Erstellt am 05. Dezember 2012, 00:00

Wieder am Sprung. Tipp3 Bundesliga / Nach dem 3:0 gegen Admira wäre mit einem Sieg gegen Wiener Neustadt plötzlich die Tabellenmitte sichtbar.

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Von Bernhard Fenz

Auf dem Platz standen die Profis des SV Mattersburg in den vergangenen Wochen immer wieder auf verlorenem Posten. Abseits des öffentlichen Blicks lief das Werkl aber plangemäß. Also hatte auch Trainer Franz Lederer keinen Grund zur übertriebenen Hektik: „Das Verhalten der Mannschaft im Trainingsalltag war immer schwer in Ordnung.“

Und auch Martin Pucher merkte am Samstagabend augenzwinkernd an: „Wir sind wieder einmal ruhig geblieben, das hat sich bezahlt gemacht.“ Der Klubboss hatte davor wohlwollend das Ende der Flautenserie von elf sieglosen Spielen in Folge registriert. Dass der 3:0-Erfolg gegen die Admira alles, nur keine spielerische Offenbarung war, zählte da auch für Lederer nicht viel: „Die Offensivversuche waren in der ersten Hälfte nicht griffig genug, die Admira ist aber defensiv auch gut gestanden. In Summe muss ich der ganzen Mannschaft ein Lob aussprechen, weil sie die Vorgaben trotzdem durchgezogen hat.“

Wiener Neustadt? Eine Frage der Mentalität 

Schließlich lautete die wesentlichste Vorgabe, endlich wieder drei Punkte zu holen. So einfach und doch so schwierig: Also zählte dafür auch anderes als ein schöner Spielfluss. Dem SVM kamen die spielentscheidenden Situationen zugute. Erst der Elfer für Mattersburg kurz vor der Pause, als Admira-Goalie Patrick Tischler nach einem schlechten Plassnegger-Rückpass ebenso unkonzentriert reagierte, Patrick Bürger zu Fall brachte und obendrein „Rot“ sah. Und schließlich zwei Kopfballtore von Bürger, wobei das 3:0 punkto Wucht, Technik und Platzierung nicht nur österreichweit spitzenmäßig war.

Somit sind die Burgenländer in der Tabelle wieder am Sprung. Die Admira ist fürs Erste überholt, der WAC ist wieder in Sicht, das Tabellenende ist fünf Punkte entfernt. Dort matchen sich Innsbruck sowie Wiener Neustadt – und am Samstag ist der Lokalrivale aus Niederösterreich im Pappelstadion (bis auf die verletzten Nedeljko Malic und Dominik Doleschal stehen alle Spieler zur Verfügung) zu Gast. Franz Lederers Vorgabe: „Wir müssen auf den Punkt genau den nötigen Zugang und die Mentalität finden, nichts anderes darf uns beschäftigen.“ Damit meint der Trainer auch Rechnereien und Tabellenspekulationen. Dieses Betätigungsfeld überlässt er traditionell anderen.

Augenblicke der Erleichterung: Nach seinem zweiten Treffer zum 3:0 gegen die Admira (einem fantastisch platzierten und trotz leichter Rückenlage unglaublich wuchtigen Kopfball ins lange obere Eck) ließ sich Mattersburg-Stürmer Patrick Bürger von der SVM-Crew natürlich feiern.

Michael Weller