Alles Gute zum 80er, Waterloo!

Happy Birthday, Waterloo!

Wenn ein Mensch für Werte wie Gerechtigkeit, Liebe, Freiheit, Friede und Respekt steht, dann ist es wohl der Mörbischer Sänger Hansi „Waterloo“ Kreuzmayr. Am 27. November 2025 feiert der letzte „Indianer“ der Nation seinen 80. Geburtstag. Nina Mayer nahm dieses freudige Ereignis zum Anlass, um mit ihm gemeinsam einen Blick zurück auf sein bewegtes Leben zu werfen.

Nina Mayer war es ein Vergnügen Hansi „Waterloo“ Kreuzmayr in seinem Haus in Mörbisch zu besuchen. Der Sänger feiert am 27. November 2025 seinen 80. Geburtstag und erzählte aus seinem ereignisreichen Leben.

Nina Mayer war es ein Vergnügen Hansi „Waterloo“ Kreuzmayr in seinem Haus in Mörbisch zu besuchen. Der Sänger feiert am 27. November 2025 seinen 80. Geburtstag und erzählte aus seinem ereignisreichen Leben.

© Nina Mayer

Eigentlich mag Waterloo es nicht, einer Nationalität zugeordnet zu werden. Selbst bezeichnet er sich am liebsten als „Kind dieser Erde“. Geboren wurde er im Innviertel in Altheim (OÖ), seit acht Jahren lebt er mit seiner dritten Frau Andrea in Mörbisch.

In der Seegemeinde haben die beiden das Gefühl, den Platz gefunden zu haben, der für sie bestimmt war. Von der Terrasse genießt man einen Weitblick über den Neusiedler See, der das Kriterium für die Wahl des neuen Wohnsitzes war. Andrea ist nämlich keine Oberösterreicherin, sie kommt aus dem Bezirk Neunkirchen. Als Fotografin zahlreicher Hochzeiten, Erstkommunionen und Firmungen lernte sie die Gegend und die Menschen rund um den Neusiedler See gut kennen und lieben.

Das sympathische Paar hat fünf Kinder, vier davon stammen von Waterloo, eines von Andrea Kreuzmayr.

Alles Gute zum 80er, Waterloo!

© Nina Mayer

Natur und Musik

„Musik ist mein Leben“, sinniert Hansi Kreuzmayr beim Interview, wobei seine braunen Augen strahlen und um seinen Mund das stets präsente Lächeln spielt, das seine Fans so lieben. Waterloo singt, seit er denken kann. Sogar vor einer brenzligen Situation in der vierten Klasse Volksschule hat ihn seine Stimme und sein Charme bewahrt. Das war nämlich so:

Dem Hansi lag die hohe Kunst der Mathematik nicht wirklich. Ein Fünfer drohte, unvermeidlich schien das Drama der Klassenwiederholung. Dann die Eingebung des Kindes: Hansi stand auf, stellte sich als neunjähriger Knirps vor seine Lehrerin und sang: „Spanische Orangen, süß wie Malaga-Wein, gab sie mir und die Nacht war blau und wir zwei allein.“ Wer könnte da schon widerstehen? Der Vierer wurde ins Zeugnis eingetragen, der Beginn der großen Karriere war gemacht.

Zuerst einmal ein goldenes Handwerk

Hansi Kreuzmayrs bester Freud, engster Vertrauter und Lehrmeister in menschlichen Angelegenheiten war sein Vater. Dieser gab ihm Ratschläge mit, die er bis heute befolgt. „Mach was dir dein Herz rät, behalte immer die Liebe in deinem Herzen! Und lerne einen „anständigen“ Beruf als Basis“. Gehorchend ergriff „Waterloo“ den Beruf eines Tischlers, wechselte aber aus einer spontanen Emotion in die Modebranche.

Ein Haus an der Donau in Linz stand leer und schrie förmlich danach, durch Hansi Kreuzmayr eine neue Bestimmung zu finden. Geld hatte der Wagemutige wenig, der Vermieter hatte aber Einsehen, da er den Burschen auf den ersten Blick mochte und so eröffnete Hansi einige Wochen später seine Boutique „Eclisse“. Italienische Mode war das Erfolgsgeheimnis, das den Laden zum Laufen brachte.

Eingekauft hat Waterloo beim jüdisch-italienischen Großhändler Herrn Stein, ein Mensch, den der liebe Gott in Hansi Kreuzmayrs Leben geschickt hat, ein Mensch, der ihm stets helfend zur Seite stand. Sogar eine große Summe an Geld für ein Projekt borgte dieser ihm einmal, mit der Prämisse, dass er und Hansi keinen Vertrag darüber machen. Freundschaft soll Freundschaft sein, Vertrauen die Basis dafür. Natürlich zahlte „Waterloo“ die Summe schnellstmöglich wieder zurück.

Alles Gute zum 80er, Waterloo!

© Nina Mayer

Wie das Schicksal so spielt

Eines Tages stand zufällig Sepp Krassnitzer vor dem Laden. Ja, genau, einige werden es wissen: es handelte sich um den später als Robinson bekanntgewordenen Sänger. Schnell freundete man sich an und begann gemeinsam Musik zu machen. Ein Konzert folgte aufs andere, Songs wurden aufgenommen, bei Ö3 von einer damals namhaften Moderatorin aber abgelehnt. Man sieht: nicht jeder hat das Gespür für Hits. Qualität setzt sich jedoch durch, der Erfolg war nicht mehr aufzuhalten.

Die Boutique musste geschlossen werden, da für diese neben der Musik keine Zeit mehr blieb. Songs wie „Lilis Haus“ und „Baby Blue“ eroberten den Markt, dann ein Welthit. Komponist Christian Kolonovits wurde auf das Pop-Duo aufmerksam und schrieb und produzierte mit ihm das Lied „Hollywood“. Bis heute wird dieses monumentale Musikstück auf zahlreichen Radiosendern von vielen Menschen gewünscht und gespielt. Bei der Ö3-Hitparade belegte man monatelang Platz 1.

Alles Gute zum 80er, Waterloo!

© Nina Mayer

Ab zum Eurovision Song Contest

„Wie kam es eigentlich zum Namen 'Waterloo & Robinson'“, interessiert. Robinson wählte seinen, weil er sich schon immer als Abenteurer fühlte. Kurz auf diese Namensfindung hatte auch Hansi Kreuzmayr eines Nachts eine Eingebung. Erklären kann er diese nicht, der Name Waterloo kam ihm plötzlich gleich einer Erleuchtung ins Gedächtnis. Die alte Bezeichnung „The Edward Brothers“ fiel, das Erfolgs-Duo „Waterloo & Robinson“ ward geboren.

1976 folgte der erste internationale Show-Auftritt. Beim Eurovision Song Contest in Den Haag traten die beiden Sänger mit „My Little World“ an den Start. Eine Melodie, welche die Lebensfreude der 70er-Jahre verbreitete, ein Text, der selig lächeln lässt: „Das ist meine kleine Welt, sie ist frei und ohne Sorgen, denn in meiner kleinen Welt, freu' ich mich auf jeden Morgen!“

Langes Haar, strahlendes Lachen, Waterloo im blauen Hippie-Frack-Anzug mit roter Steckblume, Robinson im Cowboy-Look - ja, da ging vielen Zusehern das Herzerl auf. Honoriert wurde das Lied mit Platz 5. Ein tolles Ergebnis, das nur Udo Jürgens toppte und erst viele Jahre später Conchita Wurst.

Alles Gute zum 80er, Waterloo!

© Nina Mayer

Auf allen großen Bühnen

Die Karriere gipfelte in einer Japan-Tournee mit Auftritten in allen großen Abendshows der Länder Österreich, Deutschland, Schweiz. Man war Dauergast bei Vico Torriani, Peter Frankenfeld, Lou van Burg oder Hans Rosenthal. Sogar in Ostdeutschland gaben Hansi und Sepp ein Gastspiel.

„Waterloo & Robinson“ waren so bekannt, dass es Waterloo zu Zeiten des „Eisernen Vorhangs“ sogar einmal gestattet wurde, ohne Reisepass in Ost-Deutschland einzureisen, da er diesen zu Hause vergessen hatte. Unvorstellbar, aber aus einer Autogrammkarte wurde ein provisorisches Dokument gebastelt, um den Auftritt im „Palast der Republik“ nicht zu gefährden.

Gut erinnert er sich noch an den anwesenden, umstrittenen Politiker Erich Mielke. Auf die Schulter hat ihm dieser geklopft und lobende Worte gesprochen. Was Hansi Kreuzmayr daraufhin zum ehrfürchtigen Staunen der vertretenen Medienleute erwiderte? „Es ist schön, wenn es ihnen gefallen hat, wenn nicht ist es mir auch egal!“

Alles Gute zum 80er, Waterloo!

© Nina Mayer

Indianderweisheiten

Gepfiffen hat er sich nie was, stets folgte er seinem Herzen, bei der Musik und in der Liebe. Es würde den Rahmen sprengen, alle Songs anzuführen. Ein paar seien aber genannt: „Im Land, das Ewigkeit heißt“, „Heros“, „Frieden auf der Welt“, „So a wunderschönes Leben“, „Sing a Great Song“, „Everybody“. Das Duo ging ab dem Jahr 1981 getrennte Wege, später kam es zu kurzen Wiedervereinigungen.

Anfang der 90er-Jahre reiste der Freigeist Waterloo in die USA. Dort hatte er die Gelegenheit einige Wochen in einem Indianer-Reservat zu verbringen. Bis heute beeinflussen ihn die Weisheiten der indigenen Völker so sehr, dass er ihnen 2009 sogar ein Buch gewidmet hat: „Das geheime Wissen der Lakota. Die sieben Wege zu einem besseren Leben.“

Der Wandel zu „Winnetou“ erfolgte, dem Publikum gefiel's. Nicht bloße Aufmachung und Show erkannte man dahinter, sondern tiefes Empfinden und Verinnerlichen der Werte dieser Kultur. Ach ja: seine hübsche Gattin Andrea lernte er auch als Winnetou kennen. Bei den Karl-May-Festspielen in Winzendorf ritt er in voller Montur an ihr vorbei, um sie nicht mehr von seinem „Pferd“ zu lassen.

Der weiße Indianeranzug, den er damals trug hängt bis heute im Vorraum des Mörbischer Hauses als Erinnerung an die Liebe der beiden.

Unvergesslich auch Waterloos Auftritt bei „Dancing Stars“. Platz vier konnte er dort ertanzen, gemeinsam mit seiner Partnerin Alice Guschelbauer, die mit Balazs Ekker gar nicht weit entfernt vom Ehepaares Kreuzmayr lebt und manchmal gerne zu Besuch kommt.

Am 29. November kann man Waterloo live erleben. Gemeinsam mit Kindern singt er bei einem Friedensfest in der Sieggrabener Kulturhalle sein Lied „Frieden auf dieser Welt“ und das indianische Lied „Gombola Vista“.