Soziale Dienste Mörbisch: Seit 20 Jahren für die Gemeindebürger da
Essen auf Rädern und mehr
Nachdem in der Gemeinde keine Mehrheit dafür zu finden war, gründete der damalige Bürgermeister Peter Dreo-Vargyas mit einigen Freiwilligen den Verein Soziale Dienste (SoDi) Mörbisch. Mittlerweile sind die SoDi nicht mehr wegzudenken und über die Parteigrenzen hinweg geschätzt.
Obmann Peter Dreo-Vargyas mit den Helfern der ersten Stunde.
© BVZ/, Peter Wagentristl
Auf den Tag genau 20 Jahre vor der Jubiläumsfeier am 19. Jänner wurden die ersten Menüs im Rahmen der Aktion Essen auf Rädern ausgeliefert. Eigentlich wollte der damalige Ortschef Dreo-Vargyas das Projekt über die Gemeinde organisieren. Nach Skepsis innerhalb und außerhalb seiner Fraktion entschied er sich mit einer kleinen Gruppe für die Gründung des Vereins.
Einen Platz zum Kochen stellte der jungen Truppe die mittlerweile verstorbene Unternehmerin und Neusiedler See-Legende Paula Drescher zur Verfügung. „Im Winter hat das Hotel eh zu, da könnt ihr gerne bei uns kochen“, habe Drescher ihm damals die Hand gereicht, erinnert sich Dreo-Vargyas im Zuge der Jubiläumsfeier.
© BVZ/, Peter Wagentristl
Ziel war es, regelmäßig zehn Menüs auszuliefern. Schnell habe sich das Klientel man aber auf 20, bald sogar auf 60 Kunden ausgeweitet. Der Verein arbeitet kostendeckend, die Arbeit wird über Feste, aber auch Spenden und Fördergelder. Die Küche im ehemaligen Gemeindegasthaus wurde mit einem Zuschuss von 66.000 Euro der damaligen Landesrätin Verena Dunst ermöglicht.
Allseits beliebtes Angebot - das war nicht immer so
Während das Angebot im Ort an Ansehen gewann und sich professionalisierte gab es aber auch einige Hürden. Auch ein oder mehrere Gastronomen legten dem Verein Steine in Form einer Anzeige beim Finanzamt in den Weg. 2011 schaffte es der Streit auf die Titelseite der BVZ. Der Vorwurf der eingeschnappten Gastronomen: Die Sozialen Dienste seien mit ihrem Essen auf Rädern Konkurrenz und hätten aufgrund steuerlicher Vorteil.
Rechtlich war freilich nicht viel dran: nach längerer Auseinandersetzung lenkte man bei den Behörden ein, bestätigte den gemeinnützigen Charakter der Sozialen Dienste - seither gibt es beim Kochen auch Rechtssicherheit für die solidarischen Mörbischer.
Leicht sentimental angesichts des Erfolgs des Vereins zitierte Dreo-Vargyas in seiner Laudation an den Verein auch aus der letzten Predigt in der Gemeinde: „Wir alle schauen darauf, dass es uns gut geht. Aber manchen reicht das nicht“, hieß es da vergangenen Sonntag. Der Obmann musste daraufhin gleich an sein Team denken. „Das gilt für euch alle. Danke euch allen.“
Lob und Dank von der Politik
„Peter war die Konstante beim Verein, der Ideengeber. Danke dir und deinem Team. Man spürt, wie familiär es bei euch läuft und auch die Empathie und soziale Ader der Menschen. Das ist nicht selbstverständlich“, bedankt sich auch Bürgermeisterin Bettina Zentgraf beim Verein. Die Anerkennung für das Engagement sei im Ort spürbar und rege auch neue Ehrenamtliche an: „Man hört öfters: wenn die Kinder alt genug sind, dann helfe ich auch bei den Sozialden Diensten mit. Das ist ein schönes Zeichen.“
Auch Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf würdigte die Arbeit der SoDi beim Jubiläumsfest: „Unsere Geschichte zeigt - nicht nur zum 100 Jahre-Jubiläum: Das Burgenland steht heute so gut da, weil die Menschen hier das Gemeinwohl über ihr eigenes stellen. Durch Solidarität hat sich das Burgenland zu einer erfolgreichen Region. Als Politik können wir nur die Rahmenbedingungen schaffen und verbessern. Wir freuen uns, euch unterstützen zu können.“
In der Pipeline ist auch die Anschaffung eines neuen Buses für die SoDi - mit diesem werden die Ehrenamtlichen dann sogar elektrisch und klimaschonend die Menüs für die Mörbischer ausliefern.