Verwüstetes Haus: Ex-Mieter verurteilt

Hohe Kosten für Besitzer

Mutwillig soll ein Mieter in einem Haus im Bezirk Eisenstadt Verwüstungen verursacht haben. Jetzt wurde er verurteilt.

Der Angeklagte gab zumindest zu, Smileys "aus Frust" auf die Wände gemalt zu haben.

Der Angeklagte gab zumindest zu, Smileys "aus Frust" auf die Wände gemalt zu haben.

© Kirchmeir

Der Prozess gegen den 62-jährigen Ex-Mieter, einen Frühpensionisten, hatte am 7. Oktober begonnen. Damals hatte der Angeklagte behauptet, er habe die Räumlichkeiten in dem von ihm gemieteten Haus nur "rückbauen" wollen.

Dem widersprechen Bilder, die die Räume in einem Zustand erheblicher Verwüstung zeigen. Der Besitzer machte einen Schaden von 65.000 Euro geltend. Er stellte nach dem Prozess der BVZ Bilder von seinem Haus zur Verfügung, die den Zustand zu Beginn der Vermietung und im August 2026 zeigen.

So sah die Küche aus, bevor das Haus vermietet wurde.

So sah die Küche aus, bevor das Haus vermietet wurde.

© zVg

Diesen Zustand dokumentierte der Besitzer im August 2026.

Diesen Zustand dokumentierte der Besitzer im August 2026.

© zVg

Am Mittwoch, 28. Oktober 2026, wurde der Prozess fortgesetzt. Eine Nachbarin wurde als Zeugin befragt. Sie gab an, im August dieses Jahres gehört zu haben, wie der Mieter Glas zerschlug. "Er machte Fenster kaputt", sagte die Nachbarin.

"Ich war damit beschäftigt, die Rigipswände zu entfernen", sagte der Angeklagte. "Ich musste das Fenster aushängen. Es kippte und rutschte mir aus der Hand." Mutwillig habe er das Fenster nicht zerstört.

Die Richterin konfrontierte ihn mit Foto, die mit schwarzer Farbe an die Wände gemalte Smileys und andere Schmierereien zeigen. "Ich musste im Jänner oder Februar einige Tage ohne Strom und Heizung im Haus verbringen", sagte dazu der Angeklagte. "Ich schlief mit Daunenjacke im Schlafsack. Es war bitter kalt und ich war frustriert."

Deshalb habe er die Smileys an die Wände gemalt. "Dachten Sie nicht, dass es eine Verunstaltung sein könnte?", fragte die Richterin. "In dem Moment dachte ich an gar nichts", sagte der Angeklagte. "Ich war in einer depressiven Phase."

Wände wurden mit Smileys und anderen Zeichen beschmiert.

Wände wurden mit Smileys und anderen Zeichen beschmiert.

© zVg

Der Mieter habe die Stromrechnung nicht bezahlt, deshalb habe er den Strom abgemeldet gehabt, gab der Hausbesitzer an.

"Frau Rat, Frau Staatsanwältin, ich habe dort mit Absicht nichts kaputt gemacht", sagte der Angeklagte zu Prozessende. "Ich wusste, ich muss alles zurückbauen, sonst hören die Probleme nie auf."

Der einschlägig vorbestrafte Frühpensionist wurde der Sachbeschädigung schuldig gesprochen und zu 360 Euro Geldstrafe verurteilt. Außerdem muss er 150 Euro Prozesskosten bezahlen und an den Hausbesitzer 2.500 Euro überweisen. Dieser wurde mit seinen weiteren Ansprüchen auf den Zivilrechtsweg verwiesen.

Juristisch problematisch war, dass der Angeklagte Möbel des Hausbesitzers entfernt und durch eigene ersetzt hatte. Deren Zerstörung konnte ihm nicht als Beschädigung "einer fremden Sache" vorgeworfen werden.

"Wenn man sich die Fotos anschaut, ist es unfassbar", sagte die Richterin am Schluss. "Es ist eine unglaubliche Zerstörung, die da stattfand."

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

"Allein die Räumung kostet 3.000 Euro", sagte der Hausbesitzer nach dem Prozess zur BVZ-Reporterin. Die Wiederherstellung seines Hauses werde ein Vielfaches kosten.