Eisenstädter Floristin Sabine Schindler erfüllt Blumenträume
BVZ-Serie: ALTES HANDWERK
„Blumen sind das Lächeln der Erde“ (Ralph Waldo Emerson). Kaum ein anderes Geschenk vermag so viel Gefühl auszudrücken und so viel Freude beim Beschenkten auszulösen, wie Blumen. Die Eisenstädter Floristin Sabine Schindler von der Gärtnerei Horvath trägt mit ihren traumhaften Blumensträußen jeden Tag dazu bei, Frauenherzen höher schlagen zu lassen.
Floristin Sabine Schindler inmitten ihrer Weihnachtssterne.
© Nina Mayer
Wer kennt nicht das wunderschöne Gefühl, einen Strauß roter Rosen überreicht zu bekommen? Wenig andere Symbole, die so deutlich in der Lage sind, Liebe auszudrücken.
Im Blumengeschäft Horvath in Eisenstadt hat man seit 1933 die Möglichkeit, Schnittblumen zu kaufen. Damals war es das bis 2018 existierende Geschäft in der Hauptstraße, in dem man ein duftendes Dankeschön erstehen konnte. Heute schwelgt man in einem erst vor Kurzem vollkommen neu gestalteten Geschäft in der Georgi Straße in einem Blumenmeer und lässt sich von der Chefin inspirieren.
Der berufliche Weg Sabine Schindlers führte vorerst in die Modebranche. In der Boutique „Angelique“ in Eisenstadt brachte sie exquisite Mode an die Frau, als sie ihr Herz an den Gärtner Heinz Horvath verlor, dessen Familie die gleichnamige Gärtnerei gehörte. Aus Liebe beschloss sie eine Floristenlehre abzuschließen und in den Familienbetrieb einzusteigen.
© Nina Mayer
Der Duft von Tannenreisig
Stark jahreszeitlich geprägt sind die feilgebotenen Waren im Blumenladen. „Weihnachten“ ist im Moment angesagt. Schon beim Betreten beginnen ob der festlichen Adventskränze die Augen zu glitzern. Wie ein solcher hergestellt wird? Zuerst wird ein Rohling aus Stroh oder Reisig angefertigt. Tannen- oder Fichtenzweigerl zieren, Reisig, Thujen oder Moos.
Immer beliebter werden drapierte getrocknete Hortensien oder Eukalyptusblätter, Vintage-Look in Pastellfarben. Beeren, Sternderl, Mascherl sorgen für Farbe, ebenso Kerzen. Rot ist als klassische Weihnachtsfarbe immer beliebt, besonders gläubige Menschen präferieren der Liturgie entsprechend dreimal Lila, einmal Rosa.
Als Präsent in der Adventszeit werden unzählige Weihnachtssterne verkauft. Eines der Glashäuser erstrahlt dank ihnen in einem Meer aus roten Blüten. Bereits im August werden diese winzig klein vom Großhandel geliefert, in der Gärtnerei Horvath umgetopft und dann bis zum Fest großgezogen. Gießen heißt es, düngen und ausputzen.

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„Ich liebe dich“, sprach die Rose...
Am 14. Feber feiern alle Verliebten. Der Valentinstag ist der Tag, an dem wohl die meisten Blumen verkauft werden. Wer will seiner Angebeteten nicht zeigen, dass man an sie denkt. Hoffentlich immer, dazu sei mit Augenzwinkern ein Zitat angeführt: „Wenn Frauen verblühen, verduften die Männer“. Also heißt es genießen, solange es noch Blumen und Herzerl gibt.
Sollte „er“ sich aber verduftet haben, kann man sich im Frühling selbst Freude bereiten. Primeln in Zuckerlfarben von Gelb, über Rosa bis zu Lila bringen das Horvathsche Glashaus zum Leuchten, ebenso Tulpen und süß duftende Hyazinthen. Körbchen und Nesterl werden für Ostern bepflanzt, ein Tüpfchen Blau mit der Bitte „Vergissmeinnicht“, Bellisknöpfchen zum Anbeißen entzückend in Rosa, flauschige Palmkatzerl... Ach, ist der Frühling schön!

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Zwei Fliegen mit einem Kauf
Der Muttertagsklassiker ist immer noch die Hortensie, aber auch Bougainvilleen oder bunte Sträuße gehen über die Theke, um den Weg zur Frau Mama zu finden. In den letzten Jahren entscheiden sich immer mehr zu „pragmatischen“ Sommerblumen, diese braucht man sowieso, also der Klassiker mit den zwei Fliegen auf einen Schlag. Pelargonien, Petunien, Surfinien, Tagetes, Bidens, monatelang in der Gärtnerei aufgepäppelt.
Der Kreis schließt sich mit Allerheiligen. Ein melancholischer Anlass, unterstrichen durch Chrysanthemen, die am Friedhof ihre Erfüllung finden. Leider ist das Leben nicht immer rosenrot, weshalb auch die Ausrichtung des Blumenschmucks für Begräbnisse als letzter Abschiedsgruß zu den Aufgaben von Sabine Schindler zählt.
Bei Hochzeiten kann sich die Floristin austoben. Vintage-Brautsträuße, luftig-leicht in ihrem Sein, romantische Pfingstrosen, natürlich als Königin, die Rose, Tisch- und Kirchendeko in den jeweils selben Farben, manchmal sogar ein mit Blumen geschmückter Rosenbogen.
Eigentlich ist mittlerweile Sabines Sohn Heinz-Peter Schindler der Chef und sorgt mit seiner Frau Lisa dafür, dass man weiterhin mit Blumen sagen kann: „Ich hab dich lieb!“ Ab Jänner auch, durch die Eröffnung einer neuen Filiale, in Oggau.