Pink Ribbon Gala: Ein Abend zwischen Hoffnung und Abschied

Pink Ribbon

Ein Abend in Rosa zwischen festlicher Eleganz, Musik und bewegenden Begegnungen: Die Pink Ribbon Gala im Schloss Esterhazy am Mittwochabend wurde zu einem besonderen Zeichen der Solidarität. Die Nachricht vom Tod von Dr. Andrea Kdolsky verlieh dem Abend eine unerwartete Schwere, persönliche Geschichten und ein ausdrucksstarker Tanz gingen unter die Haut. Zum Finale erstrahlte das Schloss in Pink, während „We Are the World“ über Eisenstadt erklang – ein eindringlicher Moment zwischen Abschied, Hoffnung und Zusammenhalt.

Pink Ribbon Gala im Schloss Esterhazy.

Pink Ribbon Gala im Schloss Esterhazy.

© Nina Mayer

Es prickelte schon von Beginn an. Im Innenhof von Schloss Esterházy wurden die Gäste mit einem Sektempfang willkommen geheißen – natürlich in Rosa. Musik lag in der Luft, Gespräche erfüllten den Hof, elegante Abendgarderobe traf auf das unverkennbare Rosa der Pink-Ribbon-Bewegung. Niemand konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, wie still dieser Abend noch werden würde.

Zur Pink Ribbon Gala im Haydnsaal hatten die Estée Lauder Companies und die Selbsthilfegruppe für Betroffene und Angehörige „Im Heute leben“, gemeinsam mit Schirmherrin und Pink Ribbon Botschafterin Agnes Ottrubay geladen. Ein Abend im Zeichen von Brustkrebsvorsorge, Früherkennung, Solidarität und Spenden. Vor allem aber ein Abend, der eines deutlich machte: Niemand sollte diesen Weg alleine gehen müssen.

„Nur gemeinsam sind wir stark“ – diese Botschaft zog sich wie ein roter, oder besser gesagt rosafarbener, Faden durch den Abend.

Pink Ribbon Galaabend im Schloss Esterhazy. Alle Mitwirkenden freuten sich über die von Herzen kommende Unterstützung.

Pink Ribbon Galaabend im Schloss Esterhazy. Alle Mitwirkenden freuten sich über die von Herzen kommende Unterstützung.

© Nina Mayer

Plötzlich war es ganz still

Dann trat Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner ans Mikrofon. Ihre Worte veränderten die Stimmung im Saal innerhalb weniger Sekunden. Sie verkündete den Tod von Dr. Andrea Kdolsky. Jener Frau, die gerade mit enormem Engagement am Aufbau von Maggie’s Centre in Oberwart, dem ersten Maggie’s Centre Österreichs, gearbeitet hatte. Ein Ort, an dem Menschen mit Krebs und ihre Angehörigen neben medizinischer Betreuung auch menschliche und seelische Unterstützung finden sollen.

Kdolsky selbst war an Krebs erkrankt und hatte sich dennoch mit voller Kraft für andere eingesetzt. Nun hatte sie ihren eigenen Kampf gegen die Krankheit verloren. Im Haydnsaal herrschte schockierende Stille. Eine Schweigeminute folgte, ein gemeinsames Innehalten für eine Frau, deren Engagement weit über diesen Abend hinauswirken wird.

Linda Zajer vom Veranstalter Estée Lauder, Schirmherrin Agnes Ottrubay und Landtagspräsidentin Astrid Eisenkopf.

Linda Zajer vom Veranstalter Estée Lauder, Schirmherrin Agnes Ottrubay und Landtagspräsidentin Astrid Eisenkopf.

© Nina Mayer

Wenn Worte persönlich werden

Auch Landtagspräsidentin Astrid Eisenkopf fand sehr persönliche Worte. Sie weiß aus dem eigenen nahen Umfeld, was es bedeutet, einen Menschen durch Krebs zu verlieren. Gerade deshalb ist es ihr ein Anliegen, sich dafür einzusetzen, dass die Menschen im Burgenland jene Unterstützung bekommen, die sie brauchen – medizinisch ebenso wie seelisch.

Denn Krebs betrifft niemals nur den Menschen, der die Diagnose erhält. Die Krankheit verändert Familien, Partnerschaften, Freundschaften. Sie zieht in den Alltag ein, bestimmt Termine, Hoffnungen und Ängste.

Wie sehr, davon erzählte an diesem Abend auch ein Betroffener. Seine Frau ist an Krebs erkrankt. Mit außergewöhnlicher Offenheit gab er Einblick in einen Alltag, über den meist geschwiegen wird: in die Sorgen, die Unsicherheit, die kleinen Momente der Hoffnung und in das Leben mit einer Krankheit, die immer auch die Menschen rund um die Betroffenen trifft. Die persönlichen Worte gingen unter die Haut.

Tanz, der Gefühle sichtbar macht

Manchmal bedarf es überhaupt keiner Worte. Die ehemalige Primaballerina der Wiener Staatsoper Rebecca Horner und Andrey Kaydanovskiy übersetzten die Dramatik des Themas in einen ausdrucksstarken Tanz. Bewegungen wurden zu Schmerz, Nähe, Hoffnung und Kampf. Ein Moment, in dem der Körper erzählte, was sich kaum in Worte fassen lässt.

Durch den Abend führte Gerhard Krammer, Rektor der Joseph Haydn Privathochschule. Studierende der Hochschule – das Fidelius Quartett – schenkten dem Publikum dazu zarte Streichklänge von Haydn und Mozart. Die Musik des Namensgebers dieses Raums schien dabei besonders innig durch den Haydnsaal zu schweben.

Zwischen den Programmpunkten wurde immer wieder daran erinnert, worum es bei Pink Ribbon im Kern geht: um Bewusstsein, um Früherkennung, um Unterstützung, vor allem aber um Solidarität.

Trixi Wagner, Anja Haider Wallner und Caroline Kolonovits.

Trixi Wagner, Anja Haider Wallner und Caroline Kolonovits.

© Nina Mayer

Ein Schloss wird zum Zeichen

Zum großen Finale wurde es draußen noch einmal still. Das Schloss Esterházy wurde in Pink getaucht. An der Fassade leuchteten die Worte: „Courage. Hope. Love.“ „Mut. Hoffnung. Liebe.“ Rechts und links davon die Pink-Ribbon-Schleifen, die weltweit zum Zeichen der Solidarität mit Menschen geworden sind, die an Brustkrebs leiden.

Während das Schloss in Rosa erstrahlte, stand TomX auf dem Balkon und spielte Saxophon. Über Eisenstadt erklang „We Are the World“. Die Musik breitete sich über den Schlosshof und die Dächer der Stadt aus, während die rosafarbene Fassade in der Dunkelheit leuchtete.

Nach einem Abend, der verbindend und gemeinschaftsstärkend war, aber auch geprägt von persönlichen Schicksalen, Verlust und der Endlichkeit des Lebens, trug dieses Lied plötzlich eine ganz besondere Botschaft. Eine Botschaft von Zusammenhalt und Hoffnung. Courage. Hope. Love. - Mut. Hoffnung. Liebe.

Drei Worte an einer Schlossfassade, aber an diesem Abend mehr als nur ein Motto. Nämlich ein Versprechen, dass hinter einer Diagnose Menschen stehen. Familien, Freunde, Ärztinnen und Ärzte, Helfer, Spender und eine Gemeinschaft, die sagt: Du bist nicht allein.

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