Erstellt am 19. September 2012, 00:00

Wie gegen Brasilien. Frauenfußball / Österreich schlug Dänemark, die Nummer zwölf der Welt. Mit dabei – die Steinbergerin Jenny Pöltl.

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Von Bernhard Fenz

Es wäre schlicht ein Wahnsinn, würde Österreichs Herren-A-Nationalteam in einem Pflichtspiel Brasilien mit 3:1 schlagen. Österreichs Damen schafften das, quasi. Die von Dominik Thalhammer betreute Mannschaft setzte sich in der Qualifikation für die EM in Schweden gegen Dänemark mit 3:1 durch. Dänemark liegt aktuell auf Platz zwölf der FIFA-Weltrangliste, bei den Herren ist Brasilien Zwölfter.

Egal wie: Rot-Weiß-Rot (35. der FIFA-Rangliste) gelang am Samstag in der NV-Arena Großes. Das sieht auch Jenny Pöltl so. Die 19-jährige Steinbergerin wechselte im Sommer vom FC Südburgenland zum ASV Spratzern, der in der Bundesliga nach vier Runden auf Platz vier steht, und ist mittlerweile auch fixer Bestandteil der A-Nationalmannschaft. „Dänemark hat bislang alles gewonnen, hat nicht einmal ein Gegentor kassiert – unser 3:1-Erfolg war wirklich überraschend.“

Wermutstropfen: Nur zwei Minuten Spielzeit 

Für Pöltl persönlich hätte der Abend in St. Pölten besser verlaufen können. Statt von Beginn an kam sie über die Jokerrolle nicht hinaus und wurde erst in der Nachspielzeit eingetauscht – mehr als zwei Minuten am Platz gingen sich dann nicht aus. „Natürlich war ich enttäuscht, vor allem, weil ich am Vortag des Spiels noch davon ausgehen konnte, dass ich in der Startelf stehe.“ Letztlich fand sich für die Bundesliga-Kickerin in der von Thalhammer aufgestellten Legionärstruppe (nur drei Spielerinnen aus der Startformation kicken nicht im Ausland) aber scheinbar doch knapp kein Platz.

Vor dem letzten EM-Qualifikationsspieltag heute, Mittwoch, hat Österreich (das allerdings schon fertig ist) bei einem Spiel mehr mit 19 Punkten einen Zähler mehr als Dänemark, das gegen die deutlich schwächer eingestuften Portugiesen verlieren müsste (Pöltl: „Ich hoffe es, aber ich glaube es nicht.“), damit Österreich als Gruppenerster fix qualifiziert ist. Wahrscheinlicher ist, dass Österreichs Frauen entweder beste Gruppenzweite werden (und dann ebenfalls fix bei der EM dabei sind) oder sich im Play-off (21./22. und 24./25. Oktober) das Ticket ausspielen.