Erstellt am 26. Juni 2013, 00:00

„Zurückgehen kann ich noch immer“. Neo-Deutschland-Legionär / Christian Gartner (19) wechselt in die 2. Bundesliga zu Düsseldorf – ein mutiger, aber schwerer Schritt.

Neo-Düsseldorfer: Christian Gartner legt sein Potenzial mittlerweile für den deutschen Bundesliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf in die Waagschale. Der Illmitzer unterschrieb für drei Jahre. Fortuna  Düsseldorf  |  NOEN
Von Bernhard Fenz

Christian Gartner aus Illmitz, Absolvent der Fußball-HAK Mattersburg und Ex-SVM-Profi, ist Neo-Düsseldorfer. Der 19-Jährige unterschrieb beim Klub in der knapp 600.000 Einwohner-Stadt in Nordrhein-Westfalen einen Vertrag bis 30. Juni 2016. Dort soll er helfen, nach dem Abstieg in die 2. Bundesliga wieder die Trendwende nach oben zu schaffen. Gartners erste Eindrücke: „Sehr gut. Alles ist viel größer, das ist einfach eine andere Fußballwelt.“

Den Ausschlag für sein „Ja“ zur Fortuna gab vor allem das persönliche Interesse von Neo-Trainer Mike Büskens an seiner Verpflichtung. „Es war für mich entscheidend, dass er mich unbedingt wollte. Er möchte jemanden spielstarken im Mittelfeld. Ich traue mir diese Aufgabe zu.“

Am Wochenende wird sich Gartner, der nach seiner Visite wieder im Burgenland weilt, übrigens Richtung Deutschland verabschieden. Dort will er sich im Training möglichst rasch aufdrängen. „Natürlich wird es eine Umstellung, und es ist ganz alleine wohl nicht so einfach, aber nach zwei, drei Wochen habe ich mich sicher gut eingelebt.“

Alternativen? Von Wien bis Hamburg 

Die Risken, dass im Fall von Formschwankungen, eines Trainerwechsels oder anderen Umständen seine Entwicklung in Düsseldorf ins Stocken geraten könnte, nimmt der Seewinkler in Kauf. „Solche Dinge können überall passieren. Das Ausland ist mein Ziel, jetzt habe ich die Chance ergriffen. Zurückgehen kann ich noch immer.“

Alternativen wären für Gartner der Hamburger Traditionsklub St. Pauli gewesen, auch Rapid Wien bekundete Interesse. „Das wäre auch eine Möglichkeit gewesen.“

Einer der Vertrauten des Ex-Mattersburgers ist übrigens sein um 15 Jahre älterer (und nicht verwandter) Namensvetter, Christian Gartner (34). Der Ex-Fußballer („Jetzt gibt es endlich einen Gartner aus Illmitz, der auch kicken kann.“) betreibt eine Event/Marketingfirma, spuckt aber nicht nur offensive Töne, sondern hat auch eine klare Meinung zum Thema: „Mir liegt sehr viel am Herzen, dass er es schafft. Er hat auch das Zeug dazu, aber in dieser Liga wird er nicht viel Zeit bekommen, um sich zu beweisen.“

Schade findet der 34-Jährige, dass es mit der Wiener Austria nicht konkreter wurde. „Peter Stöger und Manfred Schmid haben sich bei mir, weil ich gute Kontakte zu den Violetten habe, mehrmals gemeldet und großes Interesse bekundet, dann ist Stöger zu Köln gewechselt. Die Austria hätte für Christians Entwicklung genau gepasst, das wäre ein Wahnsinn gewesen.“