Der erste Platz wird jetzt entsiegelt
Klimafit
Eisenstadt macht ernst mit dem Entsiegeln: Als erster verliert der Kalvarienbergplatz sein Pflaster.
Vizebürgermeister Istvan Deli, Gemeinderätin Claudia Krojer, Gemeinderätin Andrea Dvornikovich, Bürgermeister Thomas Steiner und 2. Vizebürgermeisterin Charlotte Toth-Kanyak vor der Infotafel am Kalvarienbergplatz.
© BVZ / Kirchmeir
An Hitzetagen wie in diesem Sommer liegt die Oberflächentemperatur von gepflasterten oder asphaltierten Flächen um 20 bis 30 Grad höher als jene eines entsiegelten, begrünten Platzes. Nachts speichern versiegelte Flächen lange die Wärme, während Grünflächen rascher abkühlen.
Es macht daher Sinn, möglichst viele Flächen zu entsiegeln. In Eisenstadt wurde Ende 2025 eine Entsiegelungsoffensive beschlossen. "Wir wollen stark versiegelte Flächen entsiegeln und der Natur Boden zurückgeben", sagte Bürgermeister Thomas Steiner bei einem Lokalaugenschein am Kalvarienbergplatz in Eisenstadt.
Noch heuer soll hier mit der Entsiegelung begonnen werden, weitere Plätze, darunter der Domplatz und der Jerusalemplatz, werde folgen.
Erst 2008 war der Kalvarienbergplatz vor der Bergkirche neu gestaltet worden. Damals ließ man sich von den weiten, schmucklosen Flächen italienischer Plätze inspirieren, die nur eine Aufgabe erfüllen sollen: der darauf stehenden Kirche optimal Geltung zu verschaffen.
Ein Teil des Kalvarienbergplatzes ist bereits begrünt.
© BVZ / Kirchmeir
Heiße Sommer wie der heurige zeigen, dass Pflasterwüsten wie vor der Bergkirche zur Qual werden können. 1.700 Quadratmeter ist der Kalvarienbergplatz groß, 250 Quadratmeter wurden bereits entsiegelt und mit Bäumen und Beeten gestaltet.
Im Sommer 2027 soll der ganze Platz mehr Grün und Schatten bieten. Das Pflaster wird entfernt, stattdessen wird eine wassergebundene Decke verlegt, durch die der Regen versickern kann. Geplant sind mehr Bäume, Grünflächen und Blütenstauden und ein Wasserpiel zum Abkühlen und Verweilen.
Als Busumkehrplatz soll die Fläche nicht mehr dienen
"Der Platz soll nutzbar bleiben", sagt der Bürgermeister und meint damit, dass auch in Zukunft Veranstaltungen wie etwa Märkte am Kalvarienbergplatz möglich sein sollen. Als Umkehrplatz für Busse soll der Platz aber nicht mehr verwendet werden: Als Rangierfläche für die großen Fahrzeuge wird noch eine neue Lösung gesucht.