Erstellt am 12. Oktober 2012, 20:27

WM-Quali: Nur 0:0 von Österreich in Kasachstan. Für das ÖFB-Nationalteam hat es am Freitag in der WM-Qualifikation einen Rückschlag gesetzt. Das ÖFB-Team kam nach einem 1:2 zum Auftakt gegen Gruppenfavorit Deutschland in Astana nicht über ein torloses Remis bei Außenseiter Kasachstan hinaus.

Die Elf von Marcel Koller bot vor allem vor der Pause eine schwache Vorstellung. Am Dienstag geht es in Gruppe C in Wien erneut gegen die Kasachen weiter.

ÖFB-Teamchef Koller setzte auf dieselbe Startformation wie bei der unglücklichen Heimniederlage gegen Deutschland. Martin Harnik begann als Solospitze, ließ sich aber oft zurückfallen. Die Österreicher waren dadurch vor der Pause an vorderster Front kaum präsent. Über die Flügel funktionierte wenig, dazu fehlte auf Kunstrasen in der Astana Arena im Spielaufbau die Passgenauigkeit.

Die größten Chancen fanden Zlatko Junuzovic und Harnik vor. Der Bremen-Spielmacher war nach einem langen Ball von György Garics richtig gestartet, die Ballannahme aber nicht perfekt. Junuzovic schoss im Fallen von der Strafraumgrenze drüber (15.). Harnik scheiterte nach Doppelpass mit Junuzovic an Kasachstan-Keeper Andrej Sidelnikow (28.), einen Kopfball nach Garics-Flanke setzte er am langen Eck vorbei (43.).

Nach Seitenwechsel erhöhten die Österreicher die Schlagzahl. Ein Schuss des bis dahin blassen Marko Arnautovic wurde abgeblockt (48.), einer von Junuzovic ging knapp daneben (51.). Nach einem missglückten Versuch von Andreas Ivanschitz brachte Harnik den Ball nicht im Tor unter (61.). Sidelnikow musste nach Idealpass von Arnautovic auf Veli Kavlak (62.) und bei einem Distanzschuss von Arnautovic selbst (65.) eingreifen.

Koller riskierte mehr, brachte Sturmtank Marc Janko für den defensiven Mittelfeldspieler Julian Baumgartlinger (62.) und später auch Jakob Jantscher für den blassen Ivanschitz (73.). Die Ideen wurden aber nicht mehr, der kasachische Abwehrriegel war auch in sieben Minuten Nachspielzeit nicht zu überwinden - auch nicht für Andreas Weimann, der im Finish sein Länderspieldebüt gab. Die letzte Chance vergab Junuzovic (90.).

In einem zweiten Spiel der Österreich-Gruppe haben die Färöer ein paar Minuten von einer Sensation geträumt. Der Außenseiter ging am Freitagabend im heimischen Torshavn gegen Schweden mit 1:0 in Führung. Am Ende mussten sich die Inselkicker aber mit 1:2 geschlagen geben. Den Siegestreffer für den EM-Teilnehmer erzielte Superstar Zlatan Ibrahimovic in der 75. Minute.

MEINUNGEN:

Marcel Koller (ÖFB-Teamchef): "Es war das erwartet schwierige Spiel. Man hat gesehen, dass es nicht einfach ist. Auch Irland und Schweden haben gegen Kasachstan Probleme gehabt. Wir sind in der ersten Hälfte nicht so gut nach vorne gekommen, haben aber trotzdem die eine oder andere Chance gehabt. In der zweiten Hälfte sind wir mit langen Bällen zu Möglichkeiten gekommen. Die Kasachen haben auch Chancen gehabt, aber durch Missverständnisse bei uns. Es ist kein Rückschritt. Es war ein ganz anderes Spiel als gegen Deutschland. Die Kasachen sind mit neun Mann hinten gestanden. Da war es schwierig, die Räume zu finden. Wenn dann auch noch die Genauigkeit fehlt, ist es besonders schwierig, durchzukommen. Wir müssen uns jetzt regenerieren und dann überlegen, mit dem einen oder anderen neuen Spieler frischen Wind reinzubringen. Es war ein intensives Spiel. Die Kasachen sind sehr zweikampfstark."

Zlatko Junuzovic (ÖFB-Mittelfeldspieler): "Es war nicht der Kunstrasen. Wir haben drei, vier sehr gute Möglichkeiten gehabt, die haben wir nicht genützt. Die Kasachen haben sich hinten reinzementiert. Normal musst du hier zehn Minuten Nachspielzeit geben. Wir müssen das Tor machen, das ist sehr bitter. Du spielst die ganze Zeit auf das Tor, jede zweite Minute liegt ein Kasache auf dem Boden und der Schiedsrichter macht nichts dagegen. Da fehlt dann die Zeit. Aber wir sind selber schuld, wir haben das Tor nicht gemacht."

Leo Windtner (ÖFB-Präsident): "Natürlich ist es enttäuschend, wenn wir die erwarteten Punkte nicht mitnehmen. Wir sind vor einer Menschenmauer gestanden und haben keine Mittel gefunden. Jetzt müssen wir uns voll auf Dienstag konzentrieren. Einen Mangel an Einstellung bei den Spielern konnte ich nicht feststellen."

Sebastian Prödl (ÖFB-Verteidiger): "Es war das erwartete Geduldsspiel. Wir haben in der zweiten Hälfte zugelegt und sind unendlich angerannt, aber es hat uns an Effizienz gefehlt. Jetzt kommt es auf die direkten Duelle mit Schweden und Irland an."

Emanuel Pogatetz (ÖFB-Verteidiger): "Wir haben bemüht gespielt, aber drei tolle Chancen vergeben. Da kann man dann hier nicht gewinnen. Die zwei Punkte, die wir verloren haben, müssen wir uns jetzt woanders zurückholen. Ich bin überzeugt, dass wir am Dienstag gegen Kasachstan gewinnen."

Miroslav Beranek (Kasachstan-Teamchef): "Wir sind sehr stolz und glücklich, dass wir gegen Österreich einen Punkt gemacht haben. Meiner Meinung nach ist Österreich klar besser als Irland. Vergleiche mit Schweden sind schwierig, weil wir gegen die auswärts gespielt haben. Aber meiner Meinung nach sind diese beiden Teams auf Augenhöhe. Den Unterschied könnte aber Zlatan Ibrahimovic machen. Das ist der beste Spieler, der jemals gegen Kasachstan gespielt hat."