Wolfgang Ecker baut auf Sandstein des Römersteinbruchs

BVZ-Serie: ALTES HANDWERK

Der gelernte Steinmetz Wolfgang Ecker ist der Herr, der mit seiner Firma „Hummel“ über den St. Margarethener Römersteinbruch wacht und mit dessen gelbem Sandstein historisch bedeutsame Bauten renoviert. Aber nicht nur diese Firma hat der niederösterreichische Wirtschaftskammerpräsident aufgebaut.

Wolfgang Ecker: Herr über den Römersteinbruch.

Wolfgang Ecker: Herr über den Römersteinbruch.

© Nina Mayer

Die Burgenländer kennen und lieben ihn, den gelben Sandstein, der in St. Margarethen abgebaut wird. Seine Popularität hat er vor allem durch die Ringstraßenbauten erlangt. Der Nähe zu Wien war es zu verdanken, dass die historischen Gebäude aus diesem Material errichtet wurden und bis heute damit restauriert und renoviert werden.

Große Namen sind es, welche die Baudenkmäler der Bundeshauptstadt tragen und Wolfgang Ecker sieht es durchaus als Ehre, mit seiner Firma „Hummel“ und der Firma „Ecker" zum Erhalt dieser beitragen zu dürfen. Allem voran ist der altehrwürdige Wiener Stephansdom zu nennen, die Staatsoper, das Parlament, das Wiener Rathaus, aber auch die Alte Universität und das Burgtheater. Ja, da bekommt man schon Ehrfurcht ob der kulturellen Bedeutung.

Wolfgang Ecker baut auf Sandstein des Römersteinbruchs

© Nina Mayer

Von der Pike auf gelernt

Wolfgang Ecker begann sein handwerkliches Tun in der Steinmetzfirma Oreste Bastreri, wo er auch seine Lehre abschloss und 1995 die Befähigungsprüfung ablegte. Der frühe Tod seines Vaters veranlasste ihn dann aber in das Familienunternehmen einzusteigen, um seiner Mutter helfend zur Seite zu stehen. Ehrgeiz und Esprit junger Jahre ließen ihn nebenbei seine eigene Firma gründen. Heute darf der Steinmetz und niederösterreichische Wirtschaftskammerpräsident auf eine Unternehmensgruppe blicken.

Das Mutterunternehmen ist die Firma „Ecker“ in Traiskirchen, das sämtliche Naturstein- und Kunststeinmaterialien für jeglichen Wunsch verarbeitet. „Hummel“ ist der Name der St. Margarethener Firma, er wurde vom Vorbesitzer übernommen. Grundeigentümer des Steinbruchs ist nach wie vor Esterhazy, die Abbaurechte liegen aber bei Wolfgang Ecker.

Auch der Friedhofsbereich wird nicht vernachlässigt, die Firma Killian in Wolfsgraben ist dafür zuständig und schlussendlich wird auch ein Schlosserbetrieb in Traiskirchen geführt, nämlich „KS Metallbau“.

Wolfgang Ecker baut auf Sandstein des Römersteinbruchs

© Ecker Stein, Richard Watzke

Liebe zum handwerklichen Tun

120 Mitarbeiter beschäftigt Wolfgang Ecker, 8 davon im burgenländischen Römersteinbruch. Keine Minute hat der Steinmetz bereut, diesen Beruf erlernt zu haben, so groß ist seine Liebe dazu. Spaß macht ihm das handwerkliche Tun, die Faszination des Materials Stein ist bis heute ungebrochen.

Was ist es, das der Unternehmer am St. Margarethener Kalksandstein so faszinierend findet? „Es ist die Verschiedenartigkeit, sowohl die Farbpalette betreffend, die von fast Weiß bis ins Ockergelbe reicht, als auch die Härte betreffend.“ Genau weiß Wolfgang Ecker wo im Steinbruch er Material zum Beispiel für den Stephansdom gewinnen muss, um Härte und Witterungsbeständigkeit garantieren zu können.

Wolfgang Ecker baut auf Sandstein des Römersteinbruchs

© Ecker Stein, Richard Watzke

Ohne Bomben und Granaten

Die Steinbruchmauern weisen naturgemäß unterschiedliche Schichten auf. Aus diesen werden Blöcke herausgeschnitten. Gesprengt wird nicht. Die Blöcke werden mit Maschinen in Platten geschnitten, wodurch sich eine gesägte Oberfläche ergibt. Auf Wunsch kann diese je nach Bauprojekt behandelt werden, um eine glattere Struktur zu erzielen, die zum Beispiel bei Bodenplatten für innen und außen erwünscht ist.

In der Lehre wird das Steinmetzhandwerk noch von der Pike auf mit Schlägel und Meißel erlernt, obwohl die Moderne natürlich mittlerweile viel erleichtert. Pressluftwerkzeuge und C&C-Fräsen sind im täglichen Gebrauch unumgänglich. Verzichtbar ist das Basiswissen aber nicht.

Wolfgang Ecker baut auf Sandstein des Römersteinbruchs

© Ecker Stein

In Gotteshäusern zugange

In Wien gibt es nur wenige Kirchen, an denen nicht von der Firma Hummel und Ecker gearbeitet wurde und auch das gesamte Stift Klosterneuburg wurde von ihr renoviert. Verschnörkelungen und Verzierungen an den alten katholischen Bauten erfordern dann aber doch des Öfteren Handarbeit.

Apropos „katholisch“: Leider wird die Friedhofskultur nicht mehr so wie in früheren Zeiten gepflegt. Je weiter man in den Westen kommt, desto weniger. Hier im Burgenland legt man noch Wert auf sie, vor allem in kroatischen Dörfern.

Genug Kalksandstein ist im Römersteinbruch vorhanden und so werden die Fassaden der Ringbauten auch in den nächsten Jahrzehnten dank Wolfgang Ecker in wunderschönem Glanz erstrahlen.