16-Jähriger bedrohte im Drogenrausch Zugpersonal

4. Vorstrafe

Unter Drogeneinfluss bespuckte ein 16-Jähriger am Bahnhof Wulkaprodersdorf einen Zugbegleiter und drohte ihm und einem Lokführer mit dem Abstechen.

Der 16-Jährige hat bereits Erfahrung mit Gerichtsprozessen.

Der 16-Jährige hat bereits Erfahrung mit Gerichtsprozessen.

© BVZ/Kirchmeir

Er wisse, teilte der 16-Jährige am 22. August 2025 den Bahnmitarbeitern mit, wo diese übernachten. Er werde sie dort abpassen und „abstechen“. „Da geht man mit einem anderen Gefühl in die Unterkunft“, sagte jener Lokführer, der dem 16-Jährigen eigentlich hatte helfen wollen.

Dieser musste sich am 22. Jänner 2026 am Eisenstädter Landesgericht vor der Jugendrichterin verantworten und wurde bereits zum vierten Mal verurteilt.

Der türkische Staatsbürger, der seit früher Kindheit in Österreich lebt, war bereits mit Delikten aufgefallen, bevor er 14 Jahre alt war. Ende November 2024 saß er mit seinem Bruder und anderen Mittätern unter anderem wegen Raubes auf der Anklagebank.

Weil er sich nach dieser Verurteilung nicht an die Auflagen hielt, läuft ein Widerrufsverfahren. Geprüft werden soll, ob der Jugendlichen den bedingt verhängten Teil der Haftstrafe im Gefängnis verbüßen muss. Wegen Drogenkonsums musste er sich bereits mehrmals in Spitalsaufenthalt begeben. Einen stationären Entzug brach er zweimal ab.

Im Juli 2025 stand der junge Mann wegen eines Diebstahls am Bezirksgericht Eisenstadt. Einen Monat später betäubte er sich mit Tabletten und stieg in Eisenstadt in einen Zug, weil er seine Mutter im Krankenhaus besuchen wollte.

In seinem verwirrten Zustand schaffte er es aber nicht, richtig umzusteigen. „Sie fuhren hin und her und waren immer im falschen Zug“, sagte die Richterin.

Ein Zugbegleiter hatte den Burschen angehalten, weil er ohne Fahrschein unterwegs war. Später traf der Zugbegleiter in Wulkaprodersdorf wieder auf den jungen Schwarzfahrer, da begann dieser am Bahnsteig zu randalieren und zu drohen.

Der 16-Jährige spuckte auf den Zugbegleiter, die Situation drohte zu eskalieren. Das beobachtete ein Lokführer von einem anderen Zug aus. „Ich bin verpflichtet, als Bahnaufsichtspersonal beruhigend einzugreifen“, erklärte der Lokführer in seiner Zeugenaussage vor Gericht.

Er holte den Burschen zu sich in den Zug und versperrte die Türe. Die Polizei war in der Zwischenzeit bereits gerufen worden. „Er hat mir fast das Abteil zerlegt und drohte, wenn ich nicht losfahre, sticht er mich ab“, so der Lokführer.

„Es tut mir leid“, sagte der junge Angeklagte. „Wäre ich nicht beeinträchtigt gewesen, hätte ich das nicht gemacht.“

Nach dem Vorfall war der 16-Jährige zu den Großeltern in die Türkei gereist, dort kam er zumindest von der Tablettensucht los. Er konsumiere aber weiterhin Cannabis, gab der Angeklagte vor Gericht zu. „Das ist für Jugendliche auch schlecht“, ermahnte ihn die Richterin und warnte vor den Folgen für geistige und körperliche Gesundheit.

Der Jugendliche wurde zum vierten Mal verurteilt und erhielt eine unbedingte Geldstrafe in der Höhe von 720 Euro. Da er kein Einkommen hat, gewährt ihm das Gericht die Möglichkeit, statt der Bezahlung der Strafe gemeinnützige Arbeiten zu verrichten. „Ich werde die Sozialstunden machen“, versprach der Angeklagte.