Ein stilles Zeichen gegen Gewalt im Eisenstädter Krankenhaus
Hilfe, wenn sie zählt
Informationssticker in den Damen-WCs des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder Eisenstadt bieten Betroffenen diskreten Zugang zu Notrufnummern und Beratungsstellen.
Notfallnummern für Frauen
© zVg. KHBB Eisenstadt
Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Eisenstadt setzt mit einer neuen Initiative ein Zeichen für den Opferschutz. In allen Damen-WCs wurden Informationssticker mit wichtigen Notrufnummern und Kontakten zu Beratungsstellen angebracht. Die Hinweise ermöglichen es Frauen, sich unauffällig und diskret über Hilfsangebote zu informieren. Damit soll Betroffenen der Zugang zu Unterstützung erleichtert werden – möglicherweise in einem Moment, in dem Hilfe besonders dringend benötigt wird.
Gewalt kann viele Formen annehmen. Neben körperlichen Übergriffen zählen auch psychische, sexuelle und ökonomische Gewalt dazu. Oft treten mehrere Formen gleichzeitig auf und bleiben für das Umfeld lange unbemerkt. „Viele Betroffene suchen zunächst medizinische Hilfe. Daher kommt uns in Gesundheitseinrichtungen eine besondere Schlüsselrolle als erste Anlaufstelle bei der Früherkennung, Versorgung und Unterstützung von Gewaltopfern zu“, betont Prim. Dr. Ingrid Steindl, Leiterin der Opferschutzgruppe.
Die Initiative geht auf die Anregung von DGKP Eva Frank-Feurer, Mitglied der Opferschutzgruppe, zurück. Mit den Informationsstickern möchte das Krankenhaus seine Verantwortung im Opferschutz unterstreichen und das Bewusstsein für ein häufig verborgenes gesellschaftliches Problem stärken. Denn manchmal kann bereits eine einzige Information der erste Schritt zu Hilfe und einem Leben ohne Gewalt sein.