechtigt. Das burgenländische Schiriteam in der Tipp3 Bundesliga wäre somit zumindest für eine Saison auf die Herren Christian Dintar und Roland Braunschmidt reduziert.