18-Jähriger raubte Böller in Wiener Neustadt: 2,5 Jahre Haft

Burgenländer mit dabei

In der Silvesternacht kam es im Stadtpark Wiener Neustadt zu einem Konflikt wegen Böllern. Beteiligt waren auch amtsbekannte Jugendliche aus dem Burgenland.

Drei Jugendliche und ein 18-Jähriger mussten wegen eines Raubüberfalls vor Gericht.

Drei Jugendliche und ein 18-Jähriger mussten wegen eines Raubüberfalls vor Gericht.

© BVZ/Kirchmeir

Drei Flüchtlinge aus Syrien im Alter von 15 und 16 Jahren und ein 18-jähriger vorbestrafter Türke mussten wegen des Vorwurfs des Raubes am 10. März 2026 im Landesgericht Eisenstadt vor einen Jugendschöffensenat treten.

Der 18-jährige Türke, Haupttäter bei diesem Vorfall am 31. Dezember 2025, und der 16-jährige Syrer wurden aus der Untersuchungshaft in den Verhandlungssaal gebracht. Die Syrer leben in Sozialeinrichtungen im Burgenland, der Türke hatte zuletzt bei seinem Vater in Wiener Neustadt gewohnt.

Die vier Angeklagten hatten sich am Silvestertag um 16 Uhr am Bahnhof in Wiener Neustadt getroffen. Neun bis zehn Plastikbecher Wodka-Orange habe er dann ab zirka 17.30 Uhr konsumiert, so der 18-Jährige. „Ich war stark betrunken. Ich vertrage das nicht so gut“, gab er vor Gericht bekannt.

„Dann trinken'S nichts“, empfahl ihm die Jugendrichterin.

Im Stadtpark wurden Böller geschossen

Die Gruppe begab sich in den Stadtpark und traf dort nach 19 Uhr auf andere Parkbesucher. „Die haben in unsere Richtung Böller geschossen“, berichtete der 18-jährige Angeklagte.

„Give me Pyro“, habe er von einem Mitglied der anderen Gruppe verlangt, einem Rumänen, der laut dem Angeklagten kein Deutsch verstand. Als der Rumäne „No, no, no“ antwortete, zückte der 18-Jährige ein Messer.

„Was blöd war, das mit dem Messer“, gab derAngeklagte zu.

„Zufällig“ habe er dieses Messer in der Hosentasche eingesteckt gehabt, er habe es herausgenommen und dem anderen hingehalten.

Daraufhin habe dieser 40 Feuerwerkskörper herausgerückt.

Auch einem weiteren Mitglied der anderen Gruppe sollen Böller abgenommen worden sein. Außerdem sollen die Böllerschießer bedroht worden sein: Wenn sie die Polizei rufen, würde man sie finden.

Den drei Syrern wurde vorgeworfen, Beitragsleistungen zum schweren, mit dem Messer begangenen Raub geleistet zu haben. Der 16-Jährige, der sich wegen eines anderen Vorfalls in Untersuchungshaft befindet, soll außerdem am 30. Dezember 2025 in seiner Unterkunft auf einen Mitbewohner und einen Betreuer losgegangen sein.

Der vorbestrafte 18-Jährige erhielt eine Zusatzstrafe von zweieinhalb Jahren Haft. Der 16-Jährige wurde zu acht Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Die beiden 15-Jährigen wurden freigesprochen. Eine Beitragshandlung zum Raub konnte ihnen nicht nachgewiesen werden.