Ferry Janoska: Musik liegt ihm im Blut

KÜNSTLERPORTRAIT

Ferry Janoska gehört zu den Granden der österreichischen Musikwelt. Erreicht hat er alles, wovon er geträumt hat. Er arbeitet mit den Wiener Philharmonikern zusammen, mit den Wiener Sängerknaben, hat eine eigene Weihnachtsgala im Schloss Esterhazy, musiziert, komponiert. Begonnen hat er als „Herzensbrecher“. Neugierig? Dann kommen Sie mit auf eine Reise zurück in vergangene Zeiten.

Ferry Janoska kam als 15-jähriger aus der Slowakei nach Österreich. Er studierte Konzertfach Klavier, zog als Unterhaltungsmusiker durch die Nächte und widmete sich dann seiner Leidenschaft, der klassischen Musik.

Ferry Janoska kam als 15-jähriger aus der Slowakei nach Österreich. Er studierte Konzertfach Klavier, zog als Unterhaltungsmusiker durch die Nächte und widmete sich dann seiner Leidenschaft, der klassischen Musik.

© Nina Mayer

Ferry Janoska wurde 1959 in Sala in der Slowakei geboren. Musik prägte sein Leben seit er denken kann. Als Kleinkind klimperte er schon am Klavier, bereits mit sechs Jahren nahm er Unterricht an diesem Instrument. Hochbegabt war er, weshalb er als 15-jähriger nach Österreich kam, um an der Hochschule Wien „Konzertfach Klavier“ zu studieren.

Der Papa von Ferry spielte zu dieser Zeit im „Ferry-Trio“, das aus dessen Bruder und Cousin bestand. Der Cousin stieg aus und so hieß es: „Ferry jun., wir brauchen dich!“ Hart war die Zeit. Konzertfach Klavier erfordert tägliches mehrstündiges Üben. Nicht machbar, wenn man jede Nacht als Unterhaltungsmusiker durch die nordburgenländischen Lokale zieht. Erschwerend kam hinzu, dass der Ferry einer der feschen Sorte war.

Ferry Janoska: Musik liegt ihm im Blut

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Attraktivität ist nicht immer ein Segen

Ergo: die Damenwelt lag ihm zu Füßen. Kaum eine deutsche Touristin, die ihm nicht an die Wäsche wollte. Noch dazu war der Ferry wiederum den Frauen nicht abgeneigt. Das tägliche Spiel: Musizieren bis drei oder vier Uhr morgens, danach ein - nennen wir es - „Hausbesuch“. Ein, zwei, meist mehr Glaserl Wein, Tabak - nun ja, g'sund war das Leben nicht, das Ferry Janoska in jungen Jahren führte.

Da kam es nur gelegen, dass er einen Gastauftritt in Tirol hatte, wo er seine spätere Frau Sabine kennen und lieben lernte. Sie bekehrte ihn und - kaum zu glauben - er wurde nach eigener Angabe „brav und anständig“.

Alles änderte sich. Die Unterhaltungsmusik, die ohnedies nie Ferrys Leidenschaft war, ließ er bleiben. Für ihn hieß es: Zurück an die Uni! „Tonsatz und Komposition“ lachte ihn an. Nach dem Abschluss war es nicht einfach als junger Komponist sein täglich Brot zu verdienen. Dann der Wink des Schicksals. Eine bekannte Tiroler Plattenfirma suchte einen Arrangeur.

Mit den Kastelruther Spatzen und den Zillertaler Schürzenjägern verdiente er nun gute „Marie“ und lebte drei Jahre lang mit seiner Familie in Tirol.

Ferry Janoska: Musik liegt ihm im Blut

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Rückkehr ins Burgenland

Dann ein Schicksalsschlag. Ferry Janoskas Vater verstarb plötzlich, was eine Rückkehr ins Burgenland bewirkte. Bereut hat es der Burgenland-Roma nie. In Neusiedl fühlt er sich zu Hause.

Man schrieb das Jahr 1993, als für Ferry Janoska die für ihn wirklich große Karriere begann. Immer schon hing sein Herz an der klassischen Musik. Dank einer glücklichen Fügung schaffte der energiegeladene Musiker den Einstieg in diese Branche. Er ermöglichte eine Cross-Over-Produktion mit den Sängerknaben. Zum ersten Mal gaben diese populäre Schlager zum Besten, die von Ferry Janoska auf ein hohes künstlerisches Level gebracht wurden.

„Von Lanner bis Lennon“ wurde ein bahnbrechender Erfolg. Von nun an ging es steil bergauf. Anfragen folgten und das von durchaus großen Künstlern. Mit den Brüdern Kutrowatz ging er auf Korea-Tournee, mit Reinhard Fendrich füllte er Stadien. Ferry erinnert sich an eine Fußball-Europameisterschaft. Fendrich und er komponierten und arrangierten eine Hymne, die mit den Wiener Sängerknaben aufgeführt wurde.

Mit dem Regisseur Peter Wagner geht er schon in die siebte Produktion. Das neueste Projekt nennt sich „Der Fluss“. Burgenländische Minderheiten stehen im Focus.

Ferry Janoska: Musik liegt ihm im Blut

© Nina Mayer

Weihnachten im Schloss

Besonders großer Beliebtheit erfreut sich Ferry Janoskas Weihnachtsgala, die zu einem Fixpunkt in der Weihnachtszeit geworden ist. Im Haydnsaal des Schlosses Esterhazy findet sie seit über zehn Jahren statt. Wechselnde Künstler, wie Ildiko Raimondi, Sandra Pires oder Helmut Lotti, treten auf, eine Abordnung der Wiener Philharmoniker verwöhnt die Ohren. Natürlich spielt auch das „Janoska-Ensemble“, das aus Cousins von Ferry besteht.

Und weil der Künstler umtriebig und immer neugierig auf Neues ist, bedient er jeden Sonntag in der Kirche von Deutsch Jahrndorf die Orgel und dem Bandoneon hat er sich auch zugewendet. Das Erlernen dieses, gegen jede Logik funktionierende Instrument, war sogar für den Musikvirtuosen eine Herausforderung.

Will man den Künstler persönlich erleben, hat man dazu am im Schloss Esterhazy wieder am 18. Dezember 2025 die Möglichkeit. Am 11. September findet in der Kobersdorfer Synagoge die Uraufführung des Theaterstücks „Das hölzerne Pferd“ statt.