Erstellt am 28. Mai 2016, 04:34

von Bernhard Fenz

Zwei Zehnerligen: "Die beste Variante". Jede Menge Eindrücke konnte der Stotzinger Georg Pangl zuletzt am FIFA-Kongress in Mexiko City gewinnen.

Georg Pangl mit FIFA-Präsident Gianni Infantino beim Europa League-Finale in Basel.  |  NOEN, Foto: zVg

Der Generalsekretär der europäischen Profiligen (EPFL) war Zeuge einer „tollen Eröffnungsfeier mit der ‚Bewerbung‘ Mexikos für die WM 2026“ oder traf anlässlich „50 Jahre Aztekenstadion“ alte Bekannte aus Champions-League-Zeiten wie Clarence Seedorf, Jose Mourinho, Alexis Lalas und Demetrio Albertini.

Beim Kongress an sich verfolgte der 50-Jährige unter anderem, wie FIFA-Präsident Gianni Infantino herbe Kritik und mediale Schelte einstecken musste. Ein Punkt sei laut Spiegel.de, dass der neue FIFA-Rat nun Mitglieder der Rechtsorgane ernennen und absetzen kann. Dazu zählt auch die Audit- und Compliance-Kommission, ein unabhängiges Kontroll- und Überwachungsorgan, deren Chef Domenico Scala daraufhin zurücktrat. Pangl: „Infantino betreibt hier eine Gratwanderung.“

Was die EPFL betreffe, so sei man nicht nur längst als „der integre Verband der Profiligen“ positioniert, sondern mittlerweile „in eine Richtung unterwegs, wo wir auch für kleinere Ligen Geld auftreiben und den Wert steigern können.“

"Zwei Profiligen sind einfach nötig"

Apropos kleinere Ligen: Dass aktuell in Österreichs Fußball-Bundesliga, die Mitglied der EPFL ist, an einem neuen Ligaformat gebastelt wird, sieht der Generalsekretär nüchtern. „Das ist für uns kein Thema, was die Ligen und Verbände hier tun.“

Favorisiert wird dabei bekanntlich eine Variante mit zwölf Vereinen ganz oben und darunter eine Halbprofiliga mit 16 Klubs. Die persönliche Meinung des Ex-Bundesliga-Vorstands ist nach wie vor klar: „Zwei Zehnerligen sind die beste Variante. Wenn man sich die Entwicklung im Nachwuchs ansieht, etwa mit den Akademien, dann sind einfach zwei Profiligen nötig. Wir haben in der Vergangenheit den Slogan „Heute für Morgen“ ausgegeben, mit Schirmherr Herbert Prohaska für die zweithöchste Spielklasse. Das hatte Hand und Fuß, leider wurde Prohaskas Vertrag nicht verlängert. Dieses Gesamtmodell würde nach wie vor am meisten Sinn machen.“

Trotzdem kracht(e) es bei so manchem Verein – in dieser Saison ging Austria Salzburg die Puste aus, Grödig zieht sich zurück, Austria Klagenfurt erhielt auch in zweiter Instanz keine Lizenz. Nötig sei laut Pangl ob der auftretenden Probleme, die „Rahmenbedingungen zu überdenken oder auch die Lizenzkriterien zu adaptieren. Aber die Frage, ob man 20 Profiklubs braucht, würde ich trotzdem mit ja beantworten.“