Erstellt am 14. November 2014, 06:12

von Bernhard Fenz

Wetteinsätze: Aus Mangel an Beweisen. Ungewöhnliche Tippbewegungen sorgten in der Vorwoche im Unterhaus für Unruhe. Was unterm Strich bleibt: zu wenig Stichhaltiges, aber ein bitterer Beigeschmack.

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Hohe Wellen schlug

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Querverbindungs-Gerüchte blühten

Zur Erinnerung: In der letzten Runde sollen in Eisenstadt höhere Geldbeträge auf einen Jennersdorfer Sieg in Deutschkreutz (aufgrund der Ausgeglichenheit eigentlich „unspielbar“) gewettet worden sein. Die Südburgenländer siegten mit 1:0.

Deutschkreutz-Obmann Christian Reumann sagte: „Jemand, der in Wettbüros verkehrt, hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass unser Spiel aus dem Angebot genommen wurde und dass eine ungarische Gruppe ihre Finger im Spiel habe.“

Neben der Partie der BVZ Burgenlandliga soll bei einem Kombinations-Tipp auch das 2. Liga Nord-Match Trausdorf gegen Neufeld (Sieg Trausdorf) dabei gewesen sein. Das Spiel endete mit 3:2 für die Gastgeber, die mit zwei Treffern im Finish die drei Punkte fixierten.

In der Zwischenzeit blühten die Querverbindungs-Gerüchte zwischen den beiden Partien auf, allesamt scheiterten sie bislang aber an stichhaltigen Beweisen. So stellte auch Bernhard Bauer, Obmannstellvertreter des ASV Neufeld, klar: „Wenn keine Fakten am Tisch liegen, gibt es auch keinen Handlungsbedarf. Die ständigen Redereien sind fad, Stichhaltiges muss her.“

In Ungarn gesperrt, (fast) keiner weiß es

Wie verworren und wenig transparent das gesamte Thema ist, zeigt sich an einem Detail am Rande: So soll der Goalie des FC Deutschkreutz, Tamas Giak, in Ungarn wegen des Verdachts der Spielmanipulation gesperrt sein – so wie scheinbar auch der eine oder andere weitere Legionär im Amateurbereich.

Bei der Verpflichtung wurde dieser Umstand nicht kommuniziert. Reumann: „Wir haben das erst neulich erfahren. Er hat uns das bestätigt und mitgeteilt, dass das Verfahren noch läuft, er aber freigesprochen wird. Unabhängig davon ist er bei uns offiziell spielberechtigt, ich kann ihm auch sportlich nichts vorwerfen. Für uns ist die Sache vorerst erledigt.“

Spannend: Offiziell gab es von Seiten des BFV keine Bestätigung für die Sperre in Ungarn. Sekretär Karl Schmidt: „Für uns und auch für den ÖFB ist das in dem Fall nicht einsehbar. Da müsste es eine offizielle Anfrage geben, damit erst alles aufgerollt wird.“

Standortwechsel. Offiziell war dafür der Vorwurf von Neufelds Trainer Gigi Ileana, der nach dem 2:3 in Trausdorf über die Leistung der Unparteiischen tobte und unter anderem sagte: „Zwei der drei Tore waren klar Abseits – das war Betrug.“

Unverständnis über Ileanas Betrugsvorwurf

Mittlerweile meldete sich Trausdorf-Coach Christian Rotpuller zu Wort: „Ich weiß nicht, wovon Ileana da ablenken wollte, aber wir sind empört über diese Aussagen. Eine Frechheit, so etwas zu erfinden. Der Schiedsrichter hat eine souveräne Leistung abgeliefert. Die Tore von uns sind im Zuge einer starken zweiten Halbzeit gefallen, wir hatten da große Chancen. Neufeld ist konditionell eingebrochen und war stehend k.o.“

Geleitet wurde das Spiel übrigens von Regionalliga-Referee Alfred Kern (assistiert von Martin Bauer), der altersbedingt vergangenen Dienstag seine letzte Ostliga-Partie leitete. Dieser fühlte sich vom Betrugs-Vorwurf „total vor den Kopf gestoßen. Da werde ich ja fast schon als Wettbetrüger dargestellt, eigentlich unglaublich.“

Am Montag stellte Ileana dann klar: „Der Vorwurf hat eigentlich den Linienrichter betroffen – ich bleibe dabei und fühle mich betrogen.“

Schiedsrichter-Chef sensibilisiert Referees

Assistent Martin Bauer wollte auf BVZ-Nachfrage keinen Kommentar abgeben. Günter Benkö, Obmann des Schiedsrichterkollegiums, kann das alles nicht nachvollziehen: „Wir können auch nichts dafür, dass Neufeld verloren hat und distanzieren uns ganz klar von jeglichem Vorwurf.“

Um seine Schiedsrichter-Truppe von Verdachtsmomenten fernzuhalten, sensibilisiert der Chef der Unparteiischen und Ex-Top-Referee seine Leute laut eigenen Aussagen ohnehin regelmäßig bei den Zusammentreffen und Seminaren: „Kein Referee darf etwa in ein Wettbüro gehen. Wird das nicht eingehalten, kann das sogar bis zum Rauswurf führen. Da gibt es keine Toleranz.“

Die BVZ hatte in der Vorwoche berichtet: