Welterbestätte: Wie viel Veränderung ist möglich?
Konferenz in Rust
Wie lässt sich die Kulturlandschaft rund um den Neusiedler See schützen und zugleich weiterentwickeln? Diese Frage stand im Zentrum der 21. Österreichischen Welterbestätten-Konferenz, die heuer in der Welterbestätte Fertõ-Neusiedler See stattfand.
Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner (3.v.l.) vor Beginn der Konferenz, im Bild mit Florian Meixner, BA, MA (Leitung Fachbereich Welterbe und Kulturgüterschutz, Österreichische UNESCO-Kommission), Geschäftsführerin Lina Jires-Karner (Verein Welterbe Neusiedler See), Weltkulturerbe-Koordinatorin Mag.a Ruth Veronika-Pröckl (Leiterin Nationale Koordination für UNESO-Welterbe / Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport), Obmann-Stellvertreter Rudolf Strommer und Obmann Erwin Preiner (v.l.).
© LMS/Daniel Fenz
Unter dem Leitthema „Baukultur und Kulturlandschaft gestalten“ kamen Vertreterinnen und Vertreter der zwölf österreichischen Welterbestätten mit Fachleuten sowie Verantwortlichen aus Bund, Ländern und Gemeinden zusammen. Die Österreichische UNESCO-Kommission organisiert die Konferenz seit mehr als 20 Jahren gemeinsam mit der jeweiligen Welterbestätte.
„Gerade hier am Neusiedler See zeigt sich, was Welterbe wirklich bedeutet. Wir wollen bewahren, was diese Region einzigartig macht – aber wir wollen sie nicht einfrieren. Die Menschen, die hier leben, arbeiten und wirtschaften, gehören zu dieser Kulturlandschaft genauso dazu wie Natur und Geschichte“, sagte Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner (Grüne).
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25 Jahre Welterbe im Blick
Der erste Konferenztag im Seehof in Rust begann mit einem Rückblick auf 25 Jahre Welterbe Fertõ-Neusiedler See. Landeshauptmann außer Dienst Hans Niessl, Obmann und Bürgermeister Erwin Preiner sowie die ehemaligen Welterbe-Manager Richard Giefing und Hannes Klein diskutierten über die Entwicklung von den Anfängen bis zur Gegenwart. Einblicke in das ungarische Management und internationale Entwicklungen ergänzten das Programm.
Danach rückte die Baukultur in den Mittelpunkt. Behandelt wurden Planungs- und Gestaltungsprozesse, Beispiele aus der Praxis sowie die Rolle des Handwerks bei deren Umsetzung.
Zwischen Schutz und Gestaltung
Am zweiten Tag wurde die Konferenz auf dem Bio-Landgut Esterhazy in Donnerskirchen fortgesetzt. Dort ging es um Aufgaben, Herausforderungen und Grenzen des Gestaltungsbeirats. Vertreter des Nationalparks und von Burgenland Tourismus beschäftigten sich anschließend mit der Erhaltung und Gestaltung der Kulturlandschaft.
Wie solche Überlegungen vor Ort umgesetzt werden können, zeigte eine Exkursion nach Breitenbrunn. Dort besichtigten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein bereits abgeschlossenes Gestaltungsprojekt im Welterbegebiet.
Austausch über die Region hinaus
Neben den Fachvorträgen diente die zweitägige Konferenz vor allem dem Austausch zwischen den österreichischen Welterbestätten und den beteiligten Verwaltungsebenen.