Erstellt am 08. Juni 2011, 00:00

„Wir fahren nicht zitternd zur Vienna“. REGIONALLIGA OST/ERSTE LIGA / Parndorf spielt als durchaus zuversichtlicher Außenseiter um den Relegations-Erfolg.

Parndorfs Kicker haben sich durch den Meistertitel wieder auf die Euphoriewelle katapultiert. Platz eins fixierten Miroslav Milosevic, Jailson Severiano Alves, Thomas Jusits, Michi Huber, Roman Kummerer (v.l.) und Co. mit einem 5:0 gegen Ostbahn, jetzt soll die Vienna geschlagen werden.FENZ  |  NOEN
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VON BERNHARD FENZ

Heute, Mittwoch, steigt um 19 Uhr auf der Hohen Warte das Relegations-Hinspiel zwischen dem Neunten der Ersten Liga und dem Meister der Ostliga – die Vienna empfängt Parndorf. Am Samstag wird sich dann im Heidebodenstadion entscheiden, wer künftig in der zweithöchsten Spielklasse kickt.

Von der Papierform her befindet sich die Vienna in der Favoritenrolle. Ob Trainer Alfred Tatar glaubt, dass etwas schief gehen könnte, wenn seine Truppe einen guten Job erledigt? „Eine provokante Frage. Tatsache ist, dass Parndorf Meister in der Regionalliga Ost geworden ist, über genügend Qualität verfügt und wir höchsten Respekt vor dieser Mannschaft haben.“ Nachsatz: „Außerdem hat jedes Spiel hat seine eigene Biographie.“ Während bei den Döblingern am Montag noch nicht fix war, ob Tatar den Eisenstädter Stürmer Philipp Hosiner (er wird zur Admira wechseln und wurde zuletzt nicht berücksichtigt) einsetzen wird, brennt Ex-Neusiedl-Kicker Patrick Kienzl bereits auf die Partien. Was er sich erwartet? „Wichtig wäre ein gutes Ergebnis im Hinspiel – wenn geht, ein zu null. Von der Ausgangsposition her ist es nicht so klar, wie manche glauben könnten – die Chancen stehen 50:50.“ Punkto Potenzial sieht der 21-Jährige aber sehr wohl Vorteile bei den Döblingern, trotzdem: „In solchen Duellen hängt auch viel von der Tagesverfassung ab.“

Jailson: „Ein gutes Hinspiel  ist unbedingt notwendig“

Seitenwechsel. In den Reihen der Parndorfer hat sich mit dem Relegationsticket und dem Meistertitel ein wichtiger Euphorie-Mix entwickelt. Den will Simon Knöbl mit seiner Elf nützen: „Wir freuen uns auf die Aufgabe und werden nicht zitternd zur Vienna fahren.“

Was für den 32-jährigen Trainer allerdings nötig sein wird, sind Korrekturen im Vergleich zu den meisten Ostliga-Spielen: „Da war unsere Taktik auf Risiko und Offensive ausgerichtet. So können und werden wir gegen die Vienna natürlich nicht spielen. Allerdings: 90 Minuten nur zu verteidigen, wird auch nicht von Erfolg gekrönt sein.“ Die Rezeptur Kompaktheit, verbunden mit offensiven Nadelstichen, könnte also ein gutes Hinspiel nach sich ziehen.

Das ist auch nötig, wie Stürmer „Schoko“ Jailson klarstellt: „Bei einem Unentschieden, aber auch bei einer knappen Niederlage bleiben unsere Chancen sehr gut.“ Der Brasilianer sagt das, obwohl er im Vorjahr dabei war, als Parndorf gegen St. Andrä in der Relegation nach dem 1:0-Erfolg im Rückspiel noch klar mit 1:4 unterging.

Auch Simon Knöbl, der bis auf Langzeitausfall Manuel Salomon auf alle Akteure zurückgreifen kann, erinnert sich daran. Parallelen zum K.o. gegen die Kärntner sieht er jedoch keine, denn: „Wir sind jetzt viel näher dran als im Vorjahr.“

Und Jailson ergänzt: „Wie stark St. Andrä war, sieht man jetzt an der Tabelle. Die Vienna hat natürlich eine gute Mannschaft, der Aufstieg ist aber möglich.“ Dann wäre auch ein Wechsel zum LASK wohl kein Thema mehr. Die Linzer zeig(t)en Interesse am 26-jährigen Stürmer: „Ich bin gerne hier. Schaffen wir die Relegation, bleibe ich in Parndorf.“