Optiker Franz Nechansky sieht das Leben durch die richtige Brille
BVZ-Serie: ALTES HANDWERK
Erst unser Augenlicht ermöglicht es uns, die Schönheiten unserer Welt wahrzunehmen. Musste man sich in früheren Zeiten damit abfinden, „schlecht“ zu sehen, revolutionierte die Erfindung der Brille die Möglichkeiten der Augengesundheit. Der Optiker Franz Nechansky aus Neufeld stellte sich in ihren Dienst, um seinen Kunden Sehschärfe angedeihen zu lassen.
Optiker Franz Nechansky vor seiner Sonnenbrillenkollektion.
© Nina Mayer
Beide Eltern des gebürtigen Neufelders Franz Nechansky waren selbstständig. Der Vater kam aus einer Optikerfamilie, die Mutter aus dem Bestatterwesen. Wie es früher als einziger Sohn üblich war, hatte man die Ehre oder auch Bürde, den Familienbetrieb weiterzuführen. Bei Franz Nechansky waren es noch dazu zwei Firmen, die es zu übernehmen galt. Die hauptsächlich von seiner Frau Edith geführte Bestattung wollen wir vor Allerheiligen beleuchten. Vorerst begeben wir uns in die Welt der Optik.
Bis nach Hall in Tirol musste Franz Nechansky regelmäßig reisen, denn dort ist die Berufsschule für Optiker beheimatet. Dreieinhalb Jahre dauerte die Lehre, anschließend besuchte er ab 1988 die Meisterschule, aus der er 1990 als jüngster Meister Österreichs hervorging. Und schon stieg er voll in die Firma ein. Ganz schön zu tun hat er, schließlich gibt es neben dem Geschäft in Neufeld auch eines in Eisenstadt und Mattersburg.
© Nina Mayer
Das klassische „Krankenkassegestell“ hat ausgedient
Franz Nechanskys Motivation ist es, seinen Kunden zu helfen, gut zu sehen. In den letzten Jahren hat sich das Image gewandelt. War man früher Brillenmacher, gilt man heute als optischer Dienstleister. Kein Wunder bei den vielen Designs, Materialien und Auswahlmöglichkeiten. Denkt man an die 50er-Jahre zurück, trugen fast alle noch die gleiche Brille, Modetrends gab es diesbezüglich keine, das Glas war schwer und natürlich zerbrechlich. Glücklich waren viele damit nicht.
Heute hat der „Sehberater“ eine dankbarere Aufgabe. Seit etwa 25 Jahren trat Modebewusstsein auch in diese Branche und nun sind dem Design fast keine Grenzen mehr gesetzt. Farben bunt wie der Regenbogen werden angeboten, ovale, runde und eckige Formen.

© Nina Mayer
Neue Materialien für noch mehr Komfort
Halterungen gibt es aus Kunststoff oder Metall, natürlich nickelfrei. Der kurzzeitige Trend von Holzgestellen hat sich nicht durchgesetzt, als zu unflexibel stellte sich das Material dar. Und die Gläser? Die sind meist aus Kunststoff gewünscht, leicht und mit deutlich niedrigerer Splittergefahr.
Seit den 60er-Jahren eroberten Gleitsichtbrillen den Markt, die aber erst in den 80er-Jahren dank neuerer Technik ihre vollen Vorzüge geltend machen konnten. Im Zeitalter der Computerarbeitet leisten sie nun unverzichtbare Dienste.
Wer nun eine Sehkorrektur braucht, aber partout keine Brille tragen will, kann auch auf Kontaktlinsen zurückgreifen, die durchaus auch ihre Vorteile haben und sogar andere Möglichkeiten der Korrektur bieten. Nicht nur eine Frage der Vorliebe ist die Wahl zwischen „am Auge“ und „vor dem Auge“.
Ein Fußballspieler zum Beispiel wird ob der Verletzungsgefahr mit Kontaktlinsen weit besser bedient sein und auch Menschen, die viel draußen arbeiten und der Witterung ausgesetzt sind, können dem Anlaufen der Gläser mit Kontaktlinsen entgegensteuern.

© Nina Mayer
Für die Gesundheit und die Schönheit
Was macht der Optiker nun genau, wenn man zu ihm kommt? Der schönste Teil für den Kunden ist sicherlich das Aussuchen der Fassung. Das kann schon dauern, hat man doch die Qual der Wahl zwischen ein paar hundert Exemplaren. Infolge werden die Gläser bestellt, aber erst nach genauer Messung. Vor einer Sehtafel fühlt man sich doch ein bisserl wie in einer Prüfungssituation. Das richtige der Brillengläser, die sich im Refraktionskasten befinden, hat aber noch jeden positiv abschließen lassen.
Ein Sehtestcomputer, der auf der Basis von Licht funktioniert hilft mit und manchmal bedarf es auch des Keratographen, nämlich dann wenn es zur Hornhautvermessung im Zuge einer neuer Kontaklinsenbestellung kommt. Hat der Optiker alle Daten eruiert, bestellt er das gewünschte Glas, schneidet es in die benötigte Form und setzt es ins Gestell ein.
Ja, es bedarf schon einiges zu beachten, um den Kunden sehtechnisch glücklich zu machen, aber dank jahrelanger Erfahrung und Liebe zu seinem Handwerk gelingt es Franz Nechansky doch so gut wie immer.