Haft für rückfälligen Kinderporno-Konsument

Kindesmissbrauch

Sechs Monate bedingt und eine Geldstrafe hatte der beschäftigungslose IT-Techniker 2022 wegen des Besitzes von Kindesmissbrauchs-Darstellungen bekommen. Eine Lehre war ihm das offenbar nicht.

Zum zweiten Mal musste sich der Beschäftigungslose wegen Missbrauchsdarstellungen vor Gericht verantworten.

Zum zweiten Mal musste sich der Beschäftigungslose wegen Missbrauchsdarstellungen vor Gericht verantworten.

© BVZ/Kirchmeir

Am 30. April 2025 saß der 38-Jährige neuerlich auf der Anklagebank: 2500 Bilder und knapp 400 Videos mit Darstellungen von sexuell missbrauchten Kindern hatte die Kriminalpolizei bei ihm gefunden.

„Er ist ein psychisches Wrack“, sagte der Verteidiger über seinen Mandanten, der aus dem Bezirk Eisenstadt nach Niederösterreich übersiedelt ist. Der Angeklagte habe „massive Alkoholprobleme“, konsumiere Pornos und „schaute sich das auch immer wieder an“, führte er weiter aus und meinte mit „das“ die Fülle an Bildern und Videos, die die Richterin „extrem grauslich“ nannte.

Angeklagter: „Ich bin kein Kinderschänder“

„Ich bin kein Kinderschänder, ich habe niemandem etwas getan“, behauptete der Angeklagte.

„Sie tragen dazu bei, dass Kinder misshandelt werden“, führte ihm die Richterin vor Augen. „Das ist eine schwere Straftat.“

Der Angeklagte schilderte seine psychischen Probleme, die seiner Meinung nach mit seiner „nicht normalen“ Sexualität im Zusammenhang stehen. Er sei auch bereits in der Psychiatrie und in einer Entzugsanstalt gewesen.

Auf Kinder „stehe“ er jedoch nicht. „Ich spiele mit ihnen Mensch-ärgere-dich-Nicht und Darts“, sagte der Angeklagte wiederholt.

„Ich bekomme Morddrohungen“

Er habe, erzählte der 38-Jährige vor Gericht, „so ziemlich alles verloren“. Seine Mutter bezeichne ihn als „Schande“, er bekomme „massiv viele Morddrohungen“ und habe sechs Monate in einem Auto gelebt.

Nun sei „alles besser“ geworden, weil er eine Frau kennengelernt habe.

Die Kindesmissbrauchsdarstellungen habe er aus dem Darknet bezogen. „Ich suchte dort nach Pornos, nach Packages mit Inhalten, auf die andere Menschen nicht stehen“, so der Angeklagte. „Es waren terabyteweise Pornos. Die Dateien heißen Hard Core 1 bis Hard Core 4, da weiß man, am Schluss wird nicht geheiratet.“

„Wenn Kinder zu Schaden kommen, schaut das Gericht drauf“

Gegen „normale“ Pornos sei nichts einzuwenden, erklärte die Richterin. „Aber wenn Kinder oder Erwachsene zu Schaden kommen, dann schaut das Gericht drauf.“

Dass der 38-Jährige wieder kinderpornografisches Material zuhause hortete, war aufgeflogen, nachdem dieser von einer Freundin in die Psychiatrie gebracht worden war. Die Frau fand in der Wohnung des Angeklagten kinderpornografische Darstellungen und verständigte die Kriminalpolizei, die eine Hausdurchsuchung durchführte.

Kriminalbeamter: „Am WC stand ein Laptop“

„Es war eine Vielzahl an Datenträgern. Am WC stand ein Laptop“, berichtete ein Beamter des Landeskriminalamtes. Man habe „eindeutige Kinderpornografie“ gefunden.

Der Angeklagte wurde wegen des Besitzes von sexualbezogenen Kindesmissbrauchsdarstellungen schuldig gesprochen und zu 18 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, davon sechs Monate unbedingt. Das Urteil ist rechtskräftig.