Erweiterung: Familypark bringt Gegendarstellung
Familypark-Erweiterung
Familypark klärt auf, Ortspolitik uneins bei Erweiterung, aber einig im Wunsch nach einer Verkehrslösung.
Im November präsentierten Filip de Witte (Geschäftsführer Familypark), Andreas Kreutzer (Studienleiter Kreutzer, Fischer & Partner), Robert Hergovich (Regierungskoordinator vom Land) die Ausbaupläne, aber auch Statistiken zum Familypark.
© Foto: BVZ/Daniel Freismuth, Daniel Freismuth
Nachdem in Rust ein Flugblatt der Initiative „No Disneyland“ in den Haushalten landete, das Kritik an den Ausbauplänen für den „Family Park“ übt, sind Betreiber und Gemeinde bemüht, den Sachverhalt aufzuklären.
So ist die Erweiterung auf maximal fünf Hektar begrenzt (nicht auf rund 19 Hektar, laut der Initiative), wie es in einer Stellungnahme des Family Park heißt. Die Erweiterung teile sich auf Ruster und St. Margarethener Hotter auf.
Auf dem „Pfarr-Umriss“-Gebiet in Rust würden in etwa 1,7 Hektar von zur Verfügung stehenden 2,4 Hektar neu genutzt. Ein Grüngürtel umgibt die Fläche, wo im Jahr 2024 mehrere hundert Eichen vom Familypark gepflanzt wurden. Festgelegte Bebauungsvorschriften durch die Behörden schreiben hier auch Bauhöhe sowie eine minimale Versiegelung vor, wie die Park-Betreiber erklären.
Daher seien „keine Attraktionen in der Höhe eines Ruster Kirchturms geplant.“ Das neue Fahrgeschäft „Rotonda“ wird nicht hier, sondern anstelle der „Tempelrutsche“ errichtet. Man achte hier auch auf eine naturnahe Gestaltung und sei in „aktiver Abstimmung mit Naturschutz und Welterbe“, wie es weiter vom Familypark heißt.
Für die Fläche von 2,5 Hektar auf St. Margarethener Gebiet gibt es noch keine konkreten Pläne, erklärt das Unternehmen weiter. Andere Flächen, die in der Darstellung der Initiative ebenfalls einbezogen sind, würden nicht dem Familypark gehören und seien daher auch nicht „Teil des Masterplans“ (siehe Grafiken).
Zu den Besucherzahlen wird festgehalten, dass es auch hier eine behördliche Obergrenze gibt. Diese ändere sich nicht durch die Erweiterung der Parkplatzflächen. Besucherzuwächse soll es durch Angebote abseits der Ferienzeiten, also der Hauptsaison, etwa im Winter, geben.
Auch der Kritik zur Verkehrsbelastung stellt sich der Betreiber. „Der Familypark trägt an einzelnen Tagen beziehungsweise Wochen zur Verkehrsbelastung bei, ist jedoch nicht der einzige Verkehrsverursacher in der Region. Auch Seefestspiele, Opernfestspiele, Badegäste, Tagesgäste sind hier ein Teil. Betroffen sind vor allem Spitzenzeiten, etwa die Ferien, nicht der Dauerbetrieb“, wie betont wird. Man sei bereit, mit Behörden und Gemeinden an einem Verkehrskonzept zu arbeiten, denn es „braucht ein Gesamtverkehrskonzept mit aktiver Mitwirkung aller Beteiligten, auch dem Land Burgenland.“
Die Initiative kritisierte auch, dass die Besucher durch den Ausbau der Gastronomie im Park gehalten würde, es für die umliegenden Gemeinden also keine Wertschöpfung gäbe. Hier halten die Betreiber des Familyparks eine Studie durch Kreutzer, Fischer und Partner entgegen, die das Land beauftragt hat und den Zeitraum zwischen 2022 bis 2024 abdeckt.
Danach würden außerhalb des Parks insgesamt 169 Arbeitsplätze pro Jahr gesichert, da regionale Unternehmen für verschiedene Arbeiten im Park (also Investitionsarbeiten) beauftragt werden. In etwa die Hälfte der Parkbesucher verbringe außerdem Zeit in der Region, wodurch auch Gastronomie, Hotellerie und Handel der Region genutzt würden.
Der Betreiber bemühe sich, um eine „proaktive, offene Kommunikation mit Rust und St. Margarethen“, wie festgehalten wird, und binde diese sowohl bei mittel- als auch langfristigen Planungen mit ein, die wiederum die Bürger informiere, „damit die Bevölkerung auf Basis korrekter Informationen diskutieren kann“, wird betont.
Bürgermeister Gerold Stagl (SPÖ) ist ebenso für offene Kommunikation: „Ich stelle mich der Diskussion.“ Er ist überzeugt, dass der Familypark den lokalen Betrieben auch etwas bringe, zum Beispiel durch „Angebote, die Übernachtung und Eintritte verbinden“, stellt er fest. Beim Verkehr brauche es aber Lösungen.
Das Verkehrsproblem ist für alle Parteien ein großes Thema, wie auch ÖVP-Vizebürgermeister Georg Seiler feststellt: „Der Betreiber ist gefordert, hier eine Lösung zu finden.“ Zu den Ausbauplänen sagt er, dass „es noch keinen Teilbebauungsplan gibt. Daher wird in diesem Jahr sicher noch nicht gebaut. Auch die von der Initiative angesprochenen Rodungen wird es nicht geben.“ Das Umweltverträglichkeitsverfahren für den St. Margarethener Hotter sei außerdem auch noch im Laufen, „das dauert mehrere Jahre“.
Für die FPÖ sind die maximalen Bauhöhen „von 25 Metern zu extrem“, wie Gemeinderat Christian Ries erklärt, und ein angedachter Grüngürtel sollte für ihn doppelt so breit sein. Er bezweifelt auch, dass sich die Besucherzahl nicht erhöhen würde. Größeres Thema ist für ihn aber auch der Verkehr: „Der Kreisverkehr hat hier das Problem noch verschlimmert, denn nun staut es sich in beide Richtungen“, stellt Gemeinderat Christian Ries fest.
Das Forum Zukunft Rust (FZR) sieht im Familypark einen „wichtigen Wirtschaftsfaktor“, jedoch sei die „die optimale Größe des Parks“ erreicht und „mit den vorhandenen Flächen muss ein Auskommen erzielt werden“, so Erhard Gabriel in einer Aussendung.
Sein Kollege Mario Horvath hat konkrete Ideen, etwa „die Parkplätze von den Opernfestspielen für die Familypark-Besucher zu nutzen. Die Saison der Festspiele ist im August vorbei. An spielfreien Tagen ist die Parkfläche außerdem leer und es gibt sichere Wege zum Familypark. So müsste nichts Zusätzliches geschaffen werden.“
Außerdem verläuft ein Radweg am Zaun des Familyparks entlang. „Hier könnte man einen zweiten Eintrittsbereich machen“, überlegt er. „Die Verkehrsproblematik wird dadurch sicher nicht ganz gelöst, aber man könnte sie damit dämpfen. Das Potenzial ist hier noch nicht ausgeschöpft“, ist er sich sicher.
Mittlerweile gibt es auch eine Online-Petition, die sich für die Erweiterung des Familyparks ausspricht. Unter https://www.openpetition.eu/at/petition/online/erweitert-den-familypark kann abgestimmt werden.