„Silverback“: 353 Jahre on Stage

BVZ-Künstlerportrait

Christian Supola, Willy Schilcher, Jonny Weidinger, Jim Tieß, Chris M. Pogats und Norbert Grabler heißen die sechs Rockmusiker, die seit Jahrzehnten bei diversen Bands spielten und es jetzt noch einmal gemeinsam so richtig krachen lassen wollen. Kurzerhand gründeten sie die neue Band „Silverback“.

Jonny Weidinger, Christian Supola und Willy Schilcher - die Burgenländer der Band "Silverback"

Jonny Weidinger, Christian Supola und Willy Schilcher - die Burgenländer der Band "Silverback"

© Nina Mayer

Der Eisenstädter Christian Supola sang vor einigen Wochen noch bei einer anderen Band. Auf der Suche nach einem neuen Drummer kam ihm Jonny Weidinger in den Sinn. Eine What's App-Nachricht folgte: „Wir kennen uns vom Harley Treffen. Willst du bei uns die Drums bedienen?“ Jonny stutzte zwar kurz, aber seine Antwort war der eines Rockers würdig: „Weiß zwar nicht worum es geht, aber ich bin sicher der Richtige!“ Eine Einstellung, mit der sich etwas auf die Beine stellen lässt.

Christian stieg bei seiner Band aus und spielte bereits ein paar Tage später als „Christian & Jonny unplugged“ im Roadhouse eines befreundeten Motorradclubs, wo sie den Bassisten Jim Tieß hinzugewannen. Dem Eisenstädter Wirtschaftskammerball war es zu verdanken, dass man mit Willy Schilcher einen Keyboarder ergatterte, der wiederum die niederösterreichischen Gitarristen Chris M. Pogats und Norbert Gabler rekrutierte, welche die Band komplettierten.

Die Mischung macht's aus

Da abgesehen vom Eisenstädter Frontman und Leadsänger Christian Supola auch Willy Schilcher aus Großhöflein und Jonny Weidinger aus Eisenstadt gesangsmäßig affin sind, war für die drei Musiker klar, dass es in den Liedern neben bester Instrumentalperformance auch stimmlichen Zwei- und Dreiklang geben muss. Harte Rhythmen geben sie vor, trotzdem melodiös, Power Riffs durch guten Gesang aufgeputzt, auf eine eigene, schräge Art romantisch. Harte Schale, weicher Kern - so, wie die Musiker selbst.

„Die Sache mit der Namensgebung...“, lachte Supola „einer nach dem anderen kam in den Probenraum, alle schon etwas mehr oder weniger grau-weiß.“ Die logische Folge für den Bandnamen war „Silverback“. „Silber“ war eben der kleinste gemeinsame Nenner der sechs individuellen Musiker, die im Gesamtpaket 353 Jahre Lebenserfahrung mit auf die Bühne bringen!

„Wer sich an die 70er noch erinnern kann, der war nicht dabei“

Während Jonny Weidinger derjenige ist, der es gerne wild und laut mag, sieht es der Innenarchitekt Christian Supola besonnener: „Lass die Dinge sich entwickeln!“ Und Willy Schilcher: er ist eine Naturgewalt. Mit seiner sprühenden Art und seinem enormen Energiepegel versteht er es, alle mitzureißen. Ein bisschen, sagen sie, sind sie in den 70er-Jahren hängengeblieben. Gut so, denn dann funktioniert Hard-Rock, mitgetragen vom Spirit von damals.

Die innere Einstellung ist wichtig, das Feuer, das nicht hell genug brennen kann, die Performance. Perfektion ist zweitrangig, das Streben danach manchmal vielleicht sogar ein bisschen hinderlich, da es Lockerheit und Coolness nimmt. Vom Herz muss es kommen, nicht vom Kopf! Dem kann man, wenn man die Jungs von Silverback erlebt, nur zustimmen. Ehrlich, impulsiv, feurig, idealistisch!

„Silverback“: 353 Jahre on Stage

© Johannes Wahl

„Ein normales Leben ist langweilig“

Am 8. Juni gibt es die Feuerprobe und zwar in Bad Fischau zum 40-jährigen Jubiläum des Motorradclubs „MC Crusader“. Um 18 Uhr geht es los und dann wird es kein Halten geben, wenn die Burschen ihr Motto „Born to Be Wild“ verkünden, musikalisch den „Highway to Hell“ rauffahren und zu Neal Youngs „Rocking in a Free World“ singen werden.

Das besondere Highlight, mit dem sich ein Lebenstraum von Jonny Weidinger erfüllt, wird aber ein anderer Song sein. Zum 50-jährigen Jubiläum von „Wickie“ (ja, genau, der Kinderfilm) wird man die Titelmelodie in einer dermaßen abgefahrenen Weise spielen, dass „Silverback“ bestimmt allen in Erinnerung bleiben wird.

„Wie ein Rockstar verhalten, um so behandelt zu werden“

Vielleicht noch ein paar Bands, bei denen die Jungs früher gespielt haben. Christian Supola gehörte „Cross Connection“ an, Jonny Weidinger dem „Orange Blues Club“ und „Stara Skola“, Willy Schilcher „Saratoga“, „Zodiak“, „Prophet“ und „Shango“. Jim unterstützte die „Lazy Diamonds“, Norbert Gabler „Black and White“ und „Koma“ und Chris M. Pogats „Downwind“, „Chairs“, „Riddim“ und „Zodiak“.

Abschließend sinnierte Willy Schilcher mit einem Augenzwinkern: „Natürlich ist es auch die Sucht nach der Bühne, nach dem Kreischen der Girls. Aber das Wichtigste im Leben ist, dass man das, was man tut mit Liebe macht!“

„Silverback“: 353 Jahre on Stage

© Nina Mayer