Gerry Strack - ein Steimetz der anderen Art
BVZ-Serie: Altes Handwerk
1988 hat sich der Steinmetz Gerry Strack in Loretto selbstständig gemacht. Sein Weg gleicht nicht dem eines „herkömmlichen“ Steinmetzes. Außergewöhnliche Chancen, herausragende Projekte und laufende Innovationen machen seinen Betrieb zu einem Vorzeigeunternehmen, das wegweisend dafür ist, wie altes Handwerk erfolgreich in die Zukunft geführt werden kann.
Gerry Strack mit seinen Töchtern Julia und Sandra, die voller Elan die Firma führen
© Nina Mayer
47 Jahre ist Gerry Strack schon Steinmetz. Er stammt aus Deutsch Brodersdorf, der Liebe wegen zog er nach Stotzing. Einst absolvierte er eine Steinmetzlehre, auch heute noch der klassische Weg, um diesen Beruf zu erlernen. Weit muss man schon fahren, wenn es heißt „Schulbank drücken“, Im tiefsten Waldviertel, genauer gesagt in Schrems, ist die Berufsschule beheimatet.
Ein Jahr lernte er bei der Firma Kössler in Ebreichsdorf die klassische Friedhofsarbeit kennen, sieben Jahre stellte er seine Arbeitskraft der Firma Schekulin in Müllendorf zur Verfügung. Dann der innere Ruf nach Veränderung. Zufällig wurde in Loretto eine Firma frei und Strack ergriff die Chance, einen eigenen Steinmetzbetrieb zu gründen.
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Burg Lockenhaus und ein Jumbo Jet
Dank Gerry Stracks Kontakte war die Auftragslage von Beginn an rosig. Viele Jahre stattete er Badezimmer für jüdische Familien aus, dann rief sogar eine Burg nach ihm. Lockenhaus wurde für zehn Jahre sein Betätigungsfeld. Türen, Fenster, Umrahmungen, Säulen und Stiegen gehörten renoviert - Arbeit ohne Ende.
Der größte Fisch, den der Steinmetz an Land zog, war der 747 Jumbo Jet von Scheich Emir Tamim al -Thani, dem König von Katar. Seinem unglaublichen Können hat Gerry Strack den Gewinn der Ausschreibung für dieses Mega-Projekt zu verdanken, war er doch der Einzige in Europa, dem es gelang mit einer Präzision von 0,3 Millimetern zu arbeiten.

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Luxus, wohin das Auge reicht
Unglaubliche 80 Meter misst der Flieger, der an Luxus kaum zu übertreffen ist. 8 Bäder aus weißem, schillernden, von hinten beleuchteten Marmor durfte Strack einrichten, Wandverkleidungen - von ihm alleine mehrfach geschliffen. Unter weißem Licht hatte dieser Arbeitsvorgang zu erfolgen, um keine kleinste Abweichung zu riskieren. Natürlich ging das nur nachts und so standen fast täglich Nachtschichten bis drei Uhr morgens an. 1,5 Dioptrien hat seinen Augen diese äußerst anstrengende Arbeit gekostet.
Nicht zu vergessen 1500 Meter Gärungsschnitte, unsichtbare Verklebungen, all das war dem Scheich sein Fluggerät wert, für das er 1,2 Milliarden Euro ablegte. Dagegen war seine Arbeit am Flugzeug von Merkel und Lauda fast ein Kinderspiel. Ein weiteres Prestigeobjekt kann man in Wien bewundern: die Shoa Namensmauer. 170 Steinblöcke, in die von der Firma Strack 1,2 Millionen Buchstaben eingraviert wurden.

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Naturstein ist angesagt
Die Haupteinsatzgebiete der Fima, die neben Gerry von seiner Frau Gabi und den Töchtern Julia und Sandra geführt wird, sind die Erzeugung von Badezimmerwaschtischen, Wandverkleidungen und Küchenarbeitsplatten. Naturstein ist in, seiner Robustheit wegen, aber auch da er exquisiter wirkt, als seine industriell hergestellten Verwandten.
So schwer wie einst darf man sich Steinmetzarbeit nicht mehr vorstellen. Modernste, computergesteuerte Maschinen zieren die große Halle und werden von Fachpersonal bedient. Acht Mitarbeiter beschäftigt die Firma, „ein eingeschworenes Team, auf das man sich verlassen kann“, ist der Steinmetz stolz.
Und dann lacht er, als er sich an seine erste Arbeit erinnert, die er für die Gemeinde Stotzing machen sollte. Mit einer kleinen Wachsstatue des Heiligen Florians kam man zu ihm, mit der Bitte diesen aus Stein in Lebensgröße zu hauen. Noch nie hat er sich an so etwas probiert, aber es gelang ihm. Fasziniert war von der Entdeckung, wie in kleinen Schritten einzelne Körperteile zum Leben erweckt wurden.

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Innovationen und neue Wege
Gerry Strack hat die Leitung der Firma seiner Tochter Julia übergeben, er selbst widmet sich mit seiner anderen Tochter Sandra nun einem neuen Aufgabenzweig, nämlich der Lasertechnik. Mithilfe einer Lasermaschine werden auf verschiedenste Materialien, wie Stein, Glas oder Holz Muster und Bilder eingeprägt - kein Wunsch bleibt offen. Sogar die Applikation von Fotos ist möglich, sei es als Teil der Innendekoration oder - für eine kleine Ewigkeit - auf einem Grabstein.
Ach ja, auf etwas ist Gerry Strack besonders stolz. Es ist ihm gelungen Naturstein zu „biegen“. Wie er das macht? Das verrät er natürlich nicht, aber es eröffnet ihm ganz neue Perspektiven.
Weitere Informationen kann man sich auf der Homepage der Firma holen: www.strack.at