Vielfalt und individuelle Therapie: Logopädie im Eisenstädter Spital
Barmherzige Brüder
Die acht Logopädinnen sind, nach ärztlicher Zuweisung, auf allen Stationen im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Eisenstadt im Einsatz.
So sieht ein endoskopischer Schluckversuch aus.
© zVg KHBB
Schwerpunkte der logopädischen Arbeit liegen insbesondere in der Diagnostik und Therapie verschiedener Krankheitsbilder wie Dysphagie (Schluckstörung), Aphasie (Sprachstörung), Dysarthrie (Beeinträchtigung der Sprechmotorik, Sprechapraxie (Störung des Sprechverhaltens) sowie Fazialisparesen (Gesichtslähmung). Zusätzlich finden Aufklärung und Therapien bei Stimmpatienten statt. Ein wichtiger Aspekt ist die Beratung von Angehörigen, um sie auf den täglichen Umgang mit Betroffenen vorzubereiten.
Auch tracheotomierte Patienten mit einer künstlichen Öffnung der Luftröhre werden auf der Intensivstation, Station für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten oder der Neurologie betreut.
„Durch laufende Weiterbildungen halten wir uns am neusten Stand der Forschung und passen unsere Therapien auf neue Entwicklungen an,“ betont die Bereichsleiterin der Logopädie im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Eisenstadt, Veronika Kaiser-Eisner den hohen qualitativen Anspruch ihres Teams. „Ein Beispiel ist die elektropharyngale Stimulation (Phagenesis) bei Dysphagiepatienten,“ gibt Kaiser-Eisner Einblick in die Praxis.
Auf der HNO-Ambulanz führt das Logopädinnen Team die audiometrischen Untersuchungen durch, wie Ton- und Sprachaudiometrien, Tympanometrie (Trommelfellmessungen) und Stapediusreflexmessungen (Messung der Mittelohrfunktion). Bei Hörstörungen bei Kindern (Pädaudiometrie) stehen zusätzliche Untersuchungsmöglichkeiten wie Hirnstammaudiometrie sowie Neugeborenenhörscreenings zur Verfügung.
Praktikumsbetreuung - Ein großes Anliegen
Information und Weiterbildung für künftige KollegInnen kommt nicht zu kurz: „Jedes Jahr kommen zahlreiche PraktikantInnen zu uns, für die wir uns gerne Zeit nehmen, um unser Wissen zu vermitteln und ihnen Tipps für den weiteren Berufsweg zu geben,“ berichtet die Bereichsleiterin. Im Herbst 2024 startet an der FH Burgenland erstmals ein Bachelorstudiengang für Logopädie.
„Das schönste an unserem Beruf ist der Facettenreichtum. Die vielseitigen Aufgabenbereiche ermöglichen es uns, jeden Tag aufs Neue individuelle Therapien anzubieten und die Patienten ganzheitlich zu betrachten,“ bestätigt das Team der Logopädinnen im Eisenstädter Brüderkrankenhaus unisono.

© zVg KHBB/Mang, Mang Stefan
Logopädie - ein Beruf mit vielen Facetten
Bereits zum 20. Mal findet am 06. März der Europäische Tag der Logopädie statt. Dieser Aktionstag wurde von Logopäden eingeführt, um Bewusstsein für die Bedeutung der Sprache und des Sprechens zu schaffen.
Die Logopädie ist eine medizinisch-therapeutische Fachdisziplin, die sich mit verbalen und nonverbalen Kommunikationsstörungen sowie den Störungen der oralen Funktionen und/oder der Nahrungsaufnahme beschäftigt.
Logopäden behandeln Menschen aller Altersgruppen mit angeborenen oder erworbenen Beeinträchtigungen im Bereich der Sprache, des Sprechens, der Atmung, der Stimme sowie dem Schlucken oder der Mundfunktion. Auch bei Störungen des Schluckaktes, des Hörvermögens und der auditiven Wahrnehmung kommen logopädische Behandlungen zur Anwendung.
Einsatzgebiet von logopädischem Fachpersonal: In Krankenhäusern, Ambulatorien, Pflegeeinrichtungen, Kindergärten oder in der freien Praxis.
Wie komme ich zu einer logopädischen Therapie?
Durch eine fachärztliche Verordnung mit Diagnose. Bei LogopädInnen mit Kassenverträgen erfolgt die vollständige Übernahme der Kosten durch die zuständige Gesundheitskasse. Bei WahllogopädInnen werden Teile der Kosten refundiert.