SPÖ baut Absolute in Hornstein aus, ÖVP nur auf Platz drei

Gemeindeanalyse

In einigen Gemeinden sind die Kräfteverhältnisse bei den Landeswahlen deutlich unterschiedlich - so auch in Hornstein. Während die ÖVP bei der Gemeinderatswahl 56,8 und bei der Bürgermeisterwahl sogar 60,8 Prozent holte, waren es bei der Landtagswahl gerade einmal 16,3 Prozent.

Bürgermeister Christoph Wolf (ÖVP) und Vize Rainer Schmitl (SPÖ).

Bürgermeister Christoph Wolf (ÖVP) und Vize Rainer Schmitl (SPÖ).

© zVg

Die SPÖ erreichte 54,24 Prozent (1.017 Stimmen) und konnte ihren Stimmenanteil um 3,13 Prozentpunkte (+123 Stimmen) steigern. Damit liegt sie deutlich über ihrem Landesergebnis von 46,38 Prozent und festigt ihre Position als stärkste Kraft in Hornstein.

Schmitl: „Die SPÖ Hornstein ist back“

„Damit sind wir definitiv sehr zufrieden“, hat Vize-Bürgermeister Rainer Schmitl nichts zu meckern. Er kandidierte als Zwölfter im Wahlkreis und kam dabei auf 605 Vorzugsstimmen und somit Platz neun bei der SPÖ im Bezirk. Auch damit ist Schmitl zufrieden, „auch wenn es ruhig ein paar mehr sein hätten dürfen. Wichtiger sind aber ohnehin das Gemeinde- und Landesergebnis.“

SPÖ baut Absolute in Hornstein aus, ÖVP nur auf Platz drei

© SPÖ Hornstein, Peter Wagentristl

Schuld am schwachen ÖVP-Ergebnis in Hornstein sei neben „dem Faktor Bundesregierung und der 180 Grad-Kehrtwende der ÖVP“ auch Bürgermeister Wolf. „Seinen unschönen Kurs, immer aufs Land hinzuhauen, wollen die Leute nicht.“ Für die SPÖ sei das starke Gemeindeergebnis und „das größte Plus der SPÖ im Bezirk“ ein klares Statement: „Die SPÖ Hornstein ist back.“

Wolf: „Katastrophales Ergebnis“

Die Bürgermeister-Partei ÖVP büßte stark an Zustimmung ein und erreichte nur noch 16,32 Prozent (306 Stimmen), ein deutlicher Rückgang um 12,21 Prozentpunkte (-193 Stimmen). Damit liegt die ÖVP auch deutlich unter dem Landesergebnis von 21,98 Prozent.

Für Bürgermeister Christoph Wolf war es die erste Landtagswahl seit 2010, bei der es für ihn nicht mehr um den Einzug in den Landtag ging. Wolf kündigte im Juli an, dass er sich gänzlich aus der Landespolitik zurückziehen werde. Seine fast 15-jährige Karriere als Landtagsabgeordneter endete mit der Landtagswahl - und einem „katastrophalen Ergebnis“, wie er es formuliert.

Wolf: „Wahltag ist Zeugnistag“

„Man muss hinnehmen, dass Doskozil überzeugt hat“, so der scheidende Landtagsabgeordnete, der heuer nicht mehr auf der ÖVP-Liste stand. Seine Parteiführung schont er nach der Wahlniederlage nicht: „Wahltag ist Zeugnistag für einen Politiker. Und jeder, der so ein Ergebnis einfährt, muss sich selbstkritisch hinterfragen und auch die Konsequenzen daraus tragen.“

SPÖ baut Absolute in Hornstein aus, ÖVP nur auf Platz drei

© Wolfgang Millendorfer

Zu einer möglichen Regierungsbeteiligung der ÖVP meint Wolf: „Das Ziel mus ses sein, mitzuregieren. Dafür wird es natürlich Kompromisse brauchen. Der Ball liegt bei Doskozil. Er muss entscheiden, ob er den einfachen oder den vernünftigen Weg gehen möchte.“ Die ÖVP einzubinden wäre laut Wolf jedenfalls „schon alleine deswegen sinnvoll, um die Gemeinden mitzunehmen“, da die ÖVP 71 von 171 Bürgermeister-Sessel im Land besetzt.

FPÖ holt Platz zwei

Die übrigen Parteien liegen weitgehend im landesweiten Trend. Die FPÖ konnte ihren Stimmenanteil mehr als verdoppeln und holte mit 19,15 Prozent Platz zwei. Die Grünen verloren 1,8 Prozent und liegen nun bei 6,72 Prozent. Die NEOS verbesserten sich leicht auf 2,93 Prozent, die Liste Hausverstand kam beim ersten Antreten auf 0,64 Prozent bzw. 12 Stimmen.

Ergebnis

SPÖ: 54,2 Prozent (1017Stimmen; +3,1 Prozentpunkte)
ÖVP: 16,3 Prozent (306 Stimmen; -12,2 Prozentpunkte)
FPÖ: 19,1 Prozent (359 Stimmen; +9,8 Prozentpunkte)
GRÜNE: 6,7 Prozent (126 Stimmen; -1,8 Prozentpunkte)
NEOS: 2,9 Prozent (55 Stimmen; +0,9 Prozentpunkte)
HAUS: 0,6 Prozent (12 Stimmen; +0,6 Prozentpunkte)