Wer bleibt, wer geht, wer zögert?
Bürgermeister-Wahl 2027
Der Countdown läuft: Im Herbst 2027 werden die Bürgermeister-Sessel neu besetzt. Viele Ortschefs planen eine neuerliche Kandidatur.
Der Wahltermin für die nächsten Gemeinderatswahlen im Burgenland steht noch nicht fest, voraussichtlich wird der Urnengang Ende September, Anfang Oktober 2027 stattfinden. Amtsmüde sind im Bezirk Eisenstadt nur wenige amtierende Ortschefs - die meisten wollen sich der Wiederwahl stellen.
So auch Thomas Steiner, seit Ende November 2011 Bürgermeister der Landeshauptstadt Eisenstadt: "Bürgermeister zu sein, ist für mich der schönste Beruf, den ich mir vorstellen kann", sagt er. "Zu sehen, was wir in den vergangenen Jahren gemeinsam erreicht haben, ist mein größter Antrieb. Wir haben noch viel vor, um die hohe Lebensqualität unserer Stadt weiter auszubauen."
Jetzt wird gewechselt
Am 5. September 2026 begann eine zwölfmonatige Frist, während der Bürgermeisterwechsel ohne Neuwahlen möglich sind. In Wulkaprodersdorf hat so ein Bürgermeisterwechsel mit 1. Oktober stattgefunden: Statt Fritz Zarits (ÖVP) führt jetzt Andreas Handl (ÖVP) die Bürgermeisteragenden, er wird auch 2027 zur Wahl antreten.
In Müllendorf findet die Rochade diese Woche statt: Rosemarie Harter (SPÖ) übernimmt mit 15. Oktober die Bürgermeisteraufgaben von Werner Huf (SPÖ) und möchte dann auch als Bürgermeisterin kandidieren. Erstmals ist jetzt in Müllendorf eine Frau im Bürgermeisteramt.
In St. Margarethen folgt Christian Schriefl (ÖVP) mit 6. November dem amtierenden Bürgermeister Eduard Scheuhammer (ÖVP) nach. Schriefl will sich 2027 der Bürgermeisterwahl stellen.
Neuer Kandidat für Leithaprodersdorf
Nicht mehr zur Bürgermeister-Wahl antreten möchte Martin Radatz (ÖVP) in Leithaprodersdorf. Der Pädagoge übernahm im Vorjahr die Leitung einer Schule, das sei zeitintensiv. Er wird am 30. November den derzeitigen Vizebürgermeister Horst Blümel dem Gemeinderat als Bürgermeisterkandidat vorschlagen.
Wegen der schlechten Stimmung im Gemeinderat überlegt Maria Zoffmann (ÖVP), in Großhöflein nicht mehr für das Amt der Bürgermeisterin zu kandidieren: "In den Gemeinderatssitzungen geht es sehr respektlos zu und die Beleidigungen von einem bestimmten Gemeinderat sind unter der Gürtellinie. Dieser Gemeinderat ist sehr lästig und macht einem das Leben schwer", beklagt sie sich. Sie sei, so Maria Zoffmann, schon seit über 25 Jahren in der Kommunalpolitik und immer sei es in den Gemeinderatssitzungen "respektvoll zugegangen": "Es wurde zwar diskutiert aber niemand wurde beleidigt. Das gibt es heute leider nicht mehr", bedauert die Großhöfleiner Ortschefin.
Unentschlossen hinsichtlich seiner Kandidatur ist auch Helmut Hareter (SPÖ), seit 2017 Bürgermeister in Breitenbrunn. Er will zu Jahresende eine Entscheidung treffen. Gerald Stagl (SPÖ), seit 2012 Bürgermeister in der Freistadt Rust, überlegt ebenfalls noch, ob er eine weitere Periode anhängen möchte.
16 wollen wieder antreten
Für 16 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Bezirk Eisenstadt Umgebung steht bereits fest, dass sie wieder für ihre Partei ins Rennen um das höchste Amt im Ort gehen werden. Nicht immer ist die Ausgangslage optimal, beispielsweise in Purbach, wo Harald Neumayer (SPÖ) wieder "hundertprozentig dabei ist", aber sagt: "Ich wurde 2022 gewählt, davor gab es in Purbach fast ausschließlich ÖVP-Bürgermeister. Ich musste in den letzten Jahren viele Sparmaßnahmen umsetzen, die von der Bevölkerung nicht immer gut aufgenommen wurden."
Als "Berufung" sieht der Donnerskirchner Bürgermeister Johannes Mezgolits (ÖVP) seine Funktion. Eine vierte Amtsperiode kann er sich gut vorstellen.
Auch in Oslip ist die finanzielle Situation nicht einfach, Margit Wennesz-Ehrlich (ÖVP) will trotzdem wieder antreten: "Ich trage die Verantwortung", sagt sie.
"Mit großer Freude" tritt der Wimpassinger Bürgermeister Ernst Edelmann (SPÖ) wieder zur Wahl an. 2017 hatte er in der Gemeindeführung einen Farbenwechsel herbeigeführt, zuvor hatten 31 Jahre lang ÖVP-Bürgermeister regiert.
"Es gibt noch einiges zu tun", sagt Isabella Radatz-Grauszer (SPÖ), Bürgermeisterin in Steinbrunn. Sie will wieder zur Wahl antreten.
Auch Christoph Wolf (ÖVP), Ortschef in Hornstein, ist voller Tatendrang: Der Ausbau der Kinderkrippe oder das Projekt "barrierefreies Rathaus" stehen auf seiner Agenda für die nächste Amtsperiode.
Bürgermeister Andreas Rotpuller (SPÖ) will in Trausdorf wieder zur Wahl antreten, die notwendigen Beschlüsse in der Ortspartei sind noch ausständig.
Sein Amtskollege Ivan Grujic (SPÖ) tritt in Zagersdorf wieder an, "weil mein Team und ich auch in schwierigen und herausfordernden Zeiten Verantwortung übernehmen wollen".
"Wichtig ist mir, die Gemeinde weiterzuentwickeln und die Vereine zu unterstützen, die das Herz der Gemeinde sind", sagt der Klingenbacher Bürgermeister Richard Frank (SPÖ). Wenn die Parteigremien zustimmen, tritt er wieder zur Wahl an.
Rita Stenger (SPÖ), seit 2021 Bürgermeisterin in Siegendorf, hat die Infrastruktur auf den neuesten Stand gebracht. "Jetzt liegt der Fokus auf Projekten im Bereich Kanal und Straßenbau", sagt sie und plant, bei der Wahl 2027 wieder anzutreten.
Neuerlich kandidieren wollen auch Thomas Schmid (SPÖ) in Oggau, Roman Zehetbauer (ÖVP) in Schützen, Bettina Zentgraf (SPÖ) in Mörbisch, Thomas Tiwald (ÖVP) in Stotzing und Eva Karacson (SPÖ) in Zillingtal. Auch Michael Lampel (SPÖ) in Neufeld plant für eine weitere Amtsperiode. Keine Auskunft bezüglich seiner Kandidaturpläne wollte Markus Nitzky (ÖVP), Bürgermeister in Loretto, geben.