Erstellt am 01. Juni 2015, 14:30

von APA Red

Wiesberger vergab Sieg im Stechen. Bernd Wiesberger hat hauchdünn seinen dritte Titel auf der European Tour verpasst.

Der Sieg ging dank Birdie an den Dänen Sören Kjeldsen, der nach sechsjähriger Pause seinen 4. Tour-Titel einheimste.

Auf Back-Nine zurückgekämpft

Wiesberger war beim Turnier von Rory McIlroy im Royal County Down von Newcastle trotz des unwirtlichen Wetters von Beginn an ganz vorne dabei gewesen und hatte zur Halbzeit sogar ex aequo geführt.

Als Vierter in den Schlusstag gegangen, schien der Oberwarter am Sonntag bei schwierigen Bedingungen und Windböen bis zu 50 km/h zunächst zurückzufallen. Nach einem Auftakt-Birdie kassierte er auf sechs Löchern nämlich gleich fünf Bogeys.

Auf den Back-Nine kämpfte sich der Burgenländer mit drei Birdies aber sehenswert zurück und ohne ein weiteres Bogey auf der 16 hätte ihm bei der Generalprobe für seinen großen Heimauftritt bei den Lyoness Open in Atzenbrugg sogar als erstem Österreicher ein Links-Titel gehört.

Seine 282 Schläge reichten dem Gewinner der Lyoness- und und Ballantine's Open (jeweils 2012) aber für das Stechen mit dem Engländer Eddie Pepperell sowie Kjeldsen.

Birdie-Putt aus fünf Metern misslang

Der Däne hatte seine Führung vor dem Schlusstag zunächst klar verloren, rettete sich aber trotz einer abschließenden 76er-Runde mit einem wahren "Zitterputt" als letzter Spieler doch noch ins Play-off. Dort hatte der 40-Jährige dann das bessere Ende für sich.

Denn obwohl Wiesberger auf der in dieser Woche zum fünften Mal gespielten 18 mit Par, Eagle, Par, Par die beste Bilanz aller drei Finalisten auf dieser Par-Fünf-Bahn hatte, traf der Longhitter ausgerechnet diesmal das Fairway nicht.

Nach einem Lay-Up kam er erst mit dem dritten Schlag auf das Grün, sein Birdie-Putt aus fünf Metern fiel aber nicht. Kjeldsens Versuch aus etwas mehr als einem Meter gelang hingegen mit erneut Bauchweh. Sein Ball plumpste nach halber Umrundung des Dosenrandes zum Birdie und zum Sieg ins Loch. Sein Gesamt-Siegerscore von zwei unter Par machte klar, wie schwierig die Verhältnisse in Nordirland waren.

Damit holte sich Kjeldsen den vierten Titel, eine Umarmung des vorzeitig ausgeschiedenen McIlroy und satte 416.660 Euro Preisgeld. Wiesberger musste sich als geteilter Zweiter mit 217.135 Euro begnügen. Für ihn wäre es der größte Preisgeld-Scheck seiner Karriere gewesen.

Dennoch hat der 29-jährige Oberwarter im Race to Dubai bereits Ende Mai die Eine-Million-Euro-Grenze übertroffen und ist Fünfter.

Wiesberger in Weltrangliste als 37. nahe an Bestmarke

Wiesberger hat durch seinen zweiten Platz bei den Irish Open gleich zehn Plätze in der Golf-Weltrangliste gut gemacht und als 37. fast seine Karriere-Bestleistung eingestellt. Der Österreicher war Anfang Februar die Nummer 36 gewesen. Im Race to Dubai 2015 hat der Burgenländer schon jetzt die Eine-Million-Euro-Grenze übertroffen und ist Fünfter.

Zu US Open eingeladen

Der starke zweite Platz bei den Irish Open hat Wiesberger nicht nur einen Vorstoß in der Weltrangliste auf Platz 37, sondern auch eine definitive Einladung zu den US Open gebracht. Unmittelbar nach seinem Heimauftritt bei den Lyoness Open wird Österreichs Nummer eins damit ab 18. Juni auch beim zweiten Saison-Major nach dem US Masters aufteen.

Den herausfordernden Monat startet Wiesberger aber schon kommende Woche in Atzenbrugg, wo er versucht, mit den Lyoness Open das große Heim-Turnier zum zweiten Mal nach 2012 zu gewinnen. Die Form würde passen, denn nach der enttäuschenden Leistung bei der BMW PGA Championship in Wentworth ist dank eines intensiven Kurzspiel-Trainings mit Coach Damian Taylor die Trendwende zur rechten Zeit gekommen. In Nordirland musste sich der Oberwarter erst im Stechen geschlagen geben und holte nach den Malaysian Open einen weiteren zweiten Platz in diesem Jahr.

"Sehr froh über Entwicklung"

Nur der dritte Titel auf der Europa-Tour wollte neuerlich nicht gelingen. "Es war ein harter Kampf bei extremen Bedingungen die gesamte Woche über. Ich bin sehr froh über die Entwicklung, die mein Spiel genommen hat", sagte Wiesberger über Irland. "Leider hat es am Schluss knapp nicht zum Sieg gereicht. Ich dachte aber auch vor der Finalrunde nicht, dass zwei unter Par das Winning Score werden würde", sagte der Reiters Pro.

Als Nummer 37 der Welt ist Wiesbergers Start bei den von der USGA ausgerichteten und mit 9 Mio. Dollar dotierten US Open kein Problem, die Reise dorthin wird freilich anstrengend. Gespielt wird nämlich in Chambers Bay in der Nähe von Seattle an der Pazifik-Küste der USA und wie in Irland auf einem Links-Kurs. Unmittelbar danach geht es zurück nach Europa zu den BMW International Open in München, danach folgen die Open de France in Paris. Für dieses Monsterprogramm muss sich Wiesberger die Kräfte also gut einteilen.


Golf-Weltrangliste vom 31. Mai 2015: 1. (1) Rory McIlroy (NIR) 12,99 Durchschnittspunkte - 2. (2) Jordan Spieth (USA) 9,06 - 3. (4) Bubba Watson (USA) 6,87 - 4. (3) Henrik Stenson (SWE) 6,77 - 5. (5) Jim Furyk (USA) 6,73 - 6. (6) Justin Rose (ENG) 6,15 - 7. (9) Rickie Fowler (USA) 5,93 - 8. (10) Dustin Johnson (USA) 5,91 - 9. (7) Sergio García (ESP) 5,89 - 10. (8) Jason Day (AUS) 5,89. Weiter: 37. (47.) Bernd Wiesberger (AUT) 2,90

Race to Dubai: 1. Rory McIlroy (NIR) 2.665.169 - 2. Danny Willett (ENG) 1.823.656 - 3. An Byeong-hun (KOR) 1.148.456 - 4. Justin Rose (ENG) 1.037.717 - 5. Bernd Wiesberger (AUT) 1.003.339 - 6. Thongchai Jaidee (THA) 939.402

Ergebnis der US-PGA-Tour - Endstand Irving, Texas (7,1 Mio. Dollar): 1. Steven Bowditch (AUS) 259 Schläge (1,25 Mio. Dollar Preisgeld) - 2. Jimmy Walker (USA), Charley Hoffman (USA) und Scott Pinckney (USA) je 263. Weiter: 30. Jordan Spieth (USA) 270