Georgi-Kirtag: Eine Forchtensteiner Familie bringt Kirtagsflair

Autodrom, Zelt & Co.

In St. Georgen findet am Wochenende wieder der traditionelle Georgi-Kirtag statt. Für die Fahrgeschäfte ist seit Jahrzehnten zum Großteil der Forchtensteiner Schaustellerbetrieb Gruber zuständig. Daniel Freismuth vom BVZ-Team traf den Junior- und Seniorchef der Familie Gruber vorab des Kirtagswochenendes zum Gespräch.

Seniorchef Heinz Gruber und Juniorchef Mario Gruber sind seit vielen Jahren mit ihren Fahrgeschäften am Georgi-Kirtag vertreten.

Seniorchef Heinz Gruber und Juniorchef Mario Gruber sind seit vielen Jahren mit ihren Fahrgeschäften am Georgi-Kirtag vertreten.

© Foto: BVZ/Daniel Freismuth, Daniel Freismuth

Dienstag Vormittag - Sportplatz UFC St. Georgen: Ein langer LKW-Konvoi der Vergnügungsbetriebe Coool Gruber erreicht das Kirtagsgelände. Für Seniorchef Heinz Gruber aus Forchtenstein, ist es kein unbekannter Arbeitsplatz. Seit mittlerweile mehr als 50 Jahren - mit Ausnahme einer kurzen Unterbrechung - stellen er und seine Vorfahren die Fahrgeschäfte am traditionellen Georgi-Kirtag in St. Georgen auf. „Dieser Kirtag zählt zu den wichtigsten Terminen im Jahr“, sagt Gruber. „Es ist das erste große Zeltfest in der Region - da kommen die Leute von überall“.

Seit den 70ern dabei

Schon in den frühen 70er-Jahren war die Großmutter von Heinz Gruber mit einer Schießbude am Kirtag in St. Georgen vertreten. Damals fand er noch im Dorf statt. Anstelle eines großen Festzelts fungierte das örtliche Gasthaus Hahnenkamp – vielen unter dem Namen „Gampl“ bekannt – als zentraler Treffpunkt für das gesellige Beisammensein. Auch das Fahrgeschäft des Onkels von Heinz Gruber, ein Flieger-Karussell, gehörte über viele Jahre hinweg zum festen Bestandteil des Kirtags in St. Georgen.

Ursprünge in Deutschkreutz

So wie die Grubers haben auch zwei weitere burgenländische Schaustellerfamilien ihren Ursprung in der traditionsreichen Schaustellerhochburg Deutschkreutz. Ihre familiären Verbindungen reichen bis zur Familie Hirsch zurück, aus deren Umfeld sich im Laufe der Zeit verschiedene eigenständige Schaustellerfamilien entwickelt haben.

2009 neu durchgestartet

Nach dem Tod des Vaters von Heinz Gruber im Jahr 2008, wollte er sich ursprünglich vollständig auf den Zeltverleih konzentrieren. Sein Sohn Mario und seine Frau Astrid überzeugten ihn jedoch, den Vergnügungsbetrieb weiterzuführen. 2009 wurde daher ein neues Autodrom um 350.000 Euro angeschafft – damals das modernste in ganz Österreich. Die Jahre darauf wurde auch ein neues Tagada um rund eine Millionen und ein Scheibenwischer gekauft.

2012 kehrten sie mit modernen Fahrgeschäften auf den Georgi Kirtag zurück und sind seither wieder durchgehend dort vertreten. Neben dem Saisonstart in St. Georgen machen die Vergnügungsbetriebe Gruber mit ihren Fahrgeschäften auch in Bad Sauerbrunn, Trausdorf, Loretto, Purbach, Leithaprodersdorf und Oggau Halt.

Zeltverleih als wirtschaftliches Standbein

So eindrucksvoll das Kirtagsleben auch wirkt, das eigentliche Standbein der Familie Gruber liegt woanders. „Unser Hauptgeschäft ist der Zeltverleih - damit verdienen wir das ganze Jahr über“, erklärt Heinz Gruber „der Vergnügungspark gehört dazu, aber wirtschaftlich sind die Zelte unser wichtigster Bereich“. Ein Detail das viele Kirtagsgäste nicht wissen: Hinter dem Gesamtauftritt stehen zwei getrennte Firmennamen. Die Fahrgeschäfte werden unter dem Namen „Coool Vergnügungsbetriebe Gruber“, der Zeltverleih unter dem Namen „Rent a Tent“ geführt. Insgesamt bietet Heinz Gruber rund 200 Zelte in den unterschiedlichsten Größen an.

Vom Donauinselfest über das See Opening bis zum Song Contest

Mit dem Zeltverleih hat sich Heinz Gruber einen Namen gemacht und ist bei zahlreichen Großveranstaltungen im Einsatz. So stellt er unter anderem seine Zelte für den Tag des Sports in Wien, beim See Opening am Neusiedler See oder die Leistungsschau des Bundesheers am Wiener Heldenplatz auf. Besonders stolz ist er darauf, beim Donauinselfest seit Beginn an mit seinen Zelten dabei zu sein. Heuer kommt zudem ein besonderer Auftrag dazu: „Wir dürfen das Song Contest-Public Viewing am Wiener Rathausplatz mit unseren Zelten ausstatten“, sagt Heinz Gruber. Die Kirtagstätigkeiten sind eher eine Ergänzung zum täglichen Geschäft mit dem Zeltverleih. So wird das Autodrom etwa nur rund sechs Mal im Jahr aufgebaut.

Selbstdesignte Kulissen

Zurück nach St. Georgen - wo die letzten Handgriffe vor dem Kirtagswochenende getätigt werden. Rund 5 Stunden hat das Schausteller-Team für den Aufbau des Autodroms benötigt. Der Scheibenwischer ist hingegen in nur 90 Minuten aufgebaut und betriebsbereit. Ganz neu im Fuhrpark der Vergnügungsbetriebe Gruber ist das Kinderkarussell, es wurde mit dem alten ausgetauscht.

Besonders stolz ist der Seniorchef auf die farbintensiven Kulissen seiner Fahrgeschäfte. Heinz Gruber hat sie nämlich alle selbst entworfen: „Ich wollte etwas, das auffällt“, sagt er und zeigt auf die Hintergrundwand vom Tagada. Leuchtende, grelle Farben dominieren die Szenen, dazu moderne Figuren und Symbole, die junge Partyleute darstellen sollen – tanzend, lachend, in Bewegung.

Georgi-Kirtag: Eine Forchtensteiner Familie bringt Kirtagsflair

© Foto: zVg. Heinz Gruber

Musik auf Fahrgeschäfte abgestimmt

Neben einem guten Design ist auch die passende Musik sehr wichtig: „Überall die gleiche Musik spielen - das funktioniert nicht. Wir unterscheiden bewusst zwischen den einzelnen Fahrgeschäften“, erklärt Juniorchef Mario Gruber. Im Autodrom sorgen vor allem Partyschlager und aktuelle Charts für gute Stimmung. Beim Tagada hingegen setzen die Betreiber auf DJ-Mixes sowie Pop-Musik und Rap. So erhält jede Attraktion ihren eigenen Klang – abgestimmt auf das jeweilige Fahrerlebnis und das Publikum.

Georgi-Kirtag: Eine Forchtensteiner Familie bringt Kirtagsflair

© Foto: zVg. Heinz Gruber

Für den Seniorchef zählen vor allem die Fahrgäste - überwiegend Jugendliche - zu den wichtigsten Gründen, was ihm am Schausteller sein am meisten gefällt: „Es hält jung“, sagt Heinz Gruber und lacht. Durch den Kontakt mit jungen Menschen bleibe man immer am Puls der Zeit. Daher spricht vieles dafür, dass Mario und Heinz Gruber auch in den kommenden Jahren ihre Fahrgeschäfte am Georgi-Kirtag aufstellen - schließlich sind sie dort seit vielen Jahren nicht mehr wegzudenken.

Über das Fest

Beim dreitägigen Volksfest in St. Georgen treffen sich von 24. bis 26. April Jung und Alt um bei Live-Musik, Essen und Trinken und Verkaufsstandeln das Leben zu genießen. Der UFC St. Georgen/Eisenstadt freut sich auf zahlreichen Besuch.

Programm am Samstag, 25. April:
15:00 Uhr - Aufstellen des Kirtagsbaumes (Umzug ab Kreisverkehr)
ab 21:00 Uhr - unterhalten Sie Steiraseitn

Programm am Sonntag, 26. April:
11:00 Uhr - Zelt geöffnet (Mittagessen)
13:00 Uhr - Bauernkapelle St. Georgen