So wurden in St. Georgen früher die Weinreben veredelt

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Meistens in der Karwoche kamen die Reben-Veredler in die Bauernhäuser. Man traf sich in einem Haus, in dem sich genug Platz bot, um in gemütlicher Runde der Arbeit des „Veredelns“ nachzugehen. Dabei gab es auch Dorftratsch und das eine oder andere Glas Wein wurde geleert.

Beim Reben-Veredeln.

Beim Reben-Veredeln.

© Jahrein-Jahraus

Soweit ich mich erinnern kann, wurden jährlich beim „Schuista Motzl“ in seiner Schusterwerkstatt fleißig die Reben veredelt. Beim Veredeln wurden den ca. 28-30 cm langen wilden Reben (Unterlagsrebe) ca. 2-3 cm lange Edelreiser mit einem besonderen Schnitt, Zungenschnitt, aufgesteckt. Die Unterlagsrebe wurde von den Bauern selbst gezüchtet oder stammte von Rebschulen. Die Edelreiser schnitt man vorher von ausgesuchten Weinstöcken ab. Die veredelten Reben schichtete man abwechselnd mit in Wasser eingeweichten Sägespänen in die Veredler Kisten. Diese Kisten verblieben bis zum Kirtag, 24. April, in kühlen Räumen. Danach räumte man diese meist in den Heizraum.

Die Reben wurden bei einer konstanten Temperatur von 28 Grad und bei hoher Luftfeuchtigkeit einige Tage lang „vorgetrieben“. Sobald ein Trieb aus den Sägespänen hervorkam, senkte man die Temperatur ab („Abhärten“), um dann das Heizen ganz einzustellen. Danach stellte man die Rebkisten ins Freie. Das „Einschulen der Reben“ erfolgte reihenweise in die gut vorbereitete und lockere Erde. Im Herbst nahm man diese Reben aus dem Boden und lagerte sie mit Sand zugedeckt in einem feuchten Keller. Im Frühjahr pflanzte man damit neue Weingärten aus und ersetzte auch die abgestorbenen Weinstöcke in schon bestehenden Anlagen (Reben nachsetzen).

Die Technik des Rebenveredelns wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Die burgenländische Landwirtschaftskammer förderte das richtige Rebenveredeln bereits in der Zwischenkriegszeit. Nach der Reblauskatastrophe (Ende des 19. Jhdt.) fand der erste landesweite Wettbewerb statt. Josef Hahnekamp (heute Hauptstraße 7) errang den ersten Platz. Beim Landes-Preisveredeln im März 1954 trafen sich die besten Veredler in Eisenstadt. Die praktische und theoretische Prüfung dauerte zwei Tage. Den 1. Platz sicherte sich, wie schon 1951, Hans Höfer, Brunnengasse, den 3. Platz Michael Hahnekamp Rohrgasse und den 5. Platz Karl Höfer, Brunnengasse.

So wurden in St. Georgen früher die Weinreben veredelt

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