Erstellt am 07. Juni 2013, 19:49

Wiesberger in Atzenbrugg weiter mit Siegchancen. Nach einem starken Start haben die Österreicher am Freitag bei den Lyoness Austrian Golf-Open in Atzenbrugg etwas an Boden verloren.

Titelverteidiger Bernd Wiesberger rutschte mit einer 71er-Runde um fünf Plätze auf Rang 17 zurück, Amateur Matthias Schwab verlor nach einer 74 sogar 29 Plätze und ist 36. Mit sechs Schlägen Rückstand auf Leader Joost Luiten (NED/-11) hat Wiesberger aber am Wochenende noch immer alle Chancen. Von den 19 Österreichern schafften fünf den Cut, Lukas Nemecz gelang das sogar als 25.

Der als Topfavorit ins Heimturnier gestartete Wiesberger war nach seiner zweiten Runde sichtlich enttäuscht. Nach vergeblicher Birdiejagd trotz perfektem Golfwetter stellten sich beim Burgenländer bald Frustration und schlechte Schläge ein. Erst mit finalen Birdies auf der 16 und 18 machte er ein ärgerliches Doppelbogey auf der 15 wett und rettet so noch eine "rote" Runde.

"Enttäuschend", gab der wegen des abendlichen Fußball-Länderspiels in rot-weiß-rot gekleidete Wiesberger unumwunden zu. "Wenn die ganze Zeit nichts fällt, geht irgendwann auch der Spaß verloren. Dazu kamen dumme Fehler. Ich bin sicherlich nicht dort, wo ich nach zwei Tagen sein wollte", gestand er offen ein.

Wiesberger hat solche Rückstände aber auch schon in einer einzigen Runde wett gemacht, im Vorjahr hatte er mit einer tollen Aufholjagd sogar noch den Heimsieg geschafft. "Sechs Schläge sind sicher nicht die Welt. Ich kann hier eine tiefe 60er-Runde spielen und auf dem Heimplatz und mit den Fans, ist noch einiges drin", gab sich der Burgenländer daher zuversichtlich. Sein Plan: "Ich muss auf den Grüns aggressiver agieren, nur neun Birdies in zwei Runde sind zu wenig."

Am Abend wollte Wiesberger gemeinsam mit einem schwedischen Freund im Happel-Stadion den Kopf freibekommen. Sein Tipp lautete 2:1 für Österreich, seine Hoffnung war: "Vor zwei Wochen war ich in Wembley beim Champions-League-Finale. Danach habe ich in Wentworth die beste Runde der Woche gespielt."

Mit dem Putten haderte auch Schwab. Auf der zehn benötigte der Steirer vom Vorgrün weg sogar vier Versuche. "Dann kommt eben so eine Runde heraus", bedauerte der 18-Jährige und wunderte sich. "Die Verhältnisse waren eigentlich ideal." Schwab bleibt seinem Gameplan aber ebenso treu wie seinem Wochenende-Ziel: "Eine Runde mit Bernd Wiesberger, ich werde es weiter probieren."

Neben Wiesberger und Schwab schaffte als 25. und überraschend zweitbester Österreicher auch Neo-Profi Lukas Nemecz mit drei Birdies auf den letzten vier Spielbahnen souverän den letztlich bei Even-Par liegenden Cut der besten 65. "Birdies auf den schwersten Löchern, das war wirklich ein starkes Finish", freute sich Nemecz. Am Wochenende dabei sind auch Leonhard Astl (47.) und nach langem Zittern auch Martin Wiegele (64.).

Auch "Altmeister" Markus Brier schien lange auf Kurs, vermasselte dann aber alles innerhalb von drei Löchern in Folge. "Ich habe brav angefangen, am Ende hat es aber bei weitem nicht gereicht. Triple Bogeys darf man eben nicht machen", gestand Brier. Nächste Woche spielt der 44-Jährige in St. Omer.