Erstellt am 01. April 2014, 13:29

Wettaffäre: Kuljic entschuldigte sich. Der ehemalige Fußball-Teamspieler Sanel Kuljic hat sich am Dienstag in einer Presseerklärung bei Familie, Fans und "allen sportbegeisterten Menschen" für seine Beteiligung am heimischen Fußball-Wettskandal entschuldigt.

"Es tut mir wirklich leid, dass ich sie durch meine Beteiligung an diesen drei Manipulationen im Jahr 2012 enttäuscht habe", betonte der in U-Haft sitzende 36-Jährige.

Verantwortung übernommen, aber Zocker-Gerüchte zurückgewiesen

Seine "betrügerischen Handlungen" im Jahr 2012 betreffen laut einem Verhörprotokoll die Bundesliga-Partien Kapfenberg - Salzburg (17.3.2012), Wacker Innsbruck - Kapfenberg (31.3.2012) und Grödig - Kapfenberg (31.8.2012).

"Für diesen Betrug übernehme ich die Verantwortung, da gibt es nichts schönzureden und keine Ausreden. Da sind nicht andere Spieler, Vereine oder sonstige Personen dafür verantwortlich, sondern nur ich selbst", erklärte Kuljic, der sich gleichzeitig gegen "negative Gerüchte über mich" wehrte. "Da heißt es, ich wäre ein Zocker, hätte 380.000 verspielt und mein Dienstauto verpfändet. Und wenn ich nachfrage, wer so etwas behauptet, bekomme ich keine Antwort."

Ärger über zweierlei Maß bei Beurteilung der Akteure

Kuljic beklagte weiters, dass "auch im bisherigen Verfahren nicht mit gleichem Maß gemessen" werde: "Andere geben in aller Ruhe TV-Interviews und spielen der Presse Aussageprotokolle zu, mir wird das Telefonieren mit meinen Kindern verwehrt. Andere werden siebenmal befragt, ändern ihre Aussagen nach Belieben und spielen das Unschuldslamm, ich muss nach meiner ersten Aussage um eine nächste Aussagemöglichkeit bitten."

Zu Taboga-Vorwürfen: "Habe ihn weder erpresst noch bedroht"

Auch zu der vom St. Pöltner Ex-Grödig-Spieler Dominque Taboga vorgeworfenen Erpressung nahm Kuljic Stellung: "Im Frühjahr 2012 erzählte mir Taboga, dass er Probleme habe, da er an Wettbetrügereien beteiligt gewesen sei und einige Wetten schief gelaufen seien. Er hat mich um finanzielle Hilfe gebeten, und ich habe ihm deshalb 65.000 Euro geliehen. Als ich nach einiger Zeit merkte, dass er mir das Geld nicht wie vereinbart zurückzahlen wollte, habe ich ihn beschimpft, weil ich wütend darüber war. Ich habe ihn weder erpresst noch bedroht. Stattdessen hat er weiter versucht, Spiele zu manipulieren, dafür junge Spieler angesprochen und schlägt jetzt wahllos um sich, um Spielerkollegen und Vereine anzuschwärzen und so von sich abzulenken."

Acht Gläubiger und 60.000 Euro Passiva bei Taboga

Taboga war im Zuge des Manipulationsskandals am 19. Februar dieses Jahres vom Senat 1 der Fußball-Bundesliga wegen mehrerer Verstöße gegen die ÖFB-Rechtspflegeordnung "auf Lebenszeit" gesperrt worden. Der 31-Jährige hat Protest gegen diese Sperre eingelegt, der noch behandelt werden muss.

Am 10. März ist in St. Veit/Glan das Schuldenregulierungsverfahren über das Vermögen von Taboga eröffnet worden.

Der ehemalige Grödig-Kicker gab an, dass seine Involvierung in den Bundesliga-Wettskandal die Ursache für den Privatkonkurs sei. Die Passiva belaufen sich laut Alpenländischen Kreditorenverbands (AKV) auf 60.000 Euro, von der Insolvenz sind demnach acht Gläubiger betroffen. Taboga war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.