Cleo Ruisz: Omar Sharif war ihre Muse
Künstlerportrait
War Omar Sharif vor 35 Jahren mit seinem Kuss die Muse von Cleo Ruisz, die ihr so viel Kreativität eingehaucht hat? Leidenschaftliche Portraits von Menschen, humorvolle Hundebilder, Chansons zu Ehren Hildegard Knefs - das alles und noch viel mehr bietet die fesche, schwarzhaarige Malerin und Sängerin mit ihrer rauchigen, tiefen Stimme, mit der sie zu faszinieren vermag.
Cleo Ruisz - geliebt und bewacht von ihrer vierbeinigen Inspirationsquelle Elias
© Nina Mayer, Nina Mayer
Aber Geduld, reisen wir vorerst in die 60er-Jahre. In Hornstein aufgewachsen, besuchte Cleo Ruisz die Frauenfachschule in Eisenstadt, die sogenannte „Knödelakedemie“, wie sie lachend hinzufügte. Bei den gemütlichen Knödel blieb sie nicht, das zackige Bundesheer in Wien rief, wo EDV ihr Spezialgebiet wurde. Zu langweilig, sagte sie sich und ging vorerst nach Tirol, dann nach Deutschland in die Gastronomie.
Ein verlockender Job bei einem Wirtschaftsprüfer an der Wiener Börse veranlasste Cleo Ruisz in den Schoß unserer Bundeshauptstadt zurückzukehren. Parallel dazu begann die damals 21-jährige Musik zu machen. Pop, Rock, Blues, Jazz bediente sie in mehreren Bands gesanglich.
Am Wiener Privatkonservatorium verfeinerte sie ihr stimmliches Können. „Zwei Mal fing ich mit dem Studium dort an, zwei Mal hörte ich auf“, lacht Cleo Ruisz. Die Klassik war es, die ihr zu starr war, wenngleich ihre Lehrer ihr ob ihrer besonderen Stimmlage eine große Karriere als Kammersängerin voraussagten.
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Zwischenstopp im Showbizz
Dann lockte der wohl spannendste Job ihres Lebens. Bei der Besetzungsagentur „Extras“ durfte sie zwei Jahre lang in der Filmbranche tätig sein, suchte Statisten aus, betreute diese vor Ort am Set. „Eines Tages“, erinnert sich Cleo Ruisz glücklich, „drehten wir einen Film mit Omar Sharif, ich war für 200 Statisten zuständig und trug ein Shirt mit der Aufschrift: The Boss. Omar kam lachend auf mich zu, nahm mich in die Arme, sagte: „You're perfect“ und küsste mich auf die Wange.“
Mit Omar Sharif wurde es nichts, denn Cleo war schon schwanger mit ihrer Tochter Bianca, die auch der Grund war, diesen von ihr geliebten Job nicht weiterführen zu können. Zu viel zeitliche Flexibilität forderte er, die einer Alleinerzieherin verwehrt ist. So beschritt Cleo Ruisz den Weg der Selbstständigkeit.

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Mit Pinsel und Farbe
Seit dem Jahr 2000 widmete sie sich voll und ganz ihrer Kunst, verfeinerte ihr unglaubliches Talent als Malerin in Kursen an der Volkshochschule. Bildhauerei, Akt, Farbenlehre, Perspektiven, alles studierte sie. Im selben Jahr eröffnete sie ihr erstes Atelier in Wien. Irgendwann zieht das Herz die meisten wieder ins Burgenland zurück, so auch Cleo im Jahr 2004, in ihre alte Heimat Hornstein.
Viel von der Welt gesehen, gelernt, erlebt, tat sie sich nun mit dem Maler Victor Sales zusammen, um sich ein Atelier zu teilen und mit ihm ihre Idee von „Painting on the Hill“ zu verwirklichen. Vier Mal im Jahr hat man für einen Tag die Möglichkeit am Weingut Hillinger in Jois mit den beiden bildenden Künstlern kreativ tätig zu werden, ein Mittag- und Abendessen zu genießen, Weine zu verkosten. Der nächste Workshop findet am 20. Juni statt. Burgenländisch inspiriert werden Weinfässer bemalt.

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Wenn's rote Rosen regnet...
Vor 11 Jahren begann Cleo gemeinsam mit dem Klavierspieler Reini Dorsch Chansonabende zu veranstalten. Vor allem die Lieder der großen Sängerin Hildegard Knef präsentiert sie mit ihrer tiefen, beeindruckenden, sexy Stimme. Bei einem gemeinsam initiierten Liederabend mit Paul von Schell, dem Witwer von Hildegard Knef, war dieser beeindruckt von ihrer gesanglichen Leistung, aber auch verwundert: „Du bist ja gar nicht blond“.
Nein, denn sich verbiegen und imitieren will Cleo Ruisz nicht. „Ich bin ich“ ist ihr Motto, blonde Haare und falsche Wimpern, um dem Knef-Look gerecht zu werden, das widerstrebt ihr. In Los Angeles hat sie in einem Tonstudio eines Freundes ihre CD „Beziehungslos“ aufgenommen - ein Querschnitt durch deutsche Chansons und ein einzigartiges Erlebnis.

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Statt Omar inspiriert nun Elias
Ihre Bilder sind hauptsächlich Auftragsarbeiten. Besondere Leidenschaft hegt sie für das Malen von Portraits, in den letzten Jahre sind es aber vor allem lustige, trendige Hundebilder, die ihr Herz höher schlagen lassen. Die Werke des Fotografen Christian Vieler gaben ihr den Denkanstoß dazu. Zu Elias war der Schritt dann nicht mehr weit. Wer das ist? Ein kleiner Yorkshire Terrier, der Cleo auf Schritt und Tritt begleitet und bewacht und zu ihrem Markenzeichen geworden ist.
Nähere Infos finden Sie unter: www.cleo.at