Eisenstadt reagiert auf Greenpeace-Analyse
Grün in der City
Die Umweltorganisation Greenpeace hat den Grünanteil in den Stadtzentren aller neun Landeshauptstädte auf Basis von Satellitendaten untersucht. Für Eisenstadt wird ein Grünanteil von 28 Prozent ausgewiesen, womit die Landeshauptstadt im österreichweiten Vergleich auf Platz sechs liegt. Die Stadt Eisenstadt verweist jedoch auf Einschränkungen bei der Methodik und bereits laufende Maßnahmen zur Begrünung und Entsiegelung.
Bürgermeister Thomas Steiner mit den Stadtgärtnern bei einer der neu angelegten Schmetterlingswiesen
© Bürgermeister Thomas Steiner mit den Stadtgärtnern bei einer der neu angelegten Schmetterlingswies
Bürgermeister Thomas Steiner betont, dass die Aussagekraft der Analyse nur eingeschränkt nachvollziehbar sei. Besonders kritisch sehe die Stadt die Definition des untersuchten Stadtzentrums, da es im burgenländischen Raumplanungsgesetz keine einheitliche gesetzliche Abgrenzung eines Stadtkerns gebe.
Zudem werde der Schlosspark mit rund 40 Hektar Fläche in der Analyse nicht berücksichtigt, obwohl er zentral gelegen sei. Gleichzeitig würden nach Angaben der Stadt dicht verbaute Bereiche wie Oberberg, der Jerusalemplatz sowie Teile des Krautgartenwegs in der Auswertung fehlen. „Die tatsächlichen Gegebenheiten der Stadt werden dadurch nicht vollständig abgebildet“, so Steiner.
Im Rahmen des örtlichen Entwicklungskonzepts habe die Stadt gemeinsam mit externen Fachplanern und in Abstimmung mit dem Land Burgenland eine eigene Definition des Kerngebiets erarbeitet. Auf dieser Grundlage komme man auf einen Grünraumanteil von mindestens 50 Prozent.
Unabhängig von der Studie verweist die Stadt auf laufende Maßnahmen im Bereich Klimaanpassung. Bereits am 15. September 2025 wurde im Gemeinderat eine Entsiegelungsoffensive beschlossen. Ziel ist der schrittweise Rückbau versiegelter Flächen im innerstädtischen Bereich. Insgesamt sollen rund 2.400 Quadratmeter entsiegelt werden, erste Maßnahmen sind für Herbst 2026 geplant.
Auch im Bereich Stadtgrün wurden in den vergangenen Jahren Projekte umgesetzt. Seit 2018 wurden rund 7.000 Quadratmeter Schmetterlingswiesen jährlich angelegt. Im Rahmen des Stadtbaumkonzepts wurden in den vergangenen sieben Jahren rund 2.500 Bäume im Stadtgebiet gepflanzt.
Die Stadt betont, dass Begrünung, Entsiegelung und nachhaltige Stadtentwicklung weiterhin zentrale Schwerpunkte bleiben. Ziel sei es, die Lebensqualität langfristig zu sichern und die Stadt an die Herausforderungen des Klimawandels anzupassen.