HTL-Schüler erfolgreich bei Astronomie-Olympiade

Bronze bei Bewerb in Vietnam

Der Mattersburger Lukas Doktor, Absolvent der HTL Eisenstadt, nahm an der Olympiade für Astronomie und Astrophysik in Hanoi teil und brachte eine Bronze-Medaille mit nach Hause.

Lukas Doktor bei der Preisverleihung in Hanoi. "Ich interessiere mich dafür, wie das Universum funktioniert", sagt er.

Lukas Doktor bei der Preisverleihung in Hanoi. "Ich interessiere mich dafür, wie das Universum funktioniert", sagt er.

© Fotosammlung IOAA Austria

Die 19. Internationale Olympiade für Astronomie und Astrophysik (IOAA) fand von 25. September bis 5. Oktober 2026 in Hanoi (Vietnam) statt. Mehr als 300 Jugendliche aus 64 Ländern nahmen daran teil, darunter auch Lukas Doktor, Schüler an der HTL Eisenstadt, und Michal Rajec, Schüler am Gymnasium Neusiedl am See.

Die Olympiade endete für Österreich sehr erfreulich: Lukas Doktor von der HTL Eisenstadt und Simon Spitaler vom Erzbischöflichen Gymnasium Hollabrunn gewannen die ersten Medaillen für Österreich in der Geschichte der IOAA.

Der Mattersburger Lukas Doktor (Mitte), Simon Spitaler aus Hollabrunn (ganz links) und Michal Rajec vom Gymnasium Neusiedl am See (2. v. r.). Moritz Eisl und Stefan Winkler machten das rot-weiß-rote Team komplett.

Der Mattersburger Lukas Doktor (Mitte), Simon Spitaler aus Hollabrunn (ganz links) und Michal Rajec vom Gymnasium Neusiedl am See (2. v. r.). Moritz Eisl und Stefan Winkler machten das rot-weiß-rote Team komplett.

© Fotosammlung IOAA Austria

Lukas Doktor wohnt in Mattersburg und maturierte heuer an der HTL Eisenstadt im Zweig Mechatronik. "Zur Zeit mache ich meinen Grundwehrdienst", erzählte er nach seiner Teilnahme an der Astronomie-Olympiade der BVZ.

Für Astronomie habe er sich immer schon interessiert. "Aber bis vor zwei Jahren beschränkte sich dies auf das Bewundern des Sternenhimmels", sagt Lukas Doktor. Fasziniert sei er davon, wie viel die Menschheit bereits allein durch Beobachten des Himmels über das Universum herausfinden konnte.

Während seiner letzten drei Schuljahre nahm Lukas Doktor an der Physikolympiade teil. Beim Vorbereitungskurs an der HTL Eisenstadt wurde er auf die "Wissenschafts-Olympiadenwelt" aufmerksam und begann, sich mit Aufgaben von früheren Astronomie-Olympiaden zu befassen.

Blick in das für die Astronomieolympiade errichtete Universitätsplanetarium.

Blick in das für die Astronomieolympiade errichtete Universitätsplanetarium.

© IOAA, A.G.

"Die eigentliche Herausforderung ist es, über eine lange Zeit hinweg am Ball zu bleiben und sich immer wieder aufs Neue motivieren und begeistern zu können", blickt Lukas Doktor auf seine Vorbereitungszeit zurück.

Er sieht sich selbst nicht als eines der weltbesten Nachwuchstalente in der Astronomie, sondern "eher als jemand, der großes Interesse daran hat, wie das Universum funktioniert", sagt er bescheiden. Nachsatz: "Familie und Freunde würden mich wahrscheinlich als jemanden bezeichnen, der sich viel zu sehr in irgendwelche Probleme hineinsteigert."

Sternwinde, Gravitationslinsen und Schwarze Löcher

Die Astronomie-Olympiade umfasste vier Einzelprüfungen und einen internationalen Teamwettbewerb. Den Auftakt bildete eine fünfstündige Theorieprüfung. Die Aufgaben reichten von der Bahn eines interstellaren Objekts über Sternwinde und Gravitationslinsen bis zur inneren Struktur Jupiters und zur Bestimmung der Masse eines supermassereichen Schwarzen Lochs.

Gefragt waren physikalisches Verständnis, mathematische Ausdauer und die Fähigkeit, vertraute Grundlagen auf ungewohnte Situationen anzuwenden.

Das Rahmenprogramm bot die Möglichkeit zum Austausch - hier etwa beim Kulturabend in Hanoi.

Das Rahmenprogramm bot die Möglichkeit zum Austausch - hier etwa beim Kulturabend in Hanoi.

© Fotosammlung IOAA 2026

Zwischen den Prüfungen wurde Hanoi zum Treffpunkt junger Menschen, die ihre Begeisterung für das Universum verbindet. "Man war Teil einer wunderbaren weltoffenen Gemeinschaft", erinnert sich Lukas Doktor. "Wir haben zusammen Spiele gespielt, Hanoi erkundet und viel geredet. Innerhalb von den zehn Tagen konnte ich eine Vielzahl neuer Freunde finden und auch alte aus anderen Bewerben wiedersehen."

Ein Jobangebot hat er trotz seines Spitzenergebnisses noch nicht erhalten. So wird Lukas Doktor voraussichtlich nach dem Grundwehrdienst mit dem Physikstudium an der TU Wien beginnen. Einen konkreten Berufswunsch hat er noch nicht.