Dance Identity: Wenn der Blick zum Thema des Tanzes wird
Festival in Eisenstadt
Das Dance Identity Festival kehrt am Samstag, 5. September, nach Eisenstadt zurück und widmet sich der Frage, was es bedeutet, gesehen zu werden. Von 15 bis 20 Uhr stehen im Kultur Kongress Zentrum vier Produktionen mit neun Künstlerinnen und Künstlern auf dem Programm – darunter eine Weltpremiere und zwei Österreichpremieren.
© Dance Identity
Das Festival versteht die vier Produktionen nicht als voneinander getrennte Programmpunkte. Sie sind als zusammenhängender Nachmittag angelegt und nähern sich aus unterschiedlichen Perspektiven dem Thema Sichtbarkeit. Der zeitgenössische Tanz wird dabei zum Ausgangspunkt für Fragen nach Selbstdarstellung, Wahrnehmung und dem Verhältnis zwischen Menschen.
Den Schwerpunkt bilden drei Arbeiten aus Italien. Elisa Sbaragli zeigt „Se domani“ erstmals in Österreich. Zwei Körper bewegen sich darin in einem schmalen Korridor vor und zurück. Die Choreografie beschäftigt sich mit dem Zwang, sich zu zeigen, und der Frage, ob der Blick auf andere dabei verloren geht.
Luigi Guerrieri geht es in „Poor Guy“ um die Grenzen zwischen persönlichem Erzählen und Selbstinszenierung. Seine „performative Autoethnografie“ setzt sich mit Verletzlichkeit und dem Erzählen eigener Erfahrungen auseinander.
Den weitesten historischen Bogen schlägt Mattia Cason mit „Aquilee“, ebenfalls einer Österreichpremiere. In seinem Solo verbindet er Körper, Bewegung und Stimme mit der Geschichte der antiken Stadt Aquileia. Cason thematisiert deren Rolle als Kreuzungspunkt verschiedener Kulturen und entwirft daraus die Idee eines Europas, das gerade aus seiner Vielfalt entsteht. Begleitet wird die Arbeit von einem Akkordeon und einer archaischen Kurent-Maske.
Nach diesen drei italienischen Positionen verändert eine vierte Arbeit noch einmal die Perspektive. „None are Strangers“ ist die Weltpremiere des Festivals.
Esther Balfe, Luan de Lima, Tura Gomez Coll, Su Huber, Joni Österlund und Theo Emil Krausz haben ihre Teile unabhängig voneinander entwickelt. Sie probten nicht gemeinsam und stimmten die einzelnen Segmente nicht aufeinander ab. Erst vor dem Publikum begegnen sich die sechs Teile und werden live zusammengesetzt.
Das Dance Identity Festival ist seit mehr als zwei Jahrzehnten im Burgenland verankert. Die diesjährige Ausgabe bringt damit neun Künstlerinnen und Künstler und vier Arbeiten nach Eisenstadt.
Karten kosten im Vorverkauf und an der Abendkassa 20 Euro, für Personen unter 27 Jahren 10 Euro. Für Theater-Abonnentinnen und -Abonnenten der Kulturzentren Burgenland ist der Eintritt frei. Eine Anmeldung ist unter eisenstadt@kulturzentren.at oder +43 2682 719-1000 erforderlich.