Minister Rauch auf Arbeitsbesuch in Eisenstadt

Ministerbesuch

Der Grüne Sozialminister Johannes Rauch war vergangene Woche zu Besuch bei drei Eisenstädter Institutionen: Der Pannonischen Tafel, dem ÖZIV und im Freuraum.

Sozialminister Johannes Rauch besuchte mit Grünen Landeschefin Regina Petrik Andrea Roschek und ihr Team der Pannonischen Tafel.

Sozialminister Johannes Rauch besuchte mit Grünen Landeschefin Regina Petrik Andrea Roschek und ihr Team der Pannonischen Tafel.

© BVZ, Peter Wagentristl

Hoher Besuch bei drei sozialen Einrichtungen der Landeshauptstadt: Gesundheits- und Sozialminister Johannes Rauch stattete der Landeshauptstadt vergangene Woche einen Arbeitsbesuch ab. Drei Stationen klapperte der Grüne Minister dabei mit Landessprecherin Regina Petrik ab.

Den Anfang machte die Pannonische Tafel, wo Rauch - selbst Sozialarbeiter - einen Einblick in die Herausforderungen bekam, die Helfer bei der Arbeit zu bewältigen haben. Mit Obfrau Andrea Roschek tauschte sich Rauch dabei auch über die finanziellen Herausforderungen aus. „Es ist zur Zeit ein echter Konkurrenzkampf: der Handel verkauft bei sogenannten ,Nachhaltigkeitsinitiativen' Lebensmittel bis zur letzten Minute, dann werden sie entsorgt. Für die Tafeln bleibt dann oft nichts über“, klagt Roschek über die „Kommerzialisierung“ der Lebensmittelrettung, auch durch undurchsichtige Start-ups.

Sozialmärkte des Landes als Konkurrenz

Auch das Land mischt mit seinen neuen Sonnenmärkten mit. „An sich kein schlechtes Konzept“, findet Roschek auch lobende Worte, aber: „Das Land setzt dabei nicht auf ergänzende Angebote, sondern will auch dort vertreten sein, wo es bereits funktionierende Strukturen gibt.“ Daher käme es teilweise zu Situationen, wo Tafeln und Sozialmärkte um die übrig gebliebenen Lebensmittel streiten müssen.

Minister Rauch auf Arbeitsbesuch in Eisenstadt

© BVZ, Peter Wagentristl

Finanziell berichtete Roschek Rauch ebenfalls von einer Schieflage bei den Förderungen: 60.000 Euro an Subventionen habe man in den 15 Jahren seit der Gründung der Pannonischen Tafel vom Land bekommen, die Sozialmärkte des Landes verfügen dagegen über ein jährliches Budget von 600.000 Euro, so die Tafel-Obfrau. Rauch gibt sie noch einen Hinweis mit auf den Weg: Periodische Förderungen seien in jeder Hinsicht besser als projektbezogene. „Wenn wir nicht wissen, wann und wie viele Zuschüsse wir bekommen, erschwert das die Planung ungemein.

Nächste Station: ÖZIV

Beim Interessensverband für Menschen mit Behinderungen ÖZIV, sprach Rauch über den nun erleichterten Zugang zu Förderungen für die Persönliche Assistenz, die es Menschen mit Behinderungen ermöglicht, sowohl einem Job nachzugehen als auch am sozialen Leben in der Freizeit teilzunehmen: „Bisher musste man sich für eine Assistenz in der Freizeit ans Land und für den Beruf an den Bund wenden. Wir führen jetzt diese beiden Teile zusammen, es wird nur noch eine zuständige Stelle geben. Dafür gibt es das Geld des Bundes und für die Betroffenen wird es einfacher und unkomplizierter.“

Laut Petrik habe das Land bereits Zustimmung für das Projekt signalisiert und wolle einen entsprechenden Antrag der Grünen mittragen: „Das ist ein Meilenstein für die Lebensqualität der Menschen mit Behinderungen im Burgenland. Es ist auch sehr erfreulich, dass die SPÖ gleich auf unseren Antrag reagiert hat und Landesrat Schneemann eine Teilnahme am Projekt anstrebt. Wenn das Land mit dem Bund zusammenarbeitet, hilft das den Menschen am meisten.“

Minister Rauch auf Arbeitsbesuch in Eisenstadt

© Grüne

Zufrieden zeigt sich damit auch ÖZIV-Geschäftsführer Hans-Jürgen Groß: „Ich freue mich sehr, dass man vom Land den Weg gewählt hat, dieser Bundesrichtlinie zu folgen, weil diese mit allen zuständigen Organisationen abgestimmt ist und alle eingebunden waren, so wie wir es uns im Burgenland auch wünschen”.

Letzter Halt: Reparaturcafé im Freuraum

Abschließend stand noch eine Einkehr in einem „sozial-ökonomischen Vorzeigeprojekt“ am Programm: dem Freuraum von Grüne Gemeinderätin Anja Haider-Wallner. Dort „wird soziales Miteinander gelebt und Arbeitslose bekommen eine neue Chance“, so Petrik. Beim Reparaturcafé packte der Sozialminister auch selbst an und griff zur Nähmaschine.