Erstellt am 15. Februar 2012, 12:55

Wind stört erstes Damen-Training auf Olympia-Piste. Eine Woche nach den Herren haben am Mittwoch auch die Ski-Damen Bekanntschaft mit der Olympia-Strecke 2014 in Krasnaja Poljana nahe Sotschi gemacht.

Im ersten Training für die Abfahrt am Samstag war es aber nur ein erstes Abtasten, denn die Läuferinnen wurden von der Jury wegen starker Windböen zum Abbremsen vor zwei Sprüngen angehalten. Dementsprechend groß waren dann auch die Zeitunterschiede.

Schnellste Dame war die als Nummer 1 gestartete Italienerin Johanna Schnarf in 1:49,78, die allerdings nur eine Hundertstel schneller war als Lindsey Vonn. Die US-Amerikanerin, die sehr wohl schon vor den Sprüngen gebremst hat, war also relativ gesehen wieder sehr schnell unterwegs. Elisabeth Görgl war als Sechste mit 2,51 Sekunden Rückstand die schnellste ÖSV-Dame. "Beim Besichtigen hat mir die Strecke sehr gut gefallen. Es ist alles drinnen, aber es hängt auch viel von der Pistenpräparation ab, und heute war es sehr weich", berichtete Österreichs Sportlerin des Jahres. "Wir haben auch zweimal abbremsen müssen, weil der Wind gegangen ist, man hat nicht durchziehen können. Aber es ist sicher eine sehr interessante Strecke", sagte Görgl.

Die Tatsache, dass Vonn trotz ihres Abbremsens bei den Sprüngen so deutlich voran lag, beunruhigte die am Montag 31 Jahre alt werdende Steirerin nicht. "Ich hatte im oberen Teil Bestzeit, da war ich über eine Sekunde vor ihr, dann habe ich ziemlich viel verloren." Grundsätzlich könne man so ein Training aber nicht 1:1 umlegen, an einigen Passagen müsse sie noch arbeiten. "Ich weiß, was ich zu tun habe."

Die strapaziöse Anreise hat sich in wenig Schlaf ausgewirkt. "Ich habe mich heute so gefühlt wie im Sommer, wenn wir um 04.00 Uhr in der Früh aufstehen, um zum Training auf den Kaunertaler Gletscher zu fahren", sagte Görgl lachend.

Anna Fenninger, im ersten Versuch auf der Strecke "Rosa Khutor" 15., misst dem ersten Training ebenfalls noch nicht viel Bedeutung bei. "Ich glaube, das heutige Training kann man zeitlich ziemlich vergessen, weil der eine bremst mehr, der andere lässt ein Tor aus." Die Strecke selbst hat ihr bei der Besichtigung besser gefallen, als beim Training selbst. "Es ist alles ziemlich neu, man muss sich neu orientieren."

Görgl, Fenninger und auch Andrea Fischbacher zeigten sich beeindruckt vom Rundherum. "Eigentlich faszinierend, was da in kürzester Zeit für ein Dorf entstanden ist und was da auch in zwei Jahren noch fertig werden soll", sagte Fischbacher, mit 4,51 Sekunden Rückstand am Mittwoch 22. Die Ursache ihrer weniger erfolgreichen Saison sieht die Super-G-Olympiasiegerin 2010 im mangelnden Vertrauen. "Ich versuche, von Tag zu Tag die Sicherheit zu kriegen, dass ich vor allem wieder vom Start bis ins Ziel volles Risiko gehe. Ohne dass ich es will, wähle ich eine Sicherheitsvariante."

Für Donnerstag und Freitag (jeweils 10.00 Uhr) sind zwei weitere Trainings vorgesehen. Am Samstag (10.00 Uhr MEZ) geht die Abfahrt, am Sonntag die Superkombination (Super G 08.00/Slalom 11.00) in Szene.