Erstellt am 23. März 2016, 06:14

von Bernhard Fenz

Wutzlhofer: „Sehr spannende Aufgabe“. Der Forchtensteiner Johannes Wutzlhofer ist Mitglied im Senat 1 – dem Straf- und Beglaubigungsausschuss.

Neo-Mitglied im Straf- und Beglaubigungsausschuss: Johannes Wutzlhofer. Foto: Fenz  |  NOEN, Fenz
Ein praktisches Verständnis für den Fußball und eine juristische Ausbildung sind durchaus gute Voraussetzungen, um in der Bundesliga aktives Mitglied eines Gremiums zu sein. Auf Johannes Wutzlhofer trifft das zu.

Großer und interessanter Aufgabenbereich

Der 38-jährige Jurist setzte seinen Fuß über einen beruflichen Kontakt in die Tür der Bundesliga und wurde Ende des Vorjahres als neues Mitglied vorgeschlagen. Somit ist der gebürtige Forchtensteiner und nunmehrige Wahl-Sigleßer nun quasi der burgenländische Beitrag im Straf- und Beglaubigungsausschuss der Bundesliga.

Dort landet vor allem das, was im Fußballgeschäft geahndet oder angezeigt wurde und – in welcher Form auch immer – dann sportrechtlich beurteilt werden muss.

Vom ganz normalen Ausschluss über unsportliches Verhalten von Trainern oder Spielern bis zu diversen Vergehen in den Stadien ist der Aufgabenbereich groß und für den in Eisenstadt arbeitenden Juristen vor allem eines: hochinteressant: „Es ist eine sehr spannende Aufgabe in einem tollen Umfeld. Hier herrscht ein sehr informeller und freundschaftlicher Umgang, alle Mitglieder sind natürlich fußballinteressiert und verfügen über juristisches Verständnis.“

Fußball-Regulativ und Fingerspitzengefühl

Das alles ist auch nötig, um im Spannungsfeld „Strafausschuss“ die richtigen Schlüsse zu ziehen und Entscheidungen zu treffen. „Wenn es um Schiedsrichterentscheidungen geht, haben wir vor Ort eine große Leinwand und Zeit zum Überlegen, die Referees haben das nicht. Auch bei den Mannschafts- oder Vereinsstrafen ist teilweise Fingerspitzengefühl gefragt. Fußball ist ein Familiensport, gleichzeitig sollen Emotionen auf den Rängen zugelassen werden.“

Übrigens: Johannes Wutzlhofer selbst ist auch als Aktiver mit dem Fußball groß geworden, spielte er doch im Forchtensteiner Nachwuchs, ehe sich der Umgang mit dem runden Leder nach einem einjährigen schulischen USA-Aufenthalt hierzulande nach der Rückkehr tendenziell auf den Hobbykick beschränkte.

Jetzt gibt es wieder eine professionelle Aufgabe, wenn auch in anderer Form. Und die nimmt der Burgenländer wahr – auch in der Praxis. „Ich habe mir vorgenommen, jedes Stadion zumindest einmal zu besuchen, um auch vor Ort einmal zu sehen, was Sache ist.“