Albano erobert die Seebühne bei der italienischen Nacht

Italienische Nacht

Italien lag am Dienstagabend über der Seebühne Mörbisch – große Melodien, Erinnerungen an längst vergangene Sommer und ein Künstler, der wie kaum ein anderer für das italienische Lebensgefühl steht: Albano Carrisi. Gemeinsam mit Romina Power sorgte er bei der „Italienischen Nacht“ vor mehr als 6000 Besuchern für jene Momente, auf die das Publikum gewartet hatte.

Romina Power und Albano Carrisi - der Höhepunkt der „Italienischen Nacht“ auf der Seebühne in Mörbisch.

Romina Power und Albano Carrisi - der Höhepunkt der „Italienischen Nacht“ auf der Seebühne in Mörbisch.

© Nina Mayer

Der Abend begann mit italienischen Klängen. Fausta Gallelli brachte mit ihrer Stimme ein Stück Italien auf die Seebühne, bevor Bobby Solo mit Rock’n’Roll einen musikalischen Kontrapunkt setzte. Auch Fiordaliso stand auf dem Programm. Doch spätestens als Albano Carrisi die Bühne betrat, war klar: Jetzt war der große Augenblick gekommen.

Albano kam nicht einfach, nein, er eroberte die Bühne.

Seine Stimme ist auch nach Jahrzehnten unverkennbar: kraftvoll, warm, voluminös und mit einer Wucht, die einen großen Konzertsaal ebenso füllt wie die gewaltige Seebühne. Schon die ersten Töne machten deutlich, warum Albano zu den ganz Großen der italienischen Musikgeschichte zählt.

Dabei ist es nicht nur seine Stimme, die das Publikum für sich gewinnt. Albano ist Entertainer durch und durch. Charmant, temperamentvoll und mit einer gehörigen Portion italienischem Humor plauderte er mit den Besuchern, scherzte, erzählte und genoss sichtbar den direkten Kontakt mit seinem Publikum. Ein Signore mit großer Bühnenpräsenz, der genau weiß, wie man mehr als 6000 Menschen erreicht.

Dann erklangen die Lieder, die Generationen verbinden.

„Sempre, Sempre“, „Felicità“, „Azzurro“ und viele weitere große Hits ließen Erinnerungen wach werden. Man sang mit, klatschte, tanzte und ließ sich für einige Stunden nach Italien entführen. Besonders die großen gemeinsamen Lieder von Albano und Romina Power entfalteten ihre ganz eigene Magie. Bei manchen Besucherinnen wurden die Augen feucht – so eng sind diese Melodien mit persönlichen Erinnerungen, vergangenen Lieben und unbeschwerten Urlaubstagen verbunden.

Jeder Song schien seine eigene Geschichte mitzubringen: vom ersten Italienurlaub über Sommernächte am Meer bis zu großen Lieben und kleinen persönlichen Glücksmomenten. Und genau darin liegt vielleicht das Geheimnis von Albano Carrisi: Er singt nicht einfach Lieder, er erzählt Geschichten. Geschichten, die auch nach Jahrzehnten nichts von ihrer Wirkung verloren haben.

Generationenübergreifend funktioniert seine Musik, weil sie von Dingen erzählt, die niemals aus der Mode kommen: Lebensfreude, Sehnsucht, Liebe und Freiheit.

Als Romina Power gemeinsam mit Albano auf der Bühne stand, bekam der Abend noch einmal eine besondere emotionale Dimension. Ihre gemeinsame Geschichte, die nicht immer einfach war, ihre Stimmen und vor allem die Lieder, die beide seit Jahrzehnten miteinander verbinden, sind längst Teil der internationalen Musikgeschichte.

Auch zwischen den Liedern blieb Albano ganz nahbar. Er scherzte, spielte mit den Reaktionen des Publikums und zeigte sich als Künstler, der trotz seiner internationalen Karriere die Freude am Auftritt nicht verloren hat. Man merkt ihm an, dass er die Bühne liebt, und das Publikum liebt ihn dafür. Es war vor allem Albano, der an diesem Abend zeigte, weshalb sein Name bis heute einen solchen Klang besitzt.

Er hat diese seltene Fähigkeit, eine Bühne nicht nur zu bespielen, sondern sie auszufüllen. Mit seiner Stimme, mit seiner Persönlichkeit, mit jener Mischung aus italienischem Temperament, Charme und Lebensfreude, die man ihm sofort abnimmt.

So wurde aus der „Italienischen Nacht“ schließlich genau das, was man sich von einem solchen Abend erhofft: ein Fest der großen italienischen Gefühle. Ein wenig Sehnsucht, ganz viel Musik, Erinnerungen an vergangene Zeiten und ein Albano Carrisi, der eindrucksvoll bewies, dass eine große Stimme zeitlos ist.