Neuer Seelsorgeraum gegründet: Was die Zusammenlegung mit sich bringt

Oggau, St. Margarethen, Rust und Mörbisch

Die Pfarren St. Margarethen, Oggau, Rust und Mörbisch werden seit September in einem gemeinsamen Seelsorgeraum geführt. Im Gespräch mit Daniel Freismuth (BVZ) erklären der neue Pfarrleiter und die Sekretärin des neuen Seelsorgeraums, welche Veränderungen und Vorteile der Seelsorgeraum mit sich bringt.

Pfarrer Julian Heissenberg leitet seit September den Seelsorgeraum St. Margarethen, Oggau, Rust und Mörbisch. Sekretärin des Seelsorgeraums Natascha Zachs ist für die administrativen Tätigkeiten im Büro zuständig.

Pfarrer Julian Heissenberg leitet seit September den Seelsorgeraum St. Margarethen, Oggau, Rust und Mörbisch. Sekretärin des Seelsorgeraums Natascha Zachs ist für die administrativen Tätigkeiten im Büro zuständig.

© Georg Kugler

Mit den Herausforderungen des Priestermangels haben immer mehr Pfarren zu kämpfen. So auch die römisch-katholischen Pfarren St. Margarethen, Oggau, Rust und Mörbisch. Damit das kirchliche Leben in den vier Gemeinden auch in Zukunft gewährleistet werden kann, wurden die vier bisher eigenständigen Pfarren zu einem Seelsorgeraum zusammengelegt. Die Leitung hat mit 1. September Pfarrer Julian Heisssenberger übernommen. Neben Heissenberger sind auch noch Andrzej Nocón als Pfarrmoderator und Diakon Josef Prieler als seelsorglicher Mitarbeiter in den vier Pfarren tätig. Der neu gegründete Seelsorgeraum zählt rund 5000 Katholiken.

Junger Priester

Für den erst 36-jährigen gebürtigen Pfarrer aus Landsee im Mittelburgenland ist es die erste Stelle als Pfarrer. Schon im Alter von zehn Jahren war ihm klar, dass er später einmal Pfarrer werden möchte: "Das Schöne am Priestersein ist, dass man Menschen begleiten darf von Kindheit an - von der Taufe bis zum Tod", sagt Pfarrer Heissenberger. Nach seiner Matura an der BHAK in Oberpullendorf hat Julian Heissenberger an der Universität Wien Katholische Fachtheologie studiert. 2019 ist er in Eisenstadt zum Priester geweiht worden und war danach in zwei Seelsorgeräumen tätig. Seit 2026 unterrichtet er zudem als Religionslehrer an der HTL Eisenstadt und schreibt selbst an seinem Doktorat an der Uni Wien.

Ressourcen gezielt einsetzen

Ein wesentliches Ziel des Seelsorgeraums ist ein effizientes Ressourcenmanagement: Mit weniger Priestern sollen künftig mehr Aufgaben bewältigt werden – sowohl in der Seelsorge als auch auf organisatorischer Ebene. Eine besondere Herausforderung ist dabei die Koordination der Gottesdienstordnung. So wird es künftig nicht mehr in jeder Pfarre möglich sein, am Sonntag zwei heilige Messen zu feiern.

Ziel ist es, die verfügbaren personellen Ressourcen bestmöglich einzusetzen und gleichzeitig eine verlässliche seelsorgliche Versorgung in allen Pfarren sicherzustellen. Denn der Anspruch bleibt, dass auch künftig in jeder Pfarre an jedem Sonntag eine heilige Messe gefeiert werden kann.

Kinder und Familien an oberster Stelle

Ein besonders persönliches Anliegen von Pfarrer Heissenberger ist es, Kinder und Familien stärker in das kirchliche Leben einzubinden. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung war für ihn die Wiedereinführung der Kindermessen in Oggau. Unter seinem Vorgänger Pfarrer Salzl, hat es sie viele Jahre nicht gegeben. "Mich haben viele Eltern darauf angesprochen, dass sie sich wieder Kindermessen wünschen. Sie möchten gemeinsam mit ihren Kindern Gottesdienste besuchen - so, wie sie es selbst als Kinder mit ihren Eltern erlebt haben. Daher wollte ich unbedingt in Oggau wieder Kindermessen anbieten", erklärt Pfarrer Heissenberger.

St. Margarethener Kindermesse als Vorbild

Als Vorbild dienten ihm die Kindermessen in St. Margarethen: "Dort funktionieren sie seit Jahren sehr gut. Diese positiven Erfahrungen wollte ich nun auch nach Oggau bringen", so der Leiter des Seelsorgeraums. Mittlerweile finden im Zweiwochenrhythmus abweschelnd in St. Margarethen und Oggau Kindermessen statt, bei denen jeweils ein bestimmtes Thema kindgerecht vermittelt wird. Langfristig möchte Heissenberger das Angebot auch auf Rust und Mörbisch ausweiten.

Die Einführung der Kindermessen in Oggau und die bestehenden Kindermessen in St. Margarethen kommen bei den Familien sehr gut an.

Die Einführung der Kindermessen in Oggau und die bestehenden Kindermessen in St. Margarethen kommen bei den Familien sehr gut an.

© Alexandra Vago-Wind

Seelsorgeraum-Büro als Anlaufstelle für die Pfarrgemeinde

Zentrum der administrativen Tätigkeiten ist das Pfarrbüro in St. Margarethen. Dort laufen alle Fäden zusammen. Dafür zuständig ist Natascha Zachs - Sekretärin des Seelsorgeraums. Zu ihren Tätigkeiten zählen die Buchhaltung, die Matrikenführung mit der Verwaltung kirchlicher Eintragungen und Dokumente, sowie die Erstellung eines Pfarrblattes für alle vier Gemeinden.

Zusätzliche Büroarbeit

Die Zusammenlegung zu einem Seelsorgeraum führt auch zu einem erweiterten Aufgabenbereich für die Sekretärin des Seelsorgeraums. "Tätigkeiten die ich früher nur für eine Pfarre erledigt habe, gilt es nun für vier Gemeinden im Blick zu behalten, Anliegen zu bearbeiten und Informationen zusammenzuführen", erklärt Natascha Zachs. Damit alle Aufgaben terminlich immer erledigt werden können, wird eine zusätzliche Arbeitskraft im Seelsorgeram-Büro eingestellt. Neben dem Seelsorgeraum-Büro sind auch die vier Pfarrkuratorinnen und Pfarrkuratoren in den vier Gemeinden eine wichtige ehrenamtliche Stütze für die Planung und Umsetzung von Tätigkeiten innerhalb der Pfarre.

Pfarrkurator:innen mit den Bürgermeister:innen der vier Gemeinden und dem Seelsorgeraumleiter Pfarrer Julian Heissenberger

Pfarrkurator:innen mit den Bürgermeister:innen der vier Gemeinden und dem Seelsorgeraumleiter Pfarrer Julian Heissenberger

© Franz Zeitler

Kirche gemeinsam lebendig halten

Trotz struktureller Veränderungen soll die Kirche in allen vier Gemeinden lebendig bleiben und für die Menschen da sein. Der Seelsorgeraum ist daher nicht nur ein alternativlose Lösung gegen den Priestermangel. Es bietet die Chance das Pfarrleben mit neuen Impulsen in die Zukunft zu führen.