Erstellt am 11. Februar 2015, 11:12

von Martin Ivansich

Wiesberger im Eiltempo zur Masters-Teilnahme. Bernd Wiesberger wurde in Malaysia — wie im Vorjahr — Zweiter. Das Masters ist ihm damit praktisch sicher.

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Bernd Wiesbergers Erfolgslauf im Jahr 2015 fand auch bei den Malaysia Open eine Fortsetzung. Zum vierten Mal hintereinander stand er am Ende unter den besten Sechs – und mit Rang zwei fixierte er seine beste Platzierung in diesem Jahr.

Dennoch war der Oberwarter unmittelbar nach seinem letzten Loch in Kuala Lumpur enttäuscht. Logisch. Immerhin fehlte nur ein Schlag auf Turniersieger Anirban Lahiri aus Indien.

Rhythmus durch Doppel-Bogey verloren

Als Führender startete er — dank einer 63er Runde (die beste in seiner bisherigen Profi-Karriere) am dritten Tag — die letzten 18 Löcher. Mit zwei Birdies begann er auch glänzend, lag fünf Schläge vorne, patzte aber dann bei Loch sieben mit einem Ball ins Wasser.

Ein Doppel-Bogey brachte den 29-Jährigen aus dem Rhythmus. Letztendlich schnappte ihm dann Lahiri der nach zwei Tagen nur 20. war, den Titel in Malysia noch weg. „Ich habe mich selbst geschlagen“, so Wiesberger.

Weltrangliste: Sprung unter die Top 40

Trotz verständlicher Enttäuschung wegen des verpassten Triumphs, wird sich der Südburgenländer mit einem Scheck über knapp 300.000 Euro trösten. Daneben darf sich Österreichs Golf-Aushängeschild über einen gewaltigen Sprung in der Weltrangliste freuen.

Letzte Woche wurde er als 48. erstmals unter den Top 50 geführt, seit Montag steht der Profi schon auf Rang 36. Nebenbei verbesserte sich Wiesberger im Race to Dubai-Ranking mit 577.000 verdienten Euro auf Rang fünf. Die Teilnahme am Masters von 9. bis 12. April in Augusta (USA) scheint so gut wie fixiert zu sein.

Die erfolgreichen ersten Wochen des Jahres bedeuten auch eine Änderung in der Turnierplanung. Statt den „kleineren“ Turnieren der European Tour in Südafrika nimmt er von 19. bis 22. Februar bei den Northern Trust Open, die im kalifornischen Pacific Palisades ausgetragen werden, teil.

Dies ist seine erste Teilnahme an der US Tour außerhalb der WGC oder Major-Turniere und kam durch die Einladung des Veranstalters zustande. „Ich freue mich über die tolle Chance in Los Angeles erstmals auf der PGA Tour an den Start zu gehen“, meint Wiesberger.

BVZ.at hatte berichtet:


 


Kommentar von Martin Ivansich:
Im Konzert der ganz Großen angekommen

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Martin Ivansich über den aktuellen Höhenflug von Golfprofi Bernd Wiesberger.

Man kann Bernd Wiesbergers sportliche Leistungen durchaus mit jenen von David Alaba vergeleichen. Alaba hat diese im Fußball schon seit Jahren unter Beweis gestellt – Wiesberger im Golf zwar immer wieder sporadisch, seit Beginn dieses Jahres aber beständig.

Bei vier Antritten auf der European Tour 2015 war er nie schlechter als Sechster. In der Weltrangliste hat sich der Oberwarter auf Rang 36 vorgearbeitet. Die Teilnahe am Masters in Augusta (USA) — dem Wimbledon des Golfsports — sollte nicht mehr zu nehmen sein.

Trotz aller Erfolge ist nach wie vor Potenzial nach oben vorhanden. Das hat sich zuletzt auch in Malaysien gezeigt, wo er als Erster in die Schlussrunde ging, zwischenzeitlich sogar mit fünf Schlägen Vorsprung führte und am Ende noch mit einem Schlag Rückstand Zweiter wurde.

Insgesamt hat Wiesbergers sportliche Entwicklung heuer also eine sehr verheißungsvolle Richtung eingenommen. Das liegt nicht nur an den bereits verdienten 577.000 Euro, sondern auch daran, dass der Burgenländer mit seinen 29 Jahren nicht schon den Karriere-Herbst (wie im Fußball) startet.

Also ist es durchaus möglich, dass Bernd Wiesberger nach den jüngsten Leistungsnachweisen tatsächlich einen weiteren Schritt machen kann. Dort, wo vom Niveau-Unterschied die Luft schon verdammt dünn ist, hat sich der Burgenländer mittlerweile hingearbeitet.

Die Top Ten und ganz große Turniersiege sind keine Illusion mehr. Gelingt dem Südburgenländer dies, dann wäre er endgültig neben Alaba Österreichs Aushängeschild in der Sportwelt.