Feuerwehr-WM: Zwischen Freude und Wermutstropfen beim „Heimspiel“
Burgenländische Vertreter
Die burgenländischen Vertreter bei der Feuerwehr-WM, Sankt Martin an der Raab-Berg und Zillingtal, ziehen trotz verpassten Chancen eine positive Bilanz.
Sankt Martin an der Raab-Berg holte in der ersten Disziplin die beste Zeit, schlussendlich wurde man Fünfter.
© LFV Burgenland
Die Bewerbsgruppe der Feuerwehr St. Martin an der Raab-Berg hatte sich bereits vergangenen Herbst für die Feuerwehr-Weltmeisterschaft in Eisenstadt qualifiziert. „Im September haben wir erfahren, dass wir dabei sind. Ab Jänner haben wir begonnen, einmal in der Woche zu trainieren, ab März dann zweimal in der Woche“, berichtet Kommandant Harald Lenauer.
Für die Südburgenländer war es bereits die vierte Teilnahme an einer Weltmeisterschaft. 2001 zum Beispiel in Finnland – damals noch in der Kategorie A, also in jener Klasse, bei der die Alterspunkte nicht dazugerechnet werden – holte man den dritten Platz.
Entsprechend routiniert, aber keineswegs ohne Nervosität, ging die Gruppe in den Bewerb. „Bei jeder Weltmeisterschaft ist immer ein bisschen ein angespanntes Gefühl dabei“, sagt Lenauer. Die Mannschaft reiste bereits am Mittwoch nach Eisenstadt an und absolvierte dort die vorgeschriebenen Trainings- und Akkreditierungstermine. „Die Organisation war top. Es ist alles wirklich punktgenau geplant worden.“
Mit Rang fünf in der Klasse B (mit Alterspunkten) zeigte sich die Feuerwehr letztlich zufrieden, auch wenn die Erwartungen etwas höher waren. „Prinzipiell ist es super gelaufen, aber wir haben uns ein bisschen mehr erhofft“, erklärt der Kommandant. Vor allem, weil die St. Martiner im Löschangriff – der ersten von zwei Disziplinen - die schnellste Zeit ihrer Klasse auf den Bewerbsplatz brachten. Ausschlaggebend für das Endergebnis waren ein „kleiner Schnitzer“ wie auch die Alterspunkte, die dazugerechnet werden. Eine kurzfristige personelle Umstellung aufgrund einer Verletzung kurz vor dem Start war ebenso nicht förderlich“, so Lenauer.
Lob findet der Kommandant für den Ablauf der Heim-WM. „Super Organisation, perfekt organisiert alles“, zieht Lenauer eine positive Bilanz. Auch die Atmosphäre habe beeindruckt: „Bei einer Weltmeisterschaft ist es halt immer Wahnsinn.“ Starker Zusammenhalt der Truppe
Dass die vergleichsweise kleine Feuerwehr mit lediglich 32 Mitgliedern seit Jahrzehnten auf derart hohem Niveau mitmischt, führt Lenauer vor allem auf den starken Zusammenhalt zurück.
Schon vor mehr als 30 Jahren habe die Gruppe eine Grundsatzentscheidung getroffen. „Wir sind zusammengekommen und haben gesagt: Entweder wir ziehen alle an einem Strang und wollen gewinnen oder wir hören mit dem Ganzen auf.“ Diesen Teamgeist habe sich die Bewerbsgruppe bis heute bewahrt.
Die Bewerbsgruppe der FF Zillingtal erreichte in der Kategorie A den 21. Platz unter 56 teilnehmenden Gruppen. Für die Zillingtaler war es bereits die vierte Teilnahme an einer Feuerwehr-WM nach den Bewerben 1985 in Vöcklabruck, 2017 in Villach und 2022 in Slowenien, wobei man stets vordere Plätze holte: Rang drei, Rang sieben und Rang sechs.
Die Vorbereitung auf die Heim-WM begann bereits im Oktober des Vorjahres. Neben den technischen Trainingseinheiten setzte die Gruppe auch auf professionelle Unterstützung. „Wir haben schon im Oktober begonnen und hatten einen eigenen Athletiktrainer. In der Bewerbswoche dann noch zusätzlich einen Mentaltrainer“, berichtet Bewerbsgruppenmitglied Manuel Hartner. Trainiert wurde regelmäßig zweimal pro Woche, wobei die Technik auch die körperliche Fitness im Mittelpunkt stand.
Die Vorbereitungszeit verlief allerdings nicht ohne Rückschläge. „Bereits beim Landesbewerb hat sich bei uns einer verletzt und eine Woche vor der WM hatten wir weitere zwei Ausfälle“, erzählt Hartner.
Die besondere Atmosphäre einer Weltmeisterschaft habe die Mannschaft genießen können. „Die Stimmung war schon außergewöhnlich. Viele Zillingtaler und auch Menschen aus dem Bezirk, die uns angefeuert haben, waren vort Ort.“
Mit dem 21. Rang zeigte sich die Gruppe zufrieden, auch wenn aufgrund einer Zehn-Sekunden-Strafe ein noch besseres Ergebnis außer Reichweite blieb. „Auf so einem hohen Niveau wird jeder Fehler bestraft. Man hätte sich vielleicht ein bisschen mehr erwartet, aber unter dem Strich war es ein schönes Erlebnis, wir haben es genießen können“, bilanziert Hartner.
Besonders angetan zeigte sich Hartner von der Organisation der Veranstaltung. „Ganz ehrlich, ich bin positiv überrascht. Das war vom Anfang bis zum Ende eine gelungene Veranstaltung.“
Das Erfolgsgeheimnis der Zillingtaler sieht Hartner vor allem in der Kontinuität. „Den Grundstein hat jene Mannschaft, die bereits 1985 bei der WM dabei war, gelegt. Damals waren viele Väter von Mitgliedern der aktuellen Truppe, sie haben die Leidenschaft für die Feuerwehr wie auch den Wettbewerb weitergegegen. Der Stamm von unserer Gruppe seit 15 Jahren der gleichel. Wir sind zwar nicht mehr die Jüngsten, aber die Erfahrung macht mittlerweile schon viel aus.“