„Der Mann von La Mancha“ begeistert in Eisenstadt

„Der Mann von La Mancha“

Am Freitag fand im Kulturzentrum Eisenstadt die Premiere von Alexander Wesselys „Der Mann von La Mancha“ statt. Wessely, der sich als Militärpfarrer des Burgenlandes längst einen Namen gemacht hat, glänzte dabei nicht nur als Regisseur, sondern auch in der Rolle des Sancho Panza. Als Energiebündel par excellence überzeugte er mit enormer Bühnenpräsenz, spürbarer Leidenschaft und einem beeindruckenden Gespür für Timing, Ausdruck und Dynamik. Ein geborener Schauspieler, der seiner Rolle mit Witz, Herz und eindrucksvoller Intensität Leben einhauchte.

Nadine Ohrner als Aldonza, Alexander M. Helmer als Don Quixote und Alexander Wessely als Sancho.

Nadine Ohrner als Aldonza, Alexander M. Helmer als Don Quixote und Alexander Wessely als Sancho.

© Nina Mayer

Alexander M. Helmer brillierte in der zentralen Rolle des Don Quijote und verlieh dem „Ritter von der traurigen Gestalt“ jene Mischung aus Idealismus, innerer Größe und Zerbrechlichkeit, die diese Figur so besonders macht. Mit großer Ausdruckskraft verkörperte er den unbeirrbaren Träumer, dessen Sehnsucht nach einer besseren Welt das Stück trägt. Er schaffte es, die emotionale Tiefe der Figur glaubwürdig und berührend auf die Bühne zu bringen.

Besonders hervorzuheben war auch Nadine Ohrner in der Rolle der Aldonza. Mit einer außergewöhnlich intensiven Darstellung gelang es ihr, der Figur eine bemerkenswerte Kraft zu verleihen. Ihre Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und innere Zerrissenheit waren für das Publikum in jeder Szene spürbar. Man nahm ihr jede Emotion ab und fühlte unweigerlich mit ihr. Eine Darstellung, die unter die Haut ging und nachhaltig beeindruckte.

Gemeinsam mit einem engagierten Ensemble gelang eine Aufführung, die durch große Spielfreude und eine starke Ensembleleistung überzeugte. Das gesamte Team – angefangen von den Darstellern bis zu den Ton- und Lichttechnikern – zeigte eindrucksvoll, wie sehr dieses Projekt gemeinsam gewachsen ist und mit wie viel Hingabe alle Beteiligten ihre Rollen ausfüllten.

Die Inszenierung blieb dabei bewusst dem Kern des Stücks treu: dem Traum von einer besseren Welt und jener Kraft der Fantasie, die es ermöglicht, die Grenzen der Realität zu überschreiten. Ein Abend, der eindrucksvoll zeigte, wie zeitlos die Botschaft dieses außergewöhnlichen Werkes bis heute geblieben ist.