Erstellt am 29. Januar 2014, 23:59

von Bernhard Fenz

„Wir nutzten die Gunst der Stunde“. Erste Liga / Parndorf hat das Einkaufsprogramm abgeschlossen und die Wunschspieler gefunden – ob des Überangebots keine leichte Aufgabe.

830 überdachte Sitzplätze sind nicht genug. Parndorf-Boss Gerhard Milletich muss im Heidebodenstadion aktiv werden. Neben der Kampfmannschaft wird im Zuge der Adaptierungen aber auch der Nachwuchs profitieren.  |  NOEN, Fotos: Fenz
Von Bernhard Fenz

Neue Spieler gesucht? Bittesehr. Als Verein der Ersten Liga ist es auch im Winter nicht schwer, Kicker zu verpflichten. Theoretisch. Der Markt boomt, wie Parndorf-Sportdirektor Andreas Hackstock weiß: „Es kommen unglaublich viele Anfragen rein, vor allem ausländische Spieler werden laufend angeboten.“

Die könn(t)en am Papier vom Potenzial freilich alle auch gleich in den besten Ligen der Welt kicken. Es ist das gute Recht der Aktiven oder ihrer Manager und Spielerberater, einen interessanten Stempel aufzudrücken – auch wenn sich der sportliche Lebenslauf in Zeiten der Internet-Recherche relativ einfach nachvollziehen lässt.

Angebot wird immer breiter

Die Wahrheit sieht also nicht so rosig aus. Oft steht in den Sternen, ob es sich bei einem Kandidaten tatsächlich auch um eine qualitativ gute Verstärkung handelt. Das immer breitere Angebot wird inflationär, auch wenn mittlerweile interessante neue Facetten auftreten. Hackstock: „In diesem Jahr sind sehr viele Spanier dabei – man merkt, dass es den Spielern dort von den Bedingungen her nicht gut geht. Hätten wir einen Legionärsplatz frei, wäre das eine interessante Option, sich Kandidaten anzusehen – weil wir über diese Spieler wenig wissen. Da könnte man was versäumen.“

Bei Leuten aus den angrenzenden Ländern, allen voran der Slowakei („Hier haben wir gute Erfahrungen gemacht“), geht Parndorf vorab ohnehin auf Nummer sicher. „Niemand soll bei uns vorspielen, den wir nicht schon beobachtet haben. Ich will einen Kandidaten in der Meisterschaft bei einem Heim- und bei einem Auswärtsspiel gesehen haben – und auch nicht in der letzten oder vorletzten Runde. Das ist nicht so aussagekräftig, im Finish der Meisterschaft kann viel passieren.“

Erste Liga ist normal Zweiter

Weil beim Aufsteiger bereits vier Legionäre unter Vertrag stehen (für die lukrativen TV-Gelder dürfen ohnehin nur drei am Spielbericht stehen), ist dieses Reservoir jedoch kein Thema.

Die Nordburgenländer haben sich deshalb auch auf Österreicher konzentriert – und mit Daniel Randak (20) von den Rapid Amateuren sowie Ex-Italien-Legionär Jürgen Prutsch (24) durchaus Wunschspieler verpflichtet, wie Hackstock freudig feststellt: „Wir haben uns im November dafür entschieden, welche Schritte wir setzen, haben dann im richtigen Teich gefischt und die Gunst der Stunde genutzt. Mit Randak standen wir schon länger in Kontakt und wurden bei einer Amateurmannschaft fündig. Bei Prutsch war das Fenster zur richtigen Zeit offen, das war für uns ein Glücksfall.“

Schließlich sei es keine Selbstverständlichkeit, eine interessante, rot-weiß-rote Spieleraktie zu einem kleineren Erste-Liga-Klub lotsen zu können, wie der Sportdirektor betont. „Die Spieler wissen, dass wir ein seriös geführter Verein sind. Trotzdem ist klar, dass die guten Leute wählen. Erst kommt die Tipp3 Bundesliga, dann die Erste Liga, dann die Regionalliga. Darum sind wir auch sehr zufrieden.“