Vom Abschalten und Einschenken: Boxnacht macht Eisenstadt zu Las Vegas

„Fight Storm“

Am Samstag, 14. September, wird am Eislaufplatz im Sportzentrum gekämpft statt gekuft: Der „Pannonia Fight Storm“ will die Eisenstädter Jugend für den Boxsport begeistern. Mit dabei ist ein Neo-Lokalmatador.

Das Organisatoren-Team rund um Nachwuchsboxer Fabio Rabel und seine Mutter - und ebenfalls Boxerin - Nicole.

Das Organisatoren-Team rund um Nachwuchsboxer Fabio Rabel und seine Mutter - und ebenfalls Boxerin - Nicole.

© Fotos: BVZ/Kaiser

Fabio Rabel hat nicht das Auftreten eines 14-Jährigen. Er ist sehr höflich, freundlich, er lächelt und antwortet mit Bedacht. Toller Kerl, das ist aber nicht gemeint. Er hat nämlich auch die Brust draußen, die Schultern zurück, Augen immer auf das Gegenüber, Blickkontakt hält er auch mit 40-Jährigen. Es ist nicht die Körpersprache eines Teenagers, der frisch in einer neuen Schule in einer neuen Stadt angefangen hat. Es ist die Körpersprache einer Box-Nachwuchshoffnung, die weiß, dass sein Leberhaken auch einen um zwei Schädel größeren Journalisten problemlos fällen könnte.

Vom Abschalten und Einschenken: Boxnacht macht Eisenstadt zu Las Vegas

© Fotos: BVZ/Kaiser

Wie er ausgerechnet zum Boxen gekommen ist? „Durch die Mama“, lacht er und schaut auf die Seite, dort steht Mama Nicole. „Beim Boxtraining kann ich so richtig abschalten, zwei Stunden lang nur auf meinen Körper hören“, erklärt sie die Faszination für die 2800 Jahre alte Sportart, in der sich schon Römer und Griechen bei den Olympischen Spielen der Antike verglichen hatten.

Für den Boxsport nach Eisenstadt übersiedelt

Ob sie Boxen anderen Mädchen und jungen Frauen empfehlen würde, um sich sicherer zu fühlen? „Ich merke schon, dass immer mehr Frauen eine Kampfsportart aufnehmen“, sagt Nicole, „ich würde Boxen aber allen empfehlen.“

Vom Abschalten und Einschenken: Boxnacht macht Eisenstadt zu Las Vegas

© Fotos: BVZ/Kaiser

Nicht (nur) die Mama, sondern auch Gervonta Davis, Schüler des legendären Floyd „Money“ Mayweather, nennt Fabio als sein Vorbild. Von 30 Kämpfen hat „Tank“ (Panzer) 30 gewonnen, das würde auch Fabio gefallen. Jetzt gilt es erst einmal die Premiere zu meistern. Nervös? „Nein“, sagt Fabio mit der Selbstsicherheit eines Mike Tysons, seinem zweiten großen Idol.

Der gebürtige Gloggnitzer ist extra nach Eisenstadt übersiedelt, um näher an seinem Boxteam Eisenstadt und Trainer Werner Lederhas zu sein. Am vergangenen Montag war nicht nur sein erster Tag an der HAK Eisenstadt, sondern da brach auch bei einer Pressekonferenz in der Wirtschaftskammer der „Fight Storm“ sozusagen aus.

Kämpferische Sportevent-Premiere

Das ist die am Samstag, dem 14. September, um 19 Uhr im Sportzentrum Eisenstadt stattfindende Boxgala „Pannonia Fight Storm“. Erstmals in der Eisenstädter Sportgeschichte treten dabei in acht Amateur- und drei Profi-Kämpfen Athleten aus ganz Mitteleuropa in allen Gewichtsklassen vom Fliegengewicht bis zum Schwergewicht an.

Die Eishalle wird für diesen Anlass in eine Kampfarena umgewandelt. Ein zentral platzierter Ring mit einem Durchmesser von fast sieben Metern und ein Technikturm mit moderner Licht- und Tontechnik sorgen nicht nur für optimale Bedingungen, sondern auch für ein bisschen Las Vegas-Feeling, wie die Organisatoren betonten.

Eisenstadts Talent eröffnet, Austro-Hoffnung als Finalakt

Eröffnen wird Fabio im Fliegengewichtskampf gegen den Soproner David Horvat. Unter den Teilnehmern befindet sich auch Österreichs jüngste Profiboxerin, Denise Stonajev, die in ihrem ersten Kampf gegen die Nummer 29 der Europarangliste antreten wird. Die Kämpfe werden unter der Aufsicht des Faustkampfverbandes Austria ausgetragen.

Vom Abschalten und Einschenken: Boxnacht macht Eisenstadt zu Las Vegas

© Foto zVg Fight Storm

Fabios Trainer Werner Lederhas will mit der Ausrichtung des Events zur Stärkung der anspruchsvollen Randsportart beitragen: „Beim Boxen werden Werte wie Fairness und Disziplin vermittelt. Daher legen wir ein besonderes Augenmerk auf den Nachwuchs. Gut besuchte Veranstaltungen spielen hier eine wichtige Rolle: Sie fördern den Spitzensport und präsentieren Vorbilder für viele junge Menschen, was wiederum den Breitensport fördert.“

Bei Erfolg: Rückkehr mit Titelkampf

Stojanevs Trainer Peter Pospichal, der das erfolgreiche Boxteam Vienna vor mehr als 40 Jahren gründete, ortet im Burgenland Standortpotenzial: „Der ‚Pannonia Fight Storm‘ ist ein Pilotprojekt, das bei erfolgreichem Ablauf im nächsten Jahr wiederholt werden soll. Es gibt bereits konkrete Überlegungen, dann auch Kämpfe im Kickboxen zu präsentieren. Im nächsten Herbst könnte auch ein internationaler oder interkontinentaler Titelkampf in Eisenstadt ausgetragen werden.“

Pannonia Fight Storm

Karten für die Veranstaltung sind zum Preis von 30 Euro erhältlich, sowohl im Vorverkauf als auch an der Abendkasse. Die Kämpfe beginnen um am Samstag, 14. September, um 19 Uhr, der Einlass öffnet um 18 Uhr. Für die Verpflegung ist gesorgt.

Zuvor findet am 13. September um 16 Uhr die Abwaage und ärztliche Untersuchung der Kämpfer im Restaurant Karlwirt statt.