Enormes Interesse an Eröffnung des Ruster Stadtarchivs
Freistadtgeschichte
Im Ruster Stadtarchiv liegt ein über 300 Jahre alter Schatz. Zu seiner Hebung in der Vorwoche kam gefühlt die halbe Freistadt.
Die Historiker Wolfgang Bachkönig und Martin Krenn, Bürgermeister Gerold Stagl und Vize Georg Seiler mit der Pachturkunde aus dem Jahr 1681, die Rust zur Freistadt machte.
© Fotos: BVZ/Kaiser
Ihre Freistadtwerdung 1681 ließen sich die Ruster etwas kosten: Neben Geld brachte man auch 28.000 Liter Ruster Ausbruch der Sorte Furmint brachte man nach Wien, um das Stadtrecht von Kaiser Leopold I. zu bekommen. Das brachte einige Rechte mit sich, wie die Gerichtsbarkeit. Die Ruster konnten nun sogar Todesstrafen verhängen, was sie aber, mit einer Ausnahme, nie taten - sie hatten keinen Galgen und die Ödenburger borgten ihren nicht her.
Was die frischgebackene Freistadt nun auch begann, war, ein Archiv anzulegen. Mit freistädtischem Stolz wurde diese Archivierung anscheinend betrieben, selbst die 300 Jahre alten Akten sind einem guten Zustand. Einer dieser stolzen Freistädter ist Wolfgang Bachkönig, Chefinspektor im Ruhestand und Historiker im Unruhestand. Er hatte gemeinsam mit dem Wissenschaftsarchiv-Direktor des Naturhistorischen Museums Wien, Martin Krenn, das Stadtarchiv gesichtet und seinen Bestand dokumentiert.
Enormer Andrang zur Archiv-Eröffnung
Am Donnerstag der Vorwoche konnten die Beiden das Ergebnis präsentieren, das Interesse groß zu nennen wäre eine Untertreibung: Der Festsaal im Seehof war so voll, dass sich außerhalb eine Menschentraube sammelte. Das Archiv musste sogar in zwei Tranchen besichtigt werden, damit auch alle Platz haben. Ein schönes Symbol für das Ruster Geschichtsbewusstsein, freute sich Ortschef Gerold Stagl. Er ist übrigens einer von nur zehn Bürgermeistern der Ruster Demokratiegeschichte. Kontinuität mag man in Rust eben - was sollte man an so einem malerischen Ort auch großartig ändern?