Erstellt am 12. Juni 2015, 19:36

von APA Red

Wiesberger nach frühem Aus: "Gekämpft bis zum Schluss". Trotz des frühen Ausscheidens ausgerechnet beim großen Heimturnier in Atzenbrugg fliegt Bernd Wiesberger zuversichtlich zum zweiten Saison-Major kommende Woche in den USA.

Bernd Wiesberger  |  NOEN, APA/Hans Punz
Grund dafür war die gute 67er-Runde am Freitag, nach der er den Cut bei den Lyoness Open trotz der katastrophalen 79 vom ersten Tag um nur zwei Schläge verpasste. Sonntag geht es zu den US Open an die Westküste.

"Nach vier Birdies zunächst Momentum gesehen"

"Ich habe gekämpft bis zum Schluss, hatte aber zu viel Gepäck vom ersten Tag mitzuschleppen", lautete das Resümee von Österreichs Golf-Star nach dem unerwartet frühen Aus im Tullnerfeld. Das traf es ziemlich auf den Punkt.

Denn der Oberwarter hatte mit Coach Phil de Busschere die Probleme des ersten Tages ausgemerzt und war gut in Tag zwei gestartet.



"Nach vier Birdies habe ich das Momentum gesehen. Leider hat sich das wieder mit einigen katastrophalen Schwüngen komplett geändert", bedauerte Wiesberger das entscheidende Doppel-Bogey auf der Sieben und die nachfolgenden Probleme.

Dennoch kämpfte er weiter"Es hat funktioniert, der Ruck ist gekommen und fast wäre es sich noch ausgegangen", blickte Wiesberger zurück auf den knappen Birdie-Putt auf der 17. "Wenn der fällt, wer weiß? Leider ist er sich ein bissl versprungen. Dennoch war's eine gute Runde."

"Daraus muss man lernen und nach vorne schauen"

Mit fünf unter Par lieferte Wiesberger auf dem Platz, wo er 2012 gewonnen hat und im Vorjahr nach Stechen Zweiter geworden ist, ab. "Da kann ich mit Sicherheit zufrieden sein. Ich hätte einfach noch zwei, drei weitere Schläge sparen müssen."

Das Positive, dass Wiesberger nun zum zweiten Major mitnimmt, war schnell aufgezählt. "Aus solchen Runden muss man lernen und nach vorne schauen. Obwohl ich den Cut nicht geschafft habe, kann ich nun doch mit einer guten letzten Runde vor den US Open nach Chambers Bay fahren." Klar sei aber auch: "Ich muss mein Spiel in vielen Bereichen noch schärfen."

"Spiele extrem gerne vor heimischer Kulisse"

Wiesberger trainierte am Samstag noch in Österreich und will möglichst schon am Sonntag statt wie geplant am Montag nach Seattle an die US-Westküste fliegen. Dort wartet mit dem Chambers Bay GC ein heftiger Links-Kurs. Etwas, was Wiesberger zuletzt gut gemeistert hat. "Ich hoffe, dass es schön schwierig wird dort", meinte er.

Was ihn noch zuversichtlich stimmt: "Ich habe auch in Wentworth den Cut verpasst und dann in Irland gleich wieder gut gespielt. Ich hoffe, der Rhythmus bleibt so", sagte er lachend.

Der Stress, dem er als Lokalmatador und Turnier-Lokomotive in Atzenbrugg ausgesetzt war, habe ihn nicht gestört, betonte Wiesberger.

"Es war viel los, aber alles gut organisiert. Ich will das Turnier unterstützen und ich spiele extrem gerne vor heimischer Kulisse. Da muss man dann damit auch klar kommen", gab er sich abgeklärt. "Das war also sicher nicht der Grund für die schlechte Runde am Donnerstag. Es lag eher einfach an einem schlechten Golftag, wie ihm jeder passieren kann."

Trainer de Busschwere gab sich ebenfalls zuversichtlich. "Bernd hatte am ersten Tag wackelige Hände", brachte er es auf den Punkt. Dass Positive sei: "Bernd hat Charakter gezeigt. Daran kann man wachsen."