In Stotzing wurde „g'fensterlt“

Dorftheater

Die alljährlich zu Ostern stattfindende Vorführung der Theatergruppe Stotzing stand unter anderem am Ostermontag auf dem Spielplan. Der Festsaal des örtlichen Gasthauses war bis auf den letzten Platz gefüllt und das Publikum amüsierte sich köstlich beim Stück „aufzumfensterln.com“.

Christian Bauer (links) lernte seinem Bruder Tobias heiße Posen, um die Damenwelt zu beeindrucken

Christian Bauer (links) lernte seinem Bruder Tobias heiße Posen, um die Damenwelt zu beeindrucken

© Nina Mayer

Schon alleine der Titel „aufzumfensterln. com“ klang verheißungsvoll, wenngleich mit den Fenstern nicht die guten alten Glasscheiben gemeint waren, durch die es früher galt, seine Liebste zu besuchen, sondern die Fenster in den Weiten des Internets.

Was war es nun, das nicht nur die Stotzinger Dorfbevölkerung köstlich amüsierte? Dem armen Sepp Holzner, der einzigartig von Tobias Bauer verkörpert wurde, war die Freundin abhanden gekommen. Das geht gar nicht, beschlossen seine Freunde. Der fesche Weiberheld Jack (Christian Bauer) und Computerfreak Hans (Thomas Hanswenzl) zogen Sepp kurzerhand seine lange Unterhose aus und steckten ihn in eine knackige Lederhose, um ihn auf einer Datingplattform an die Frau zu bringen.

In Stotzing wurde „g'fensterlt“

© Nina Mayer

Ihre Rechnung hatten sie aber ohne die Erna gemacht. Die von Katharina Berthold entzückend gespielte Köchin war nämlich derartig verliebt in den Sepp, dass sie gemeinsam mit der Wirtin Monika (Elisabeth Nigl) alles daransetzte, die potenziellen Bewerberinnen zu vertreiben. Auch vor Gewalt wurde im burgenländischen Dorf nicht zurückgeschreckt und so wurde mit der Bratpfanne den Konkurrentinnen „ordentlich eins d'rübergebraten“, a la: der Zweck heiligt die Mittel. Schließlich ging es ja um Liebe.

Unverhofft kam auch der Pfarrer in den Genuss der, wie man zugestehen muss, beachtlichen weiblichen Reize der Köchin, ein Subjekt zum Proben braucht man schließlich. Dazwischen gab's heimliche Geldspenden, die Bewerberinnen stellten sich als „Hobbydetektivinnen“ für das Spielcasino heraus und nicht zu vergessen: am nächtlichen Friedhof war gut munkeln.

Ende gut, alles gut: jeder Topf fand seinen Deckel - so würde man es sich im echten Leben auch wünschen. Großes komödiantisches Talent, Spielfreude und Engagement bei allen Darstellern - die Löwinger Bühne ließ grüßen.